Bonsoir, Portugiesische Galeeren und Wiederhören mit Volker Busch
Shownotes
// Sommerpausenlike gibt es heute wieder ein kurzes Update von unterwegs – und das brennt wie Hölle! Ich nehme dich kurz mit auf den kleinen Pfad runter vom Zeltplatz an der Steilküste in den kleinen Ort Socoa gleich neben Saint-Jean-de-Luz bei Biarritz. Und dann schalte ich rüber zu Prof. Dr. Volker Busch. Das Gespräch, das ich mit ihm geführt habe, landet als Wiederholung in deinem Ohr, ist aber definitiv zeitlos inspirierend.
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// Outro-Song: Dull Hues by Lull (audiio.com)
Transkript anzeigen
00:00:03: Bonjour, salut und bienvenue bei Freiraus dem Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer in unserem Leben.
00:00:09: Ich bin Christoph Förster und befinde mich aktuell in Frankreich.
00:00:14: klar ich laufe gerade
00:00:18: einen
00:00:19: kleinen Pfad hinunter vom Campingplatz auf den wir gerade sind.
00:00:25: vielleicht hörst du meine Schritte?
00:00:31: Kämper begrüßen, einen kleinen Weg runter in den nächsten Ort.
00:00:38: Bonsoir!
00:00:41: So mit bonsoir und bienvenue und salut und bonjour das klappt alles schon ganz gut.
00:00:48: Merci geht auch gerade
00:00:49: noch.
00:00:49: ja das alte schul französisch darf ich nochmal rausholen hier die Glocken läuten gerade.
00:00:55: vielleicht hörst du auch dass im Hintergrund es ist zehn Uhr zehn Uhr am Abend.
00:01:01: Ich laufe einen kleinen Pfad hinunter von dem Campingplatz, auf den wir sind wie ich es gerade schon gesagt habe.
00:01:09: Der oben an einer Steilküste gelegen ist und so im Hinterland sozusagen ein Pfad hat der hinunter führt nach Sokoa.
00:01:20: Das ist das kleine Örtchen hier.
00:01:22: Den gehe ich jetzt mal mit dir zusammen um ein kurzes Update zu geben von unserer Reise, auf der wir uns jetzt mittlerweile seit gut drei Wochen befinden.
00:01:33: Sommerpause!
00:01:34: Der Freiraus-Podcast ist in der Sommerpause.
00:01:38: Das heißt du hörst hier gleich nach diesem Update eine Folge die Schumalif vor einiger Zeit und zwar heute mit Volker Busch im ganz interessanten Gespräch das ich geführt habe mit dem Bestsellerautor Neurowissenschaftler Keynote Speaker, wir sind Kollegen auch haben uns vor einiger Zeit mal auf einer Veranstaltung kennengelernt.
00:01:59: Es schätzen uns sehr und haben Gespräch geführt über die kleinen Abenteuer, die kleinen Veränderungen in unserem Alltag über Zuversicht warum es trotz aller negativer Nachrichten die wir immer wieder um die Ohren
00:02:15: bekommen
00:02:17: Sinn macht und Hoffnung machen kann nach vorne zu gehen.
00:02:21: Dieses Gespräch wirst du gleich hören.
00:02:24: Ich will dir aber kurz noch einmal schildern, was passiert ist seit der letzten Woche.
00:02:29: Da habe ich mich gemeldet aus San Vicente de la Barquera in Cantabria an der Spanischen Atlantikküste.
00:02:36: Mittlerweile bin ich hier in Socor, wie es eben schon gesagt habe.
00:02:41: Socor ist ein Ort, der zwischen San Sebastian liegt und Biaritz Auf der französischen Seite des Baskenlandes.
00:02:52: Hier gleich noch zwei Kilometer weiter ist Saint-Jean de Luz.
00:02:57: Es ist ein ganz niedlicher Ort, in dem wir hier gerade sind für vier Tage auf dem Campingplatz.
00:03:03: Ich liebe diese Zeit im Sommer immer auf Campingplätzen mit den Zelten weil ich den ganzen Tag draußen bin eigentlich nie irgendwo in geschlossenen Räumen mit einem Dach übern Kopf.
00:03:17: wenn dann ist es das Zelt und dass es gut belüftet in der Nacht.
00:03:21: Wir sind hier spontan gelandet, es war gar nicht so einfach noch was zu bekommen in Südfrankreich am Atlantik.
00:03:29: wir wollten eigentlich in die Gironde noch ein bisschen höher auf Höhe Bordeaux ungefähr an den Atlantick weil wir ein bisschen surfen wollten.
00:03:39: Das geht natürlich auch hier.
00:03:40: aber da oben die Ecke, die mögen wir sehr gerne Du hast das mitbekommen, die ist sehr heimgesucht worden in diesem Sommer von Waldbrenten.
00:03:49: Wir hatten da sogar eine Reservierung im Karkon Kleiner Ort bei Lacanot und haben diese Reservierungen dann abgesagt logischerweise weil es sich überhaupt nicht richtig angefüllt hat überhaupt darüber nachzudenken in dieser Region da oben jetzt zu reisen.
00:04:07: ob es möglich gewesen wäre weiß ich gar nicht.
00:04:10: Ich weiß nicht für die Aktien situation dort vor ort gerade ist.
00:04:14: aber wir haben uns eben hier noch mal was gesucht auch am atlantik in der hoffnung vielleicht ein bisschen surfen zu können paar wellen zu bekommen.
00:04:24: die hoffnungen ist bislang
00:04:26: aber
00:04:27: leider nicht erfüllt worden.
00:04:28: es gibt überhaupt keine wellen eigentlich seit einer woche jetzt mittlerweile gar nichts.
00:04:35: wir waren gestern mal kurz im wasser um kleinen strand Das war
00:04:41: aber
00:04:43: auch nicht mehr als kabeliges Nordseewasser.
00:04:46: Da waren eigentlich gar keine Wellen, aber als wir da draußen waren es waren noch zwei andere Surfer mit draußen waren relativ belebter Badestrand zumindest einer wo es eine Überwachung gab also wo ein paar Rettungsschwimmer waren und die badenden überwacht haben und winken uns aus dem Wasser raus.
00:05:09: Badende waren da schon gar nicht mehr drin, ich und mein Sohn sind dann rausgepaddelt ans Ufer und ich habe noch ganz unglaublich nachgefragt bei dem sehr jungen Rettungsschwimmer was los ist?
00:05:24: Warum müssen wir denn raus?
00:05:26: Er meint ja alle jetzt raus!
00:05:29: Ich dachte aber als Surfer Na das bin ich eigentlich nicht gewohnt, dass sich als Surfer dann rausgewunken werde auch wenn vielleicht mal ein bisschen mehr Brandung ist oder so.
00:05:38: Er sagte dann aber ne hier sind Quallen gerade unterwegs und deshalb kommt man besser raus.
00:05:46: Das hat mich ja nur so halb überzeugt.
00:05:48: dann wir sind natürlich rausgegangen.
00:05:51: Dann gesagt naja wo können wir denn wieder rein?
00:05:53: Geht es da hinten?
00:05:53: Vielleicht?
00:05:54: Ja wenn die da hinten hingehen geht das dann nicht mehr unser Bereich nicht mehr unsere Zone.
00:05:58: Da kannst du dann gerne reingehen und wir waren dann drauf und dran, dass in der Richtung nochmal zu versuchen.
00:06:06: Auf einmal schrie mein Sohn auf und hatte offenbar am Fuß irgendetwas.
00:06:14: Und es war tatsächlich eine Quale!
00:06:17: Das muss sehr, sehr wehgetan haben.
00:06:19: Er sagte da hängt noch was.
00:06:22: Ich habe mir das dann angeguckt und da war tatsächlich so eine ganz dünne Tentake quasi um den Fuß rumgeschlungen.
00:06:30: ich hab die dann abgemacht mit dem Klettverschluss von meiner Liege.
00:06:33: dass ist dieses Seil was der Surfboard am Körper hält also was immer so um den Knöchel dann geschlungen ist.
00:06:41: Mit dem Kletterschluss befestigt es so Und mit diesem Klettverschluss konnte ich ganz gut diese Tentakel abmachen und bin dann direkt, weil wir noch gar nicht weit weg waren zurück gelaufen.
00:06:52: kurz zu diesem Rettungsschwimmer.
00:06:54: Ich habe gesagt hey du hast recht gehabt.
00:06:56: Also ah!
00:06:58: Und hab ihn gefragt was er jetzt machen würde?
00:07:02: Weil die ja natürlich Erfahrung mit sowas haben.
00:07:05: Ich hatte schon meine Idee aber dachte ich frage immer vielleicht hat er auch irgendwas was sich da drauf schmieren und der ist dann kurz mit hat sich das angeguckt und sagte, ja das wird wieder gut.
00:07:16: Das tut jetzt sehr weh aber morgen wird es schon besser sein.
00:07:19: sollte es nicht besser sein oder es noch eine Reaktion geben dann einfach zum Arzt gehen.
00:07:25: Und was das war?
00:07:27: Es war tatsächlich eine portugiesische Galere die da unterwegs waren.
00:07:31: wir haben danach ein zwei auch am Strand gesehen.
00:07:35: das sind so bleulich violett schimmernde gar nicht so große Quallen, sag ich jetzt.
00:07:42: Es sind offiziell keine Quallen sondern so zusammengesetzte Einzelorganismen die aussehen wie eine Quelle aber eben wissenschaftlich keine Quellen sind sehr lange Tentakel haben die du im Wasser gar nicht mehr siehst die aber wirklich unglaublich brennen.
00:08:02: und ja wir haben Glück gehabt, letztlich weil wir sie nicht voll abbekommen haben.
00:08:07: Ich habe nur so ganz kleine Mini-Fäden dann auch noch kurz am Finger gehabt von dem Abmachen und ich hab danach versucht diesen Klettverschluss von der Lisch wieder zu befreien von diesen dünnen Fäden was auch super schwierig war.
00:08:26: kleinen Dornnast gefunden, mit dem ich die dann feinsäuberlich aus diesem Klettverschluss rausgepult habe ohne sie zu berühren.
00:08:34: Das war eine Detailarbeit, die aber funktioniert hat sonst geht es gut.
00:08:40: Alles Fein!
00:08:40: Aber das war noch mal eine gute kurze Erfahrung vor allem weil ich da ein bisschen mich angestellt hab oder meinte ich wäre da jetzt so recht aus im Wasser geholt worden.
00:08:56: Wurde ich nicht, hatte alles seine Berechtigung.
00:09:00: Wir waren in San Sebastian jetzt heute auch noch mal was eine ganz tolle Stadt ist die ich wirklich liebe, in der ich schon oft war.
00:09:08: Nehmt man wunderbar auch abends in der Altstadt dadurch die Gassen ziehen kann und die traditionellen Pinchos genießen kann also tapasartige wobei es ein bisschen etwas anderes so kleine.
00:09:22: oft sind es Baguette Brotscheiben, wo ganz verschiedene Sachen drauf sind.
00:09:28: Es gibt aber auch Sachen jetzt ohne Baguettebrot was für mich immer wichtig ist weil ich ja kein Gluten esse.
00:09:34: Aber wo du dann wirklich von Bar zu Bar ziehst oder Restaurant zu Restaurant und über mal so ein paar kleine Errassiones oder eben Pinschos dir bestellt hast.
00:09:45: Sehr sehr nett.
00:09:45: wir haben Freunde noch getroffen wo eine der Familie Geburtstag hatte, wo wir ein bisschen zusammen gefeiert haben.
00:09:54: Also wir haben Rundetage auch hier verlebt die noch.
00:09:57: es geht für uns jetzt aber auch übermorgen wieder zurück in Hamburg.
00:10:03: wie schnell das?
00:10:04: werden wir nochmal schauen ob wir da durch düsen oder uns ein bisschen Zeit lassen.
00:10:09: ja und dann endet diese Urlaubsreise für uns.
00:10:14: ich hoffe du hast einen schönen Sommer Du genießt das, was du tust.
00:10:23: Was auch immer es ist.
00:10:24: Vielleicht ist es ein Urlaub, vielleicht sind es eher kleine Abenteuer, vielleicht hast du gar nicht frei, vielleicht arbeitest du viel.
00:10:31: aber gestaltet dann die Zeit rund um die Arbeitszeit möglichst ja möglichst intensiv, möglichst lebendig, möglichst abwechslungsreich.
00:10:43: und da haben wir schon den Übergang.
00:10:46: jetzt zu der Folge Jetzt hören kannst mit Volker Busch.
00:10:51: Abwechslungsreich, lebendig!
00:10:55: Wie schaffen wir das auch in unseren Alltag wenn nicht gerade große Sommerferien sind?
00:11:00: Wenn nicht gerade Auszeit ist, wenn nicht grade Sebetical oder Wochenende ist?
00:11:05: wie schaffen wir da Abwechsungen und Abenteuer was Besonderes in unser Leben zu bringen?
00:11:13: Ich wünsche dir viel Freude mit dieser Folge.
00:11:16: Ich werde mich in der übernächsten Woche spätestens, vielleicht sogar in der nächsten Woche schon mit einer neuen Folge melden das wir sich an dieser Stelle mal noch offen halten.
00:11:26: ich leg dir sehr ans Herz nochmal zu schauen auf meine Website.
00:11:31: unter dem Menüpunkt Seminare findest du Möglichkeiten mit anderen Mitgleichgesinnten auch Kontakt zu kommen, einen besonderen Tag zu erleben.
00:11:42: Dass wir uns mal kennenlernen, dass wir miteinander arbeiten in der Natur, miteinander arbeiten und vielleicht mit dem Thema Neuorientierung beschäftigen oder Ausrüstung.
00:11:54: Mit dem Thema Mikroabenteuer gibt es verschiedene Möglichkeiten.
00:11:58: Guckt ihr das gerne an?
00:11:59: Das ändert sich da aktuell gerade auch noch ein bisschen.
00:12:02: was mit den Daten und Terminen.
00:12:05: Da bist du auf der Website immer auf dem aktuellen Stand.
00:12:08: Danke fürs Zuhören schon jetzt und bis zum nächsten Mal bei Freiraus, den Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer in unserem Leben.
00:12:17: Bonsoir!
00:12:31: Lieber Volker, hallo schön dass du da bist.
00:12:34: Ja ich freue mich auch zum zweiten mal.
00:12:36: das war total schön als du anriefst.
00:12:38: Ich freu mich sehr mit dir zu sprechen mal über das Thema Ungewissheit.
00:12:43: Um Gewissheit ist ja was was unser Leben total bestimmt Das Abenteuer bestimmt, mit dem ich mich ja viel beschäftige und deshalb finde ich das Abenteuern so ein wunderbares Bild.
00:12:55: So eine wunderbare Metapher für unser Leben ist weil ungewissheit quasi die DNA des Abenteurs ist und stückweit auch unseres Lebens also nicht zu wissen was da auf uns zukommt auch wenn wir das gerne wollen oft.
00:13:10: Ich spreche ganz oft mit Menschen, die sagen auch Mensch.
00:13:13: so ein Abenteuer aus so einem Kleinen oder so ein größeres würde ich gerne machen aber ich hätte schon gerne gewissheit darüber wie das dann aussieht.
00:13:19: und dann sage ich ganz oft hey dann ist es eigentlich dass nicht mehr.
00:13:22: was zu dir wünschen nämlich einen abenteuer.
00:13:25: und in deinem aktuellen buch beschäftigst du dich ja auf vielen vielen seiten mit dieser frage auch wie können wir der ungewissheit gegenübertreten oder in sie hineingehen, dass wir da uns nicht so unsicher fühlen.
00:13:42: Da haben wir gleich zwei Begriffe.
00:13:43: Ungewissheit und Sicherheit beziehungsweise Unsicherheit.
00:13:47: Ungewissheit ist nicht genau das Gleiche!
00:13:51: Das stellst du direkt am Anfang des Buches klar.
00:13:54: Magst Du es nochmal entleutern was du damit meinst?
00:13:56: Ungewessheit ist ein objektiver Tatbestand.
00:14:01: also was ungewiss is ist das was in der Welt nicht gewiss ist, also das Wetter in nächster Woche beispielsweise oder wie ein Fußballspiel ausgeht unabhängig davon wie wir es uns wünschen dass es ausgeht.
00:14:14: Wie die Lottozahlen sind oder wie das Essen im Restaurant am nächsten Tag schmecken wird.
00:14:19: Also die Dinge sind objektiv ungewiss Die draußen in der Welt stattfinden oder sie sind gewiss.
00:14:27: Das kann auch sein.
00:14:28: aber jedenfalls bezieht sich Gewissheit Ungewissheit immer auf objektive Dinge in der welt Und der Begriff Sicherheit, oder das Gegenteil davon Unsicherheit beschreibt mehr ein Gefühl in uns.
00:14:39: Es ist etwas was in uns entsteht und zwar völlig unabhängig von dem was in der Welt passiert.
00:14:46: Natürlich kann das korrelieren.
00:14:48: Dinge die ungewiss sind können uns auch unsicher machen aber eben nicht unbedingt.
00:14:52: es gibt sehr viele Menschen Die mit Ungewissheit gut umgehen können und sich trotzdem sicher fühlen.
00:14:59: Ein Beispiel ist dass wir ab und zu in ein Flugzeug steigen, um von A nach B zu fliegen.
00:15:06: Und das ist objektiv gesehen überhaupt kein gewisser Tatbestand!
00:15:10: Der Flug ist ungewiss.
00:15:12: Ein Objektiv kann natürlich etwas passieren.
00:15:14: Trotzdem machen sich die meisten Menschen Gott sei Dank ja keine Gedanken darum.
00:15:18: sie fühlen sich sicher weil sie dem Piloten vertrauen.
00:15:21: vielleicht kennen Sie ihn nicht mal aber sie vertrauen ihm oder der Fluggesellschaft oder sie vertrauen auf die Statistik ein Flug in der Regel nicht problematisch ist.
00:15:34: Also hier sehen wir, Ungewissheit bedeutet nicht dass wir uns unsicher fühlen.
00:15:38: Wir können uns sehr sicher fühlen obwohl die Situation alles andere als gewiss ist.
00:15:44: Dieser Transfer was macht die Welt so wie sie ist mit uns und unserem Gefühl?
00:15:51: das finde ich sehr spannend und das ist auch das worüber ich in dem Buch Kopf hoch in den ersten Kapitel war.
00:15:57: es geschrieben habe weil ich mich ja damit auch als Psychiater, Beschäftige und Menschen helfe in einer objektiv ungewissen Situation, solche in der Partnerschaft im Job oder mit Dingen die mit ihrer Gesundheit zu tun haben.
00:16:12: Dafür zu sorgen dass sie sich trotzdem sicher fühlen und wohlfühlen in ihrer Haut und ihr Leben so gut es geht selbstbestimmt leben können.
00:16:20: das ist die Kunst sicher zu fühlen.
00:16:22: trotz Ungewissheit
00:16:24: Bin ich gespannt, ob wir da Antworten finden auf die Frage jetzt in den nächsten Minuten wie wir da möglicherweise ein bisschen besser hinkommen können.
00:16:32: Wie wird das trainieren können?
00:16:33: Ich fand das Beispiel vom Flugzeug jetzt gerade ganz schön... auch was, wovor wir oft Angst haben.
00:16:39: Also ich kenne Menschen die haben Flugangst ja weil das eben so ungewiss ist.
00:16:44: und wenn man da abstürzt naja dann ist das relativ klar.
00:16:47: was dann passiert?
00:16:48: nur die Wahrscheinlichkeit dass man abstürz die es sehr sehr geringen.
00:16:52: wenn wir aber zum beispiel ans autofahren denken Da ist die Wahrscheinlichkeit, würde ich vermuten ohne jetzt Zahlen zu kennen.
00:16:59: Sicherlich größer als mit dem Flugzeug abzustürzen das uns dann Unfall passiert.
00:17:03: da setzen wir uns aber noch sehr viel angstloser doch in unser Auto rein und vertrauen darauf dass da irgendwie nichts passiert obwohl da Blechkisten mit Zweihundert km h in kleinstem Abstand eineinander vorbei düsen und wir nicht wissen wer da gerade im Nachbarauto In sein Handy guckt oder was weiß ich macht?
00:17:20: Das ist ja Wahnsinn finde Ich.
00:17:22: Und Dann wenn wir das Noch weiter drehen Sprech ich immer wieder mit Leuten, die haben dann aber Angst davor eine Nacht draußen irgendwo unter freiem Himmel zu übernachten.
00:17:31: Und da ist ja die Frage wie kommt das?
00:17:35: Das kommt daher dass der Mensch nicht statistisch denken kann.
00:17:38: wenn unser Gehirn entscheidet, ich sag mal vorsichtig in Anführungsstriche Angst zu haben oder sich unsicher zu fühlen, dann liegt dem keine Excel-Tabelle zugrunde nachdem man die Statistiken sauber differenziert.
00:17:51: Das Menschigere kann nicht statistisch denken sonst würden die Menschen nicht jeden Samstag Lotto spielen.
00:17:56: Die Wahrscheinlichkeit dazu gewinnt es verschwindend gering und man macht's trotzdem weil man denkt ja vielleicht ist mal diesmal dabei.
00:18:02: Wir können nicht statistische denken.
00:18:04: stattdessen bewerten wir häufig eine Situation als unsicher Ob wir sie kennen oder nicht.
00:18:15: Das heißt also, ob sie unbekannt ist macht einen viel stärkeren Einfluss auf unser Sicherheitsgefühl als die Statistik, ob das wirklich gefährlich ist und Autofahren gehört nun zu den Dingen, die wir gut kennen.
00:18:27: Wir sind sehr viel selbst gefahren.
00:18:29: wir haben oft auch auf Beifahrersitzen gesessen Oder im Bus hinten.
00:18:34: das heißt wir wissen was da auf uns zukommt.
00:18:37: dass erscheint uns total bekannt.
00:18:39: es ist fast könnte man sagen Routine Und deswegen fühlen wir uns sicher obwohl Genau das Zutriff, was du schon gesagt hast, statistisch kann schnell etwas passieren.
00:18:47: Und umgekehrt ist das Beispiel, dass du eben nanntest mal alleine im Zelt in einer Nacht unter dem Sternenhimmel zu verbringen vielleicht erst recht an einem Ort, an dem man noch nie war.
00:18:57: Etwas völlig Unbekanntes und das bewerten wir dann ovaio vai hoffentlich passiert da nix.
00:19:04: also der Aspekt ob es bekannt ist oder unbekannt spielt eine größere Rolle als die Statistik ob es definitiv gefährlich ist oder nicht.
00:19:13: die Krux, weil der Frage wie gehen wir damit um?
00:19:17: Wie schaffen wir das?
00:19:18: besser ist ja.
00:19:19: Und das liegt in der Natur der Sache, dass in der Ungewissheit wir nicht wissen was da kommt.
00:19:25: Das heißt, wir können diese Situationen, die da möglicherweise warten in der Zukunft gar nicht so richtig vorhersehen.
00:19:33: Also eine Möglichkeit wäre es zu versuchen sich zu überlegen alle möglichen Szenarien, die auftreten können und uns dann auf die vorbereiten.
00:19:41: Dann sind wir schnell Prepper zum Beispiel.
00:19:43: Das machen viele Menschen, wenn sie einen Urlaub außer der Reihe mal machen, der irgendwie ungewöhnlich ist dass Sie in Ihrer Unsicherheit versuchen jeden Schritt zu planen und genau vorauszudenken.
00:19:56: Planung und das Gefühl zu haben man hätte jede Stunde des Tages irgendwie im Griff gibt ein Stück weit Sicherheit.
00:20:03: Das muss man akzeptieren, das will ich gar nicht kritisieren.
00:20:07: Andererseits ist es schade, weil man so auf diese Weise sich auf das ja Überraschende gar nicht einlassen kann.
00:20:13: Und auch immer wieder Situationen auftauchen die eben aber nicht geplant sind.
00:20:16: also das ist ja letztlich dass wir könnenes nicht bis zum Ende durch exerzieren.
00:20:22: Also wir können ja nicht vorwegnehmen, was alles passiert?
00:20:24: Wir können uns damit beschäftigen aber die Frage ist bringt das etwas?
00:20:27: also gibt es so eine Art goldene Mitte?
00:20:29: in wiefern sollten wir uns jetzt mit Zukunftsszenarien beschäftigen und vielleicht auch darauf vorbereiten?
00:20:34: manchmal hilft es ja auch dass man schon die Idee davon hat wie man sich in einer bestimmten Situation verhält.
00:20:40: Aber wo ist dann Schluss?
00:20:41: weil es sehr unendlich letztlich
00:20:44: ich versuche das immer für meine lieben Klienten So zu beantworten, dass ich sage in relevanten Dingen des Lebens ist eine gewisse Planung sinnvoll.
00:20:55: Beispielsweise welchen Job ich wähle oder welche Ausbildung Ich mache um später einen Job zu haben, mit dem ich mich wohlfühle.
00:21:03: Bei der Wahl des Partners vielleicht den Wohnort in zudem hinziehe.
00:21:09: oder auch die Altersvorsorge dass man sich so kleines bisschen was auf die Seite legt.
00:21:12: also es gibt so auch Gesundheitsfürsorge das man ein bisschen auf sein Körper achtet.
00:21:17: das sind ja alles Dinge wo eine gewisse Vorausschau sinnvoll ist weil es mir hilft zu überleben Und ja in keine riesigen Sackgassen zu geraten, die ich vielleicht später bereuen muss.
00:21:30: Also das sind Dinge da darf man nach vorne denken und deswegen können wir das auch.
00:21:34: der Homo sapiens ist hier ein Homo Prospektus.
00:21:37: also wir denken sowieso ständig nach vorne genau aus dem Grund damit wir auf bestimmte Dinge im in der in der Vorkehrung an Entscheidungen treffen, die uns ein Überleben sichert.
00:21:49: Wir denken im Schnitt ungefähr alle drei Minuten an die Zukunft.
00:21:53: auch wir beide jetzt lieber Christo...
00:21:55: Ich guck mal auf die Uhr zwischendurch!
00:21:58: Ja
00:21:58: genau alle drei minuten denken wir an irgendwas das heißt dass menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt vorauszuschauen und zu planen weil wir so überleben können.
00:22:08: alte Pfadfinderregel wer rechtzeitig Holz sammelt kann später auch Feuer machen.
00:22:13: also Das ist was Gutes.
00:22:16: Es ist nur anders oder schade, wenn sich der Zukunftsblick und die Planung, die damit verbunden ist, sich auf alle Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten des Lebens bezieht – dann nimmt man sich etwas!
00:22:29: Dann nimmt man das überraschende Element, die Fähigkeit vom Leben überrascht zu werden in unvorhergesehenen Dingen improvisieren zu dürfen.
00:22:40: Das ist etwas sehr, sehr Schönes und glaube da ist die Trennung von der du eben sprachst.
00:22:45: In relevanten Dingen, die so ein bisschen mein Leben ausmachen darf man planen sollte man auch.
00:22:51: das gibt am Orientierung im Leben und ein Stück weit Sicherheit.
00:22:54: das ist völlig in Ordnung.
00:22:55: aber wenn es um Freizeitaktivitäten ging um Wochenendgestaltungen Urlaube vielleicht auch Hobbys oder andere Dinge sich einfach fallen lassen und sich so ein bisschen im Wind des Lebens hin- und her wehen lassen.
00:23:10: Das macht das Leben aufregend und schön, ist eine schöne Ausgleich zu dem Leben wo wir heute sehr strukturiert sind aus einer Excel-Tabelle heraus.
00:23:21: Ich sage es ja eben schon häufig unser Leben gestalten.
00:23:25: Ein Stück weit ist es sicherlich auch die Haltung dann wenn etwas doch nicht so kommt wie ich's mir vorgenommen habe.
00:23:31: Wir können ja planen aber wenn es anders kommt, auch in der Lage zu sein okay jetzt ist es anders und jetzt komme ich damit auch irgendwie klar und nicht dann zu sagen pass auf.
00:23:41: Jetzt fällt hier mein ganzes Kartenhaus, mein ganzeres Konstrukt zusammen mit so was ja auch nicht mehr.
00:23:45: Genau das ist der zweite Aspekt dass wenn wir uns auf unvorhergesehenes Einlassen nicht nur überraschende Momente erleben die mit Genuss und mit Inspirationen zu tun haben sondern es passiert noch etwas anderes trainiert unseren Umgang mit dem Unvorhergesehenen.
00:24:04: Das habe ich in dem Buch Kopfhoch auch beschrieben, weil mir das unheimlich wichtig war, denn ich habe erlebt als Psychiater ist wir jetzt so in diesen ganzen Krisenmodus gerieten beginnend von Corona- Twenty-Zwanzig und die ganze letzte Zeit danach hat man ja das Gefühl kommt gar nicht mehr raus aus der Krise dass da viele Menschen sich bei mir vorgestellt haben Die Angst haben was wird nur werden?
00:24:29: Ja, so eine kollektive Verunsicherung.
00:24:33: Früher war alles relativ klar und gerade in Deutschland haben wir eine gewisse Saturiertheit auch genießen dürfen politisch, wirtschaftlich, medizinisch Und alles war irgendwie vorhersehbar und geordnet und klar und das hat uns gewisse Komfort- und Bequemlichkeit auch gebracht wie das positiv ausdrücken.
00:24:53: Das ist jetzt erstmal weg.
00:24:55: in vieler Hinsicht In vielen Aspekten des Lebens wissen wir gerade nicht, wie entwickelt sich das.
00:25:00: Das ist für uns unheimlich schwer, weil wir nie gelernt haben damit richtig umzugehen mit dem ungeplanten Unvorhergesehenen und mit dem was anders kommt.
00:25:09: Deswegen macht diese Ungewissheit bei uns auch oft Unsicherheit so.
00:25:13: Und das zeigt sich dann auch körperlich in Form von Unruhe, Zuständen Stress Schlafstörung.
00:25:18: So kam viele Leute zu mir, haben darunter gelitten.
00:25:21: deswegen habe ich eben ein bisschen etwas dazu geschrieben.
00:25:25: dann versuche ich mit Betroffenen genau das auch ein bisschen zu üben, was du gerade angesprochen hast.
00:25:31: Diese Ungewissheit bewusst einzugehen oder auszuhalten und zu lernen damit umzugehen.
00:25:39: natürlich fühlt man sich dabei erst mal ein bisschen unwohl.
00:25:43: aber es
00:25:43: gibt einem ganz viel.
00:25:44: man trainiert auf diese Weise sich sicher zu fühlen in objektiv ungewissen Situationen und je öfter man das macht, und je konsequenter man das verfolgt desto stabiler wird man.
00:25:56: Und dass es glaube ich in einer Welt die von gewissen Unwägbarkeiten gekennzeichnet bleiben wird ist das glaube ich einfach ganz wichtig.
00:26:05: Dass uns gleich nochmal genauer drauf gucken, wie wir das trainieren können.
00:26:09: Aber vielleicht noch mal um das festzuhalten dieser Umgang mit der Veränderung also die Fähigkeit mit Veränderungen mit Ungewissheit umgehen zu können Das ist ja was, was in uns drin auch liegt.
00:26:22: Du hast vorher beschrieben zum Beispiel Wir schließen Versicherungen ab Ja wir gucken dass wir Weiß nicht einen Ehevertrag haben Dann der Job muss stimmen und so weiter sind alles Dinge Die eher im Außen liegen, die uns dann eine vermeintliche Sicherheit geben.
00:26:35: Aber die Kunst ist dann wirklich in uns selbst etwas zu finden, was uns sicher in die Zukunft und in die Ungewissheit blicken und dann auch gehen lässt.
00:26:43: Naja
00:26:44: das ist so.
00:26:45: wenn man ganz viel in seinem äußeren Umfeld gewiß hält und absichert und sich rückversichert, dann trainiert man natürlich auch nie mit diesen Dingen umzugehen.
00:26:58: Dann sitzt man überall um sich herum kissen und macht es weich und gemütlich tatsächliche Ungewissheiten plötzlich viel stärker.
00:27:07: Und das ist ja auch einer der Gründe, warum Soziologen sagen dass uns die Krise vergleichsweise viel stärke trifft hier in Deutschland als manche Menschen dem es nicht so gut ging in den letzten Jahrzehnten weil sie von vorne hereien sich gar nicht soviel erlauben konnten ständig abzusichern.
00:27:27: Die mussten sowieso mehr von der Hand in den Mund leben viel mehr improvisieren und die können jetzt in diesen Krisen viel besser damit umgehen, was nicht heißt das es dadurch leicht ist für sie.
00:27:37: Aber Sie können besser improvisieren experimentieren wenn es das Leben von Ihnen verlangt.
00:27:44: und bei uns ist jetzt erstmal so alles auf links gekrempelt.
00:27:46: vielen wird der Boden unter den Füßen weggezogen und Sie wissen ja keine Ahnung habe ich noch nie mich miteinander gesetzt weiß jetzt auch nicht was ich machen muss Und fühlen sich total unsicher und ängstlich.
00:27:57: und deswegen wird's glaube Ich Zeit dass wir das trainieren und vielleicht sogar wenn ich das sagen darf auch jungen Menschen schon beibringen, daraus zu gehen das Leben zu umarmen viel kennenzulernen und sich selbst die Erfahrung zu schenken dass man die meisten Dinge gut lösen und bewältigen kann weil in uns und da bin ich überzeugt von als Psychiater in uns eine unglaubliche Stärke inne wohnt das zu schaffen.
00:28:25: Wir müssen uns nur diesen Dingen auch exponieren, würde man jetzt in der Fachsprache sagen also wir müssen rausgehen und es auch wagen dafür stehst du ja auch mit deinen Abenteuern ganz eindeutig und da geht es eben nicht nur um Genuss und dass man sich wohlfühlt sondern es geht darum dass man dich auch ein bisschen überwindet fordert und seine Grenzen verschiebt.
00:28:45: Das ist das schönste Geschenk was wir jungen Menschen machen können In dieser Welt die momentan so etwas verrückt ist Und dies von ihnen auch verlangen wird in Zukunft?
00:28:53: Das ist ja in der Praxis gar nicht so einfach.
00:28:55: Ich weiß, du hast auch Kinder im Jugendlichen Alter und die darauf zu stoßen oder die dazu zu motivieren doch mal zu schauen welche Fähigkeiten der Lösungsfindung in ihnen liegen und nicht nur in ihrem mobilen Endgerät?
00:29:15: Wie machst du das?
00:29:16: ganz praktisch?
00:29:18: Ja, das stimmt.
00:29:19: Und tatsächlich ist der... Das sind schöner Gedenke, den du da anfügst.
00:29:25: Es geht gar nicht darum meine Kinder zu verändern.
00:29:28: Denn das Schöne ist dass die Natur oder der liebe Gott je nachdem an was man glaubt Die Menschen in dem Alter die Kinder sowieso mit einem unglaublichen Feuer ausstattet darauszugehen und die Welt kennenzulernen.
00:29:41: Viel wichtiger ist, dass ich es nicht bremse und das ich selber als überängstlicher Papa der sich sowieso unsicher fühlt.
00:29:48: Die Kinder ständig überbehüte und protigiere und ihnen diese Erfahrung nicht erlaube!
00:29:54: Also das können ganz banale Dinge sein wie... Dass ich sie überall mit dem Auto hinbringe und abhole weil ich Angst habe, dass ihnen was passiert.
00:30:02: Damit tue ich Ihnen letztlich kein Gefallen, weil Sie ja selber lernen müssen meinem Fahrrad durch die Dunkelheit zu fahren oder selber lernen müssten das wenn sie ihr Bus-Ticket verloren haben zu überlegen.
00:30:13: Okay wie komme ich jetzt irgendwie nach Hause?
00:30:15: Das sind nur ganz kleine Dinge, die nicht das Leben verändern.
00:30:19: aber diese Alltagserfahrung sind unheimlich wichtig!
00:30:22: Weil sie bedeuten Ich ergebe mich in eine kurze Ungewissheit und löse das Problem.
00:30:30: Und das Schöne ist Christo dass wir heute neue wissenschaftlich zeigen können, dass wenn Menschen jeden Alters sich in objektiv ungewisse Situationen begeben.
00:30:42: Selbst wenn sie sich subjektiv kurz unsicher fühlen das unser Gehirn in einen enormen Leistungszustand versetzt wird.
00:30:50: also es ist gar nicht so dass wir dann schlechter sind.
00:30:53: wir sind besser Richtig.
00:30:55: schlecht sind wir nur in Panik, ja?
00:30:56: Also beim maximale Angst.
00:30:58: Dann können wir hier oben nicht denken dann sind wir auf Flucht oder Kampfreflexe programmiert.
00:31:03: das ist ja hier nicht gemeint.
00:31:04: wenn ich den Bus verpasse und muss überlegen wie nach Hause komme es ist ja keine Panik Es ist eine Unsicherheit.
00:31:09: Und wenn ich jetzt In diesem Modus gerate werde ich hier oben besser Ich werde kreativer.
00:31:17: Wir können heute messen, dass auch die Sinnesorgane geschärft werden.
00:31:21: Ich bin in einer Problemlösungskompetenz ein bisschen sperriger Begriff.
00:31:25: aber es sind positive Aspekte.
00:31:28: und warum soll ich meine Kinder dann nicht ab und zu liebevoll reinschupsen?
00:31:31: Es geht ja nicht darum sie nicht zu behüten und zu beschützen im tatsächlichen Gefahren um Gottes Willen Gott bewahre uns geht auch nicht darum sechsjährige um zwanzig Uhr auf der Straße.
00:31:39: das ist doch völlig klar.
00:31:41: Aber ich muss doch Kinder meines sind jetzt in der Pubertät!
00:31:43: Ich hoffe es geht bald vorbei.
00:31:46: Ich darf doch Kinder in dem Alter aufs Leben vorbereiten, indem ich ganz bewusst als Papa ein Schritt zurück gehe und meine Angst unter Kontrolle halte.
00:31:58: Und ihnen ermögliche mit Unsicherheitsgefühlen umzugehen.
00:32:02: Das halte ich für einen der wichtigsten Erziehungsmaßnahmen überhaupt noch nicht.
00:32:05: Ich glaube er wird von vielen nicht ausreichend
00:32:08: berücksichtigt.".
00:32:10: Ich muss gerade denken an einen Fußballturnier, auf dem mein Sohn neulich war mit seiner ganzen Mannschaft und es gibt ja immer diese WhatsApp-Gruppen.
00:32:17: Und da ist wirklich das ganze Wochenende ein Live-Ticker gelaufen wie nun grade welches Spiel zur Halbzeit steht und wer sich wo noch mal was weh getan hat usw.
00:32:26: Und ich habe irgendwann habe ich die Gruppe auf Stumm geschaltet weil ich gedacht hab dass es doch total schlimm ist wenn jetzt unser Sohn nach Hause kommt am Sonntagabend und wir alles schon wissen Denn nichts zu erzählen hat und es war gar nicht so einfach, dann triffst du die Nachbarn auf der Straße wo der Sohn auch dabei ist.
00:32:44: Erzählt mir nichts.
00:32:45: ich will nichts wissen!
00:32:47: Ich möchte dass mein Sohn mir erzählt wie's war und ich hier nicht ein Live-Ticker hab'.
00:32:51: Das ist natürlich noch so ein kleines Beispiel jetzt wie wir auch immer irgendwie alles verfolgen wollen das da viel eben von den Eltern auch ausgeht.
00:32:58: Ja, genau.
00:32:59: Und weil man eben auch zu jeder Sekunde wissen will was wann wie wo ist.
00:33:03: das ist so dieser dieser Wunsch des Controlings wie wir es in manchen Unternehmen haben dass jeder Schritt überwacht kontrolliert und maximal effizient ist.
00:33:11: manchmal steuern wir im Privatleben unser unseren täglichen Alltag auch so und das ist total schade.
00:33:18: wie ich schon sagte wir berauben uns der Überraschung und Das ist nicht nur etwas Aufregendes und schönes Das kann auch was sehr Sinnvolles sein, weil wir genau in diesen Situationen hier oben sehr gut werden.
00:33:34: Ich sage immer so einen Satz aus der Neurobiologie gibt es einen schönen Spruch, der lautet die stärkste Stimulation für das Gehirn ist die Überraschung und da ist sehr viel Wahres dran.
00:33:44: Du hast es schon gesagt, was dann passiert ist?
00:33:45: Wir werden kreativ.
00:33:46: Wir werden wach!
00:33:47: Ja wir sind auf einmal da mit allen Sinn und haben natürlich dann viel besser direkt die Chance auch auf Dinge zu kommen.
00:33:55: Dinge zu sehen.
00:33:56: also das ist ja keine Zauberei.
00:33:59: Wir sehen auf einmal wenn wir besser hingucken, wenn wir aufmerksamer sind vielleicht die Lösung viel eher als wenn wir da so halb benebelt durch die Gegend laufen.
00:34:08: aber wie kriegen wir das jetzt trainiert?
00:34:11: du hast gesagt wir können das trainieren uns in ungewisse Situationen begeben im Kleinen und tatsächlich ist das ja auch ein Hauptbestandteil dieser Idee der Mikroabenteuer, von denen ich so oft spreche.
00:34:26: Es muss jetzt aber nicht gleich ein Outdoor-Abenteuer sein.
00:34:30: also wir können natürlich auch im noch kleineren uns in die Ungewissheit begeben.
00:34:34: du hast auch dafür einige Beispiele genannt in deinem Buch zum Beispiel einen anderen Weg zu gehen ein ungewissen, ein ungewisses Buch sich mal aus dem Regal zu nehmen.
00:34:44: Was gibt's denn noch für Möglichkeiten?
00:34:46: Das hast du schon schön eingeleitet, es ist wichtig, sich mit ganz kleinen Dingen des Alltags zunächst oder damit zu beginnen.
00:34:53: Es wäre umgekehrt zu viel verlangt wenn man sich auch halt über Kopf in riesige Ungewissheiten stürzt.
00:35:00: das würde dann überfordern.
00:35:02: Man hätte wirklich Angst und Unsicherheit und so ein Gefühl ist am Anfang nicht schön da macht man es am nächsten Tag nicht mehr wieder.
00:35:10: sogenannte kalkulierte Risiken einzugehen, ein kleines Wagnis.
00:35:15: Du stehst ja wie kein anderer mit deinen Naturabenteuern dafür aber wie du schon sagst auch außerhalb Outdoor also Indoor geht es auch und da habe ich paar Beispiele genannt.
00:35:26: eines davon kann tatsächlich sein dass ich einfach in eine Bücherei gehe und mir blind links einen Buch greife was sich sehe wenn ich reinkomme und zum Lesen mitnehme.
00:35:39: Das bedeutet nur eine kleine Hürde und das verändert nicht sofort das Leben, aber es ist eine kleine Dosis an Ungewissheit.
00:35:47: Ich weiß nicht was ich da bekomme gebe dafür fünfzehn Euro aus oder zwanzig Und ich weiß nicht, ob es mir gefällt oder nicht.
00:35:54: Ob ich's brauche?
00:35:55: Ob's mir gut tut?
00:35:56: Aber ich lasse mich darauf ein!
00:35:57: Ein anderes Beispiel wäre das wir in einem Restaurant, indem wir sitzen vor der Speisekarte zwanzig Minuten und mit dem Versuch der Perfektion das optimale Gericht auszuwählen – wir wollen ja mal das Beste – sagen ne, ich lass' mich jetzt auf was völlig Verrücktes und Neues ein… Was komisch klingt... Ich weiß nicht.. gar nicht so wohl, das klingt doch gut.
00:36:19: Aber ich mach's jetzt einfach um was Neues kennenzulernen und dann wird man in vielerlei Situation auch merken, Mensch, das war toll!
00:36:26: Das war, will ich gleich sagen, Horizont erweitern?
00:36:29: Ich will es nicht überstrapazieren aber ist eine kleine Mehr-Erfahrung ein Plus im Leben und es kann natürlich auch sein dass sich das als Sackgasse erweist und dass man dann nacheinander denkt oh Gott das esse ich nie wieder, das sind Ordnungen... aber ich habe mich auf das Ungewisse eingelassen.
00:36:45: Ein anderes schönes Beitrag gibt so viele Möglichkeiten, ist das habe ich auch schon gemacht.
00:36:51: Einfach wenn ich Lust habe auf Theater oder Oper an dem Abend in die Vorstellung gehe, die gerade stattfindet.
00:36:58: Mir nicht das Suche von dem ich denke was ich jetzt sehen will.
00:37:01: Das finde ich ja vielleicht gar nicht.
00:37:03: Ich lass mich einfach auf das Schauspiel ein und lasse mich inspirieren.
00:37:08: Das Schöne ist dass diese Dinge nicht sehr viel Überwindung kosten weil sie vergleichsweise banal sind.
00:37:15: machen sie was mit uns.
00:37:18: Wir können das sehen, wir können es messen!
00:37:20: Es bedeutet sich auf etwas einzulassen, was man nicht vorab tausendfach überprüft hat und auf bewertet hat.
00:37:30: nach Kriterien... Man lässt sich fallen.
00:37:34: Und je öfter wir das machen, da gibt es eine ganze Reihe an guten Untersuchungen zu.
00:37:38: Je öfter wird er's im Alltag machen Das so leichter können wir im Alltag später uns auf Dinge einlassen, wenn sie unvorhergesehen passieren.
00:37:49: Also anders ausgedrückt kleine Microchanges, Mikroveränderungen machen uns stark für Makro Veränderung um Leben und das ist doch toll!
00:37:59: Wird hier im Coaching auch oft gemacht, dass so kommen Menschen mit einem Problem?
00:38:04: Ja ich weiß gar nicht genau wie du arbeitest.
00:38:06: vielleicht ist es sogar in Teilen ähnlich.
00:38:09: Kommt mit einem problem und dann werden Lösungen erarbeitet im besten Fall von der Person selbst und nicht vom Therapeuten der Therapeutin dem Coach sondern die Lösung kommt ja aus den Menschen selbst.
00:38:21: Und wenn dann so eine Idee da ist, oder manchmal ist vielleicht auch noch keine konkrete da und du gibst als Coach mal einen Impuls rein und sagst, versuch doch mal das eine Woche jetzt anders zu machen.
00:38:32: Anders zu reagieren wie du immer reagierst auf ne bestimmte Situationen.
00:38:38: Nach der Woche guckst du einfach mal, wie es ist?
00:38:40: Also probier's doch einfach mal aus!
00:38:42: Oft frame ich das genau so... Ich nenne das Experiment.
00:38:47: Lass uns zusammen ein Experiment machen.
00:38:50: Das ist viel niederschwelliger der Zugang und die Leute haben Lust, sich darauf einzulassen.
00:38:54: Wenn man von vornherein sagt ich weiß nicht wie es ausgeht aber lass uns diesen Versuch machen!
00:38:58: Die Wahrscheinlichkeit dass du was gewinnst für dich ist sehr hoch.
00:39:01: Du musst das nur probieren und wenn's nicht klappt wir bleiben Ergebnis offen dann lassen wirs halt.
00:39:06: Stattdessen wenn ich so mit erhobenem Zeigefinger dastehe und sage hey du musst dein Leben ändern oh das finden die meisten total schrecklich finde ich auch.
00:39:14: Das wirkt so endgültig ne?
00:39:15: Und so bedrohlig in seiner Größe.
00:39:18: Aber so ein Experiment, lass es mal acht Wochen.
00:39:20: Lass uns das mal anders machen.
00:39:22: Gib dich da mal rein!
00:39:23: Da haben die Leute Lust zu und sagen ja warum nicht?
00:39:26: Lass es nochmal ausprobieren kann nichts passieren.
00:39:28: Und das Interessante ist ja immer... Es geht bei diesen Experimenten ja in der Regel um das eigene Verhalten, weil das was da außen an Umständen und Bedingungen ist.
00:39:38: es kann ich ja selten selber beeinflussen.
00:39:41: Aber Ich kann ganz viel damit beeinflussend wie ich mich verhalte auch Dinge von denen ich gar nicht dachte dass sie sich dann ändern wenn ich etwas anders mache!
00:39:48: Und dafür sind solche Experimente ja gut.
00:39:50: Ja Du driffst da den Nagel auf dem Kopf, das ist der entscheidende Punkt.
00:39:54: Die Menschen versuchen immer die Welt zu verändern damit sie sich sicher fühlen.
00:39:58: Das gelingt aber nicht!
00:39:59: Die Dinge passieren so wie sie passieren und wir können nur an uns arbeiten indem wir uns eine Fähigkeit antrainieren uns flexibel anzupassen wenn uns das Leben hin und her schaukelt Indem wir eine Stärke in uns entwickeln, basierend auf vielen Erfahrungen die wir machen beginnen in der Kindheit bis heute.
00:40:22: Ja wenn es so kommt ich weiß wie ich mir helfen kann.
00:40:25: das ist die größte Ressource die wir haben unser Leben zu leben.
00:40:30: Wann ist ein Punkt, wo du sagen würdest?
00:40:31: Da sollte man sich vielleicht mal jemanden auch zur Hilfe holen.
00:40:34: Der einen dabei unterstützt oder die anderen dabei unterstütz diese Sicherheit zu gewinnen.
00:40:38: also eine gewisse Unsicherheit tragen wir wahrscheinlich alle in uns.
00:40:41: sie lässt sich ein Stück weit trainieren aber irgendwann ist ja auch so ne Naja so ein punkt wo ich jetzt hier alleine vielleicht nicht mehr klar und da wäre es auch angemessen vielleicht sich mal jemandem zu suchen sparringspartner einfach
00:40:52: Genau, genau so würde ich es ausdrücken.
00:40:54: Ich bin ein Gegner davon unsere Gesellschaft zu psychiatrisieren.
00:40:58: das mag überhaupt nicht.
00:40:59: Ich glaube dass ist kein medizinisches Problem und nicht jeder Mensch braucht da einen Therapeut oder schon gleich gar nicht ein Arzt wenn er etwas üben möchte sich sicherer zu fühlen.
00:41:09: Das ist wahrscheinlich nur in extremeren Beispielen dann notwendig.
00:41:14: aber Sprachingspartner ist schön.
00:41:16: Vielleicht kann ein Coach helfen, vielleicht auch der Lebenspartner ein guter Freund.
00:41:20: Vielleicht macht man es auch zusammen und dann macht ihr viel mehr Freude, dass man sich zusammen überlegt hey wo können wir denn hier unsere Bequemlichkeitszone verlassen?
00:41:30: Und die Dinge mal anders machen und uns auch mal bewusst in so Situationen begeben, die uns so bisschen kitzeln!
00:41:37: Das ist schon wichtig.
00:41:38: Es muss ein bisschen reizen und man muss auch dieses Gefühl der leichten Unsicherheit verspüren, nur dann ist es ein Trainingseffekt da!
00:41:45: Aber wenn man das immer wieder macht... ...dann wird man besser.
00:41:49: Ich habe das in dem Buch verglichen mit, also man nennt das tatsächlich in der Fachsprache, komplizierter Begriff entschuldigung, Unsicherheits-Toleranz-Training oder eigentlich Ungewissheitstoleranztraining, furchtbar sperrig.
00:42:02: aber es wird glaube ich klar was ich meine.
00:42:04: Und diesen Begriff des Toleranz Trainings, den kennt man auch von der von den Allergien.
00:42:12: Also du kennst ja Menschen die vielleicht gehörst du auch dazu wahrscheinlich nicht als Natur Mensch aber so Ansätze habe ich auch in mir.
00:42:18: wenn sie im Frühling die ganzen Pollen und Gräser fliegen dann kriegt man oft Schnupfen, Heuschnupfen manche reagieren total stark darauf kriegen dann auch Hautrötungen und es juckt überall.
00:42:30: und so Betroffene, die stark betroffenen hilft man durch ein Tolerantstraining in dem Dermatologen oder Allegologen diesen auslösenden Stoff.
00:42:42: In ganz leicht steigende Dosen auf die Haut bringen und sie einatmen lassen immer pöpö ganz vorsichtig Und dann reagieren Sie nicht maximal sondern nun bisschen.
00:42:54: und wenn sich daran gewöhnt haben der Organismus Dann geht man mit der Dosis etwas höher und dann präsentiert man diese Dinge ihnen wieder.
00:43:02: Und so gewöhnen sie sich schrittweise daran, das nennt man Desensibilisierung.
00:43:05: Also Sie werden durch fortwährenden Kontakt mit den Stoffen immer toleranter und genau so ist es hier auch.
00:43:14: wenn wir uns in steigenden Dosen im Leben im ganz normalen Alltag der Unsicherheit stellen dann werden wir Schritt für Schritt toleranter.
00:43:23: und das Kleinen mit Büchern oder Essen im Restaurant beginnen.
00:43:28: und hört vielleicht auf dass man Damit, dass man mit dem Camper einfach in den Süden fährt.
00:43:33: Mal gucken wohin?
00:43:35: Man kann das schön steigern!
00:43:36: Man sollte nicht direkt mit dem Maximum anfangen sondern mit dem Minimum und darauf vertrauen, dass der Organismus immer stärker wird.
00:43:43: Das passiert mit der Seele eben genauso oder mit dem Hirn wie mit der Haut.
00:43:47: Wie
00:43:48: machst du das?
00:43:49: Du hast gerade den Camper genannt.
00:43:50: was machst du wenn du dich mal zurückziehst und entweder Urlaub machst oder du machst es ja auch immer wieder mal, dass du dich ein paar Wochen raus nimmst so aus dem Alltagsgeschäft?
00:43:59: Was machst du dann?
00:44:01: Also eine Sache habe ich im Prinzip schon genannt.
00:44:03: Im Urlaub gibt es praktisch nur Unvorhergesehenes, also ich fahre völlig planlos los meistens zumindest und wenn wir irgendwo übernachten ist das Planen wir das meist erst an dem Tag selber.
00:44:14: Das kann auch sehr aufregend sein, weil es dann nicht immer klappt und das ist aber auch die Grundlage der Nährboden für viel Humor.
00:44:22: Man lacht dann auch sehr viel, weil man natürlich echt auf viel Verrücktes erlebt, wenn man plötzlich improvisieren muss.
00:44:28: Darüber hinaus habe ich eigentlich jeden Sonntag einen Tag wo ich völlig planlos in den Tag hinein lebe ich auch in Form eines Seminars nenne das auch ohne Plan Sonntag.
00:44:44: Das heißt also, ich esse wann ich Hunger habe, ich gehe ins Bett wenn ich müde bin.
00:44:47: es gibt oft gar keine Uhr die ich trage es gibt schon gar keine Verabredung Termine.
00:44:52: Ich lebe in den Tag und gucke was kommt Wenn ich plötzlich die Idee hab im Museum zu gehen auf eine Ausstellung oder auf ein Flohmarkt dann mache ich das einfach Und wenn ich jemanden treffe das Gespräch ist schön, dann gehe ich spontan mit dem Kaffee trinken.
00:45:04: Egal was da hinten dabei rauskommt!
00:45:06: Also solche Tage völlig ohne Plan sind auch so eine ganz ganz schöne Weise sich ohne großes Risiko einfach ganz banal im Kleinen sich im Alltag auf das Unvorhergesehene einzulassen.
00:45:19: Das finde ich ganz wunderschön und mag es ja... Und wo's etwas riskanter isst dass ich mittlerweile tatsächlich ob du's glaubst oder nicht Ich mach ja neben meiner Tätigkeit das Arzt und Wissenschaftler, bin ich oft auf Bühnen so wie du.
00:45:35: So haben wir uns kennengelernt.
00:45:37: Wir versuchen den Menschen was Gutes ans Herz zu legen oder ans Hirn.
00:45:41: Wenn ich eingeladen bin in Podiumsdiskussionen ... Dass ich mich mittlerweile gar nicht mehr vorbereite?
00:45:48: Das ist riskant!
00:45:49: Erst recht wenn du mit Politikern oder berühmten Menschen sprichst, große Bühne mit Kamera und so.
00:45:55: Aber ich bemerke an mir... wenn ich mich nicht vorbereite minutiös auf Fragen wie ein Drehbuch überlege, sondern mich einlasse auf die Situation und mitschwinge.
00:46:06: Was da passiert?
00:46:08: Ist es unterm Strich viel charmanter, viel schöner für die Leute auch wenn Ich mich verhasbele Wenn ich mich verhaue und mal zurückgehen muss aber mich drauf einlassen das war am Anfang hat mich extrem gekitzelt.
00:46:20: Das war nicht einfach Aber mittlerweile kann ich das ganz gut und genieße dass sehr.
00:46:24: Was du ja schon gesagt hast, du bist besser dann wahrscheinlich auch in dem was du tust.
00:46:28: Weil du aufmerksamer bist, weil du nicht bei deiner Antwort im Kopf bist sondern bei dem was die anderen Gesprächsteilnehmer sagen.
00:46:35: Du bist kreativer.
00:46:37: das ist ja genau dass wenn
00:46:38: man eine Rede hält empfehle ich immer weg vom Skript.
00:46:44: also man hat gerne ein zettel mit paar stichworten damit man irgendwie kein menschen vergisst den man gerne nennen möchte aber im großen ganzen einfach reden Und das ist so eine schöne Situation.
00:46:54: Das ist am Anfang total schwer und man will sich dann lieber wieder sicher fühlen, indem man eine Gewissheit herstellt durch ein minutiös ausgearbeiteten Plan.
00:47:05: und die Rede is immer scheiße!
00:47:08: Das ist nie locker, das ist nie schön.
00:47:10: Wenn ich ja Menschen berühren will Ich will als Chef bei einer Kick-off Veranstaltung meine Mitarbeiter motivieren oder auf dem achtzigsten Geburtstag meines Papas die Leute verzaubern Dann muss ich ich sein Und die wollen ja kein bedreutes Lesen.
00:47:25: Ja, total!
00:47:26: Das kann ich so gut nachvollziehen, weil ich das ganz ähnlich auch erlebt habe bei mir persönlich.
00:47:30: Ich war früher mal vor vielen Jahren in einem Verband von Rednerinnen und Rednern, da gab es immer Treffen.
00:47:40: Ich glaube, das war eine Dramatur in vom Theater und da ging es genau um ein Skript.
00:47:43: Und die Notwendigkeit für eine Rede, ein Skrip zu haben wie für einen Theaterspiel... ...und dann habe ich das gemacht.
00:47:49: Dann habe ich mir so ein Skrift geschrieben und dann konnte ich das auswendig halbwegs irgendwann... ...dann hab' ich mich aber immer total nicht bei mir gefühlt auf der Bühne und bei diesem Vortrag.
00:47:59: Und dann habe auch noch einen Anzug angezogen und so dachte das alles müsse man tun wenn man da vorne steht ja auf einer Büh ne?
00:48:06: Aber irgendwann habe ich Gott sei Dank gemerkt, nee, das ist es nicht!
00:48:09: Verhaspel dich lieber, wie du es gerade gesagt hast.
00:48:11: Hab man eher dazwischen aber sei authentisch und berühre die Leute dann auch emotional?
00:48:17: Und ziehe einfach das an wo du dich wohlfühlst.
00:48:20: ja und nicht ein Anzug weil du meinst musst einen Anzug an haben!
00:48:23: Wir brauchen uns auch nicht nur der Überraschung wir über wir brauchen uns Auch der Komik des Lebens.
00:48:30: Wenn wir alles ausarbeiten und planen und die komik also die komischen Momente entstehen Ja in der Regel aus dem unerwarteten.
00:48:39: Das gibt uns Freude im Herzen, das gibt wie ich eben schon sagte den Nährboden für lustige Geschichten.
00:48:44: wenn du eine Rede hältst und die geht völlig in die Hose irgendwie aber die Leute lachen dann machst du einen Gag und das ist das was du deinen Kumpels am Stammtischen der Kneipe nächste Woche erzählst.
00:48:56: und diese sich untereinander auch das heißt Also auch ganz viel lustige Momente, die uns Freude im Herzen zaubern entstehen aus Komik.
00:49:05: und die Komik entsteht nie aus dem Plan.
00:49:07: Sie entsteht immer nur wenn der Plan schief geht und wenn wir improvisieren müssen
00:49:11: Auf vielen Nebenden, also das kenne ich sogar aus dem Abenteuer erleben.
00:49:15: Wenn ich mich da manchmal so von außen betrachte in irgendeiner Situation, was machst du eigentlich?
00:49:21: Es regnet und du roppst hier und kriegst das nicht hin und findest keine Lösung und es geht alles schief.
00:49:27: Das ist tatsächlich manchmal dann sehr lustig!
00:49:30: Was ich so habe im Abenteurerleben um darauf noch mal zu kommen... für mich tatsächlich das fast wie ein befreiendes gefühl ist nicht zu wissen was kommt mittlerweile ja weil ich dann nicht mehr da ist nichts vorgegeben das schwingt ja auch damit.
00:49:46: also ich habe jetzt keine termine ich es muss mich keiner erreichen diese ganzen geräte sind aus und dieses einfach da liegt sowieso ein unbeschriebenes blatt liegen die nächsten zwei tage vor mir videos an einem sonntag dann eben oft machst so fernig die Grundbedürfnisse so abgedeckt habe.
00:50:03: Also wenn ich weiß, ich hab einen Schlaf sagt dabei der ist warm genug.
00:50:06: Ich hab irgendwie was dabei was mich vor Regen schützt dann kann ja eigentlich nichts passieren.
00:50:12: Es ist auch eine Frage die oft gestellt wird überlegt dir doch mal was ist denn das schlimmste was passieren kann?
00:50:17: In der Regel ist das nicht so wild es geht nicht ans Leben.
00:50:22: gerade bei diesem kleinen Abenteuer
00:50:24: Geben ja die Essenz genau.
00:50:26: Ja, und das ist ja in Ordnung dieser Kompromiss ist absolut in ordnung dass du sagst okay es gibt hier ein zwei dinge Die machen mich im inneren so stark aus.
00:50:35: die möchte ich einigermaßen wissen aber alles andere darf.
00:50:40: Ich würde zum beispiel auch nie in urlaub fahren ohne schokolade.
00:50:43: Das wäre sehr gefährlich.
00:50:45: Dann gibt's die fast überall!
00:50:48: Teilweise zu horrenden Preisen, da muss man gut überlegen ob man sich welche mitnimmt.
00:50:52: Das ist etwas was ich vorbereite immer mitnehme damit ich da nicht völlig seelisch aus dem Gleichgewicht gerate.
00:50:57: aber so jeder hat seine Sachen die ihm wichtig sind und das darf man auch weiterführen.
00:51:03: Aber es sollte nicht alle Aspekte des Lebens betreffen.
00:51:06: Man muss loslassen können in vielen Dingen weil man nur so auch etwas entdeckt.
00:51:11: Ich habe in dem Buch einen schönen Vergleich.
00:51:15: Früher hat man im Mittelalter Landkarten, die man von der Erde gemalt hat soweit man wusste wie das überhaupt aussieht geografisch immer mit Sehschlangen und Drachen an den Stellen bemalt wo man noch nie war Also unbekanntes Terrain galt als gefährlich.
00:51:36: Dafür stand die Sehschlange, sie war sozusagen das Symbol für Ovaiovae.
00:51:40: Das ist hier ganz übel.
00:51:41: damals besser nicht hin da waren wir noch nie.
00:51:43: dass es bestimmt Weltuntergang so und interessant ist, dass die Menschen trotz allem in der Geschichte von Jahrhundert zu Jahrhundert immer weiter expandiert sind, also die Segelschiffe sind weiter gefahren und man hat Höhlen erforscht.
00:51:57: Und man ist über Land und dann später mit Flugzeug irgendwann der gesamte Globus entdeckt.
00:52:02: und von Jahrhundert zu Jahrhundert hat das die Seeschlangen verdrängt.
00:52:07: Denn in jedes Terrain was man kennengelernt hatte, das wurde dann kartografiert da musste man keine Angst haben.
00:52:13: Da waren auch keine Seeslangen.
00:52:14: Die verschwanden dann von der Karte und jetzt gibt es keine Weltkarten mehr mit Drachen- und Seeschlagen.
00:52:19: Das finde ich ein sehr schön Allegorie.
00:52:22: Das darum geht es im Leben die eigenen Seeschlangen zu vertreiben, die immer da sind an Orten wo wir selbst noch nie waren.
00:52:32: und wenn wir diese Orte erobern und da mal reingehen und merken hey das ist alles gar nicht so schlimm ich kann hier bestehen das ist sogar toll ich habe was kennengelernt.
00:52:40: Hup!
00:52:41: Haben wir ein neues Terrain für uns erschlossen?
00:52:44: Und die Seesschlangen sind weg.
00:52:46: Es ist ein wunderbares Bild, eines mit dem wir rausgehen können hier aus diesem Gespräch.
00:52:51: Aus dieser Folge vielleicht nur die Ergänzung und es ist ja auch wichtig... diese Landkarten immer unterschiedlich sind, dass jeder so seine eigene Landkarte hat und die Seeschlangen woanders halt sind.
00:53:02: Und die eine Karte ist vielleicht mit mehr Seeschlagen versehen, die andere ein paar weniger, das wir uns auch nicht immer so viel vergleichen und sagen jetzt müssen wir das was der oder die macht ja sondern mal auf unsere eigene Land-Karte gucken aber im Kopf behalten, dass es eben da auch Andere geht und nicht immer davon ausgehen, dass alle mit unserer Karte rumlaufen
00:53:20: finde ich sehr schön.
00:53:21: ganz wichtiger Zugrads sehe ich's genauso
00:53:23: Volker, ganz herzlichen Dank für das Gespräch.
00:53:26: Ich freue mich schon auf das nächste.
00:53:27: Bin gespannt über was wir dann sprechen.
00:53:30: Vielen dank und allen unseren lieben Zuschauern und Zuschauer alles Gute!
00:53:34: Kopf hoch vor allem, gell?
00:53:35: Kopf hoch
00:53:36: raus und machend.
00:53:37: ich danke dir
00:54:50: Volker.
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