66 Seen, weniger Stress und Weitwandern in Sonntagsetappen
Shownotes
// Für Daniela war klar, dass sie etwas verändern muss, um mental nicht vor die Hunde zu gehen – „meine Welt war einfach so klein geworden”. Wandern, das war eine Option. Aber anstatt für Wochen auf einen Fernwanderweg zu flüchten, begann sie auf einem zu wandern, der in einer großen Runde einmal um ihren Wohnort führte. Immer wieder brach sie für einen Tag auf und ging eine Etappe auf dem 66-Seen-Weg in Brandenburg. Gut 400 Kilometer ist dieser Weg lang und führt durch eine erstaunliche Landschaftsvielfalt. Das Besondere an ihm: die Etappenziele und auch die jeweiligen Startpunkte sind alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Berlin aus zu erreichen. Für Daniela wurde der 66-See-Weg so zu einem ganz persönlichen Pfad der Veränderung. In dieser Folge erzählt sie davon, was er sie gelehrt hat. Sie berichtet von Begegnungen, die ihr bis heute im Gedächtnis geblieben sind, und erzählt von dem historischen Hintergrund des Weges. Es geht in dieser Folge am Ende aber gar nicht um diesen einen konkreten Wanderweg, sondern vielmehr darum, wie er zum Symbol des Aufbruchs werden kann – auch für diejenigen, die ihn nicht vor der Haustür haben ...
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// Outro-Song: Dull Hues by Lull (audiio.com)
Transkript anzeigen
00:00:00: Am Anfang läufst du durch Buchenwälder, es gibt aber diese typischen Kiefern mit sandigen Wegen.
00:00:07: Du läufest von so Seenketten entlang und dann kommt auch mal ein Abschnitt wo ruhige Flusslandschaften sind.
00:00:14: Aber das ist eine leise Natur!
00:00:16: Ich glaube nicht dass ich jetzt so eine starke Angst hatte, aber einfach so ein gewisses Unwohl sein.
00:00:22: und mittlerweile vielleicht weil ich's jetzt so gut ... Ich kenne, weil ich mir einfach der Sache so sicher bin.
00:00:29: Ist das verschwunden?
00:00:31: Und ich hab gar nicht so hart dran gearbeitet.
00:00:34: Ich geh mittlerweile auch sehr gerne alleine.
00:00:37: Diese Mauer habe ich jetzt nicht mehr in meinem Leben.
00:00:39: Also ich muss nicht darüber nachdenken, ob jemand mit mir wandern geht, sondern wenn jemand mitkommt, dann freue ich mich, weil eine schöne Zeit mit dieser Person verbringe.
00:00:48: Aber es ist, glaub ich, so ne eine Grenze weniger.
00:00:51: Bin mehr zur Gestalterin meines eigenen Lebens wieder geworden.
00:01:10: Moin und herzlich willkommen bei Freire aus dem Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer.
00:01:16: In unserem Leben.
00:01:17: ich bin Christoph Förster und nehm' dich heute mit ins Mikroabenteuer, wir starten direkt von der Haustür aus!
00:01:24: Und zwar starten wir mit Daniela Bialk.
00:01:28: Daniela ist über einen längeren Zeitraum immer wieder aufgebrochen nur tageweise zum Wandern auf einen Wanderweg.
00:01:38: Und zwar ein langen Wander Weg, ein weit Wander weg und hat in dieser Zeit, in der sie unterwegs war diesen Weg komplett absolviert aber eben immer in Mikroabenteuern, in kleinen Etappen.
00:01:54: Dieser Wanderweg heißt Sehnenwanderweg und führt einmal rund um Berlin verbindet verschiedene Sehen in Brandenburg.
00:02:05: Es geht aber gar nicht so sehr konkret unbedingt um diesen Weg, denn möglicherweise liegt er für dich gar nicht vor der Haustür und du fragst dich was soll denn dieses Gespräch mir bringen?
00:02:16: Ich lebe gar nicht
00:02:17: in Berlin.
00:02:18: Es geht um sehr viel mehr als um den Weg nach heute.
00:02:22: es geht um Selbstwirksamkeit ,es geht um selbst Erkenntnis .Es geht um Stressabbau, es geht Um Möglichkeiten aus dem Alltagstrott rauszukommen Und diesen Alltag, den wir oft als Trott wahrnehmen... so um zu gestalten, dass wir ihn eben nicht mehr nur als trotz sehen.
00:02:45: Es geht um die Vielfalt der Landschaften vor unserer Haustür.
00:02:48: es geht um Begegnungen am Rande des Weges, die durchaus auch besonders sein können selbst wenn sie nicht irgendwo weit weg stattfinden und am Ende tatsächlich diese Erkenntnis wow wie schön ist das Wie gut tut das, wenn ich auf Dinge achte?
00:03:09: Wenn ich auf mich selbst achte.
00:03:11: Wenn ich mich bewusst durch meine Umwelt begebe und wirklich die Möglichkeiten erkenne irgendwann, die ich bislang nicht erkannt habe, die ich gar nicht gesehen
00:03:23: habe
00:03:24: und gar nicht wahrgenommen habe.
00:03:26: Und weil es auch um all diese Themen geht ist es gar nicht so entscheidend dass wir jetzt über den Sechsundsechzig sehen Wanderweg sprechen, denn natürlich ein wunderschöner Weg ist, den es sich zu gehen
00:03:38: lohnt!
00:03:39: Er ist aber in unserem Gespräch vielmehr ein Symbol für all das, was er in Daniela ausgelöst hat und von dem sie erzählen kann.
00:03:52: Daniela hat auch ein Buch über diesen Weg geschrieben – Von See zu See heißt das –.
00:03:56: Daniela ist aber alles andere als ein Profi!
00:04:01: was jetzt das Schreiben, das Büchermachen betrifft und schon gar kein Profi in Selbstdarstellung.
00:04:07: Angenehmerweise!
00:04:08: Ich freue mich immer wenn hier Menschen sitzen die zum ersten Mal
00:04:12: ein
00:04:12: Podcastgespräch führen.
00:04:15: Die ganz normale Menschen sind, die für sich etwas entdeckt haben, was sie gerne teilen möchten.
00:04:22: Insofern weiß ich an dieser Stelle gerne hin auf das Buch von See zu See, von Daniela.
00:04:28: Aber es geht in diesem Gespräch gar nicht um dieses Buch und darum dass jetzt unbedingt Tausende Leute kaufen!
00:04:35: Wenn es dich interessiert dann kannst du natürlich im Newsletter nochmal den Link nachverfolgen zu dem Buch der Newsletter, der diesen Podcast begleitet.
00:04:44: Der erscheint ja immer am Sonntag und dann kannst Du abonnieren unter christophörster.com.
00:04:52: Ich wünsch dir viel Freude mit unserem Gespräch, zieh jetzt gleich den Vorhang auf für Daniela.
00:04:57: Vorher atmen wir aber noch einmal kurz tief durch!
00:05:33: Starten von der Haustür.
00:05:35: Du bist heute Morgen von Deiner Haustüre aufgebrochen hier ins Freirausstudio, freue mich dass wir uns auch persönlich gegenüber sitzen!
00:05:44: Du bist aber auf vielen deiner kurzen Wanderung die auch einen größeren Rahmen haben von Deine Haustüren aufgebrochene.
00:05:56: Wo das als erstes befindet sich denn diese haustür?
00:06:00: Ja also ich lebe in berlin Und tatsächlich bin ich dort aufgebrochen und bin ein Weg, der ... entfernen Wanderweg.
00:06:08: Der Umberlin verläuft durch Brandenburg.
00:06:12: Bin ich gelaufen nicht am Stück, sondern immer wieder in Etappen gemeinsam mit vielen Freundinnen und Freunden die mich begleitet haben.
00:06:23: Das war so mein Wanderprojekt!
00:06:25: Wie heißt dieser Weg?
00:06:27: Der heißt Sechsensechs Sehenweg.
00:06:30: Sehr schön, aber man sagt es sehr unbekannt dafür dass er einen interessanten Kontrast bietet zu Berlin.
00:06:38: Also zu diesem Orban Brandenburg generell ist ja ein sehr dünn besiedeltes Gebiet direkt zu erreichen von Berlin aus mit den öffentlichen.
00:06:50: tatsächlich ist dieser Weg und der führt dich dann direkt durch die Natur.
00:06:54: du bist direkt draußen
00:06:56: und eben von seh zu sehen.
00:06:58: Und
00:06:59: wie der Name schon sagt, ja genau
00:07:00: wobei ich gelesen habe als ich nur mal kurz recherchierte habe das es durchaus ein paar mehr sein könnten.
00:07:07: dass ist eher so auch eine symbolische zahl für einfach viele sehen die da rund um berlin verteilt liegen.
00:07:15: ich fand ganz interessant die geschichte auch dieses weges.
00:07:18: gibt ihn noch gar nicht so lange Westberliner oder jemand, der in Westberlin gewohnt hat.
00:07:27: Manfred Reschke heißt er, hat in den siebziger Jahren und das fand ich besonders interessant.
00:07:34: Ich glaube, in neunzehundsiebzig bis neunundsebzig ist er zum ersten Mal diesen Weg gegangen.
00:07:38: Ich bin selbst neunzenhundertsiebenzig geboren in West-Berlin!
00:07:44: Das heißt, es war genau quasi die Zeit als ich zur Welt kam und ich habe natürlich so aus den Erzählungen meiner Eltern.
00:07:51: Also nicht selber noch wirkliche Erinnerungen daran.
00:07:53: Ich bin da mit drei vier Jahren da weg.
00:07:55: meine Eltern haben dann nur mal eine Zeit lang gewohnt.
00:07:57: also meine eigene Erinnerung an diese Zeit sind dünn.
00:08:01: aber durch Erzählung habe ich natürlich auch ne Vorstellung von dieser Zeit Und auch davon, dass West-Berlin einfach eine Insel war und da war ne Grenze.
00:08:10: Dieser Mann Fried Reschke ist dann mit seiner Frau immer am Wochenende aufgebrochen morgens um vier an die Grenze gefahren und hat mir in der Sondergenehmigung dann in die DDR dürfen nach Brandenburg dürfen quasi auf dem weißen Blattpapier, als es diesen Weg noch nicht gab.
00:08:29: Dann so ein Kreis um Berlin gezogen von See zu See bis der irgendwann dann wieder runter war dieser Kreis und nach zwei Jahren er da zum ersten Mal einmal rum war und daraus dann dieses Weg entstand.
00:08:44: Finde ich eine ganz schöne Geschichte.
00:08:48: also hat dann
00:08:48: noch
00:08:49: viele Schleifen gebraucht bis der Weg wirklich so ein offizieller Weg war wie er heute ist.
00:08:54: Aber ja, schon damals oder damals vielleicht noch mehr als heute so eine Möglichkeit wirklich auszubrechen.
00:09:01: Ja auch übergrenzend.
00:09:03: also raus aus diesem diesem engen Berlin was West-Berlin damals ja noch viel mehr war weil da einfach ein Mauer drum war.
00:09:11: inwiefern war es für dich auch einen Ausbrechen immer wieder?
00:09:15: Oder woraus musst du ausbrechen?
00:09:18: wann hast du das Gefühl habe ich muss irgendwie immer etwas verändern?
00:09:23: Das finde ich auch eine interessante Geschichte, dass er damals den Weg gefunden hat und es nicht so einfach zu erreichen war.
00:09:30: Und praktisch der Entdecker war und auch der Pionier mit der Gründer des Weges wohl auch ein bisschen ausspioniert worden ist wurde mir dann auch erzählt weil die das ... Alle ein bisschen komisch fanden, dass da ein Westerliner jetzt durch Brandenburg spaziert.
00:09:45: Der hat sogar noch für die Bundesregierung bei der Bundesdruckerei gearbeitet.
00:09:51: Also war bei der Bundesregierung wahrscheinlich irgendwie angestellt?
00:09:54: Das weiß ich jetzt tatsächlich nicht!
00:09:55: Ich weiß nur das er passionierter Radfahrer war und dass sie ihm das nicht erlaubt haben, dass er mit seinem Fahrrad durch Brandnenburg fährt sondern dann ist er eben wandern hat er diese Gegend erkundet Weshalb ich die Schleife mache, genau.
00:10:09: Das hat nämlich auch von der Jahreszeit was mit mir zu tun.
00:10:12: Er war der Entdecker und auf dieser Basis haben die dann nach der Wende die Initiative gegründet und haben diesen Weg richtig gestaltet und natürlich markiert.
00:10:23: Den gibt's jetzt seit zweitausend und ich bin zwei tausend nach Berlin gekommen.
00:10:27: Und hab davor tatsächlich in Hamburg gewohnt ein paar Jahre und hab in Hamburg Grafikdesign studiert.
00:10:36: Damals wusste ich überhaupt noch nichts von diesem Weg, den hab' ich ja wie gesagt erst viele Jahre später entdeckt.
00:10:41: Und jetzt zu deiner Frage zurück... Ja also das war vor fünf Jahren.
00:10:46: die Situation war bei mir so dass ich schon anderthalb Jahre im Home-Office saß aus dem bekannten Gründen und es war so ein bisschen die, naja nicht nur ein bisschen Es war so die Gleichförmigkeit vom Alltag.
00:11:02: Als Grafidesignern sitzt du den ganzen Tag am Computer, am Rechner.
00:11:06: Es ist trotzdem irgendwie hetzig und stressig.
00:11:10: Also man ist sehr eng getaktet aber gleichzeitig ist es irgendwie sehr widerkehrend.
00:11:15: Und so ein bisschen dieses klassische Hamsterrad und wenn man dann auch noch im Homeoffice isoliert, so mehr oder weniger sitzt finde ich wird die Welt ganz schön klein.
00:11:25: also damals war meine Welt ziemlich klein und ich habe gemerkt Ich muss irgendwas verändern.
00:11:30: Kurz vorher war ich in Italien im Urlaub, da hatte mich unglaublich drauf gefreut.
00:11:36: Dann war dieser Urlaub vorbei und ich befand mich wieder in der gleichen Situation wie vorher.
00:11:41: Und dachte mir so ... Ja, wie komme ich im Prinzip durch den kommenden Herbst- und Winter?
00:11:48: Das war einfach eine Sehnsucht, ein Gefühl in mir, dass ich ... Aus dieser Situation raus wollte.
00:11:54: und dann habe ich recherchiert, einfach so relativ unbestimmt.
00:11:57: Und bin auf diesen Sechsundsechzehnweg gestoßen und war direkt von diesem Konzept fasziniert dass man mit praktisch Sternförmig von jedem Ort in Berlin diesen Weg erreichen kann von A nach B und dann weiter laufen kann, also in Etappen unterteilt.
00:12:18: Ich hab sofort erkannt, dass das eine super Möglichkeit ist, das immer mal wieder in meinen Alltag zu streuen.
00:12:24: Und so beiß ich nicht am Wochenende jedes zweite Wochenende loszuziehen und einen Tag draußen zu sein.
00:12:32: Es wird sich wirklich ganz einfach ein kleines Projekt an, aber es hat unglaublich einen Unterschied gemacht.
00:12:39: Jede Woche jeder zweite Woche mit einer Freundin oder einem Freund loszuziehen und dann zu gucken, was passiert.
00:12:46: Also überhaupt erst mal ... Ich hab überhaupt das Wandern wieder für mich entdeckt.
00:12:51: Also ich habe es eben in der Kindheit schon gemacht, aber viele Jahre nicht.
00:12:55: und dann zu testen ja schaffe ich thirty Kilometer welche Ausstattung brauche ich?
00:13:01: wie ist es wenn ich wenn's herbst ist uns früh dunkel wird finde ich den Weg.
00:13:05: am Anfang bin ich tatsächlich der markierung gefolgt.
00:13:08: mit so einer kleinen karte haben wir uns auch öfters verlaufen aber einfach diese sich auf etwas einzulassen was außerhalb von meinem normalen Alltag war.
00:13:19: Genau, davon bin ich so begeistert!
00:13:22: Was hat sich als Erstes verändert für dich?
00:13:27: Die erste Veränderung war tatsächlich dass ich meine Freunde und Freundin wieder mehr gesehen habe.
00:13:33: also Ich bin meistens zu zweit gegangen Und es ist eine ganz tolle Möglichkeit gewesen Für lange Gespräche sich mal wieder zu sehen, überhaupt zu sehen und dann aber tiefer einzutauchen als wenn man sich für einen Kaffee um die Ecke trifft.
00:13:49: Ja, die Gespräche verändern sich dann also.
00:13:51: am Anfang redet man natürlich über das was gerade aktuell so los ist und irgendwann geht es ein bisschen mehr um die eigene Situationen, um die eigenen Gefühle Und wirklich durch diese Kombination gemeinsam wandern zu gehen.
00:14:05: habe ich meine Freunde besser kennengelernt oder mich mehr mit den Verbunden sage ich mal so.
00:14:10: Ich habe also wirklich das Glück, dass ich auch Freunde hab die oder Freundinnen vor allen Dingen, die ich schon ganz lange in meinem Leben hab.
00:14:17: Also das sind wirklich gute Freundschaften.
00:14:20: und trotzdem muss ich sagen manchmal ist es doch so, dass man irgendwie Sachen, die man immer hat Dass man die nicht mehr so richtig nicht mehr viel Aufmerksamkeit gibt vielleicht Das fand ich, das hat mich am allermeisten ... Wir sind praktisch gegangen und haben die ganze Zeit geredet.
00:14:39: Weil es irgendwie total schön war, miteinander was zu erleben und unterwegs zu sein.
00:14:45: War das einfach?
00:14:46: Die davon zu überzeugen oder die dafür zu begeistern?
00:14:50: Gab's da erst mal so ein bisschen vorbehaltest von was wir jetzt wandern an ihren Tag?
00:14:55: Ja, da sprichste was an.
00:14:56: Tatsächlich war das ja erst mal meine Idee und meine Begeisterung.
00:15:00: aber ich bin glaube ich ganz gut darin mich an irgendwas festzubeißen und reinzusteigern.
00:15:05: Und ja also ich glaub die sind am Anfang ein bisschen mir zur Liebe mit gegangen und haben dann aber ziemlich weit gemerkt, wie gut ihn das selber tut.
00:15:13: Und ja, haben mich gefragt, wann wollen wir mal wieder wandern?
00:15:18: Es kam auch neue Bekanntschaften dazu.
00:15:19: Neue Wanderfreunde oder Freundinnen mit Nachbarn gegangen, Arbeitskollegen ... Also es war wirklich ... Dann auf einmal wurde der Kreis immer größer so, mit den ich gewandert bin.
00:15:34: Die Sorgen, die du ... Sorgen die Gedanken, die du vorher gemacht hast was brauche ich alles?
00:15:37: wie ist das wenn es dunkel wird und so.
00:15:40: Das ist ja oft so dass wir uns dann vorher viele Gedanken machen und am Ende wenn wir dann wirklich das tun da merken wir von heute mehr.
00:15:48: eigentlich so viel Gedanken gemacht hätte ich gar nicht gebraucht her wie früher loslaufen können war deshalb so wild.
00:15:53: Es ist ja auch so ergangen oder gab's vielleicht sogar Situationen wo gedacht hast wo habe jetzt nicht geplant?
00:16:00: Da hätte ich mich immer doch noch mal besser intensiver miteinander gesetzt.
00:16:04: vorher
00:16:05: Ja, also gut Brandenburg ist jetzt nicht so unglaublich gefährlich.
00:16:08: Es sind keine hohen Berge, es ist ja eher ein flaches Gebiet ...
00:16:13: Und nichtsdestotrotz machen wir uns vorher immer so gedacht, als wär's so wild?
00:16:18: Richtig!
00:16:18: Also es ist schon trotzdem immer ein Schritt aus der Komfortzone raus.
00:16:22: Was nehme ich mit?
00:16:23: wie viel pack' ich ein, wie viele Ausstattung brauche ich?
00:16:25: im Grunde braucht man ja außer gute Schuhe und ein bisschen was zu trinken.
00:16:29: Nichts... Also die erste Wanderung, tatsächlich alle allererste Wanderungen.
00:16:34: Da sind wir auch gleich mal gestandet in Brandenburg, also Sonntagabend im November.
00:16:39: Es war Nieselwetter und es war schon richtig kühl und wurde langsam dunkel.
00:16:44: Dann haben wir ein ganz nettes Café entdeckt und dann haben wir beschlossen nicht mehr den nächsten drei Kilometer noch einen Top zu machen wie die Strecke das eigentlich vorgesehen hat sondern dann dazu bleiben und von da aus zurückzufahren.
00:16:56: Und dann saßen wir so gemütlich und haben uns wirklich gefreut, dass wir jetzt so eine Belohnung mit diesem schönen heißen Tee und dieses tolle Café überhaupt entdeckt zu haben.
00:17:06: Dann satzten wir da und sprachen uns zwei Jungs vom Nachbartisch an und sagten ja ihr seid doch auch aus Berlin!
00:17:12: Also offensichtlich hat man das angesehen.
00:17:16: Wir haben erfahren, der Zug fährt nicht.
00:17:19: Die Strecke ist gesperrt und wir wissen nicht, wie wir zurückkommen.
00:17:23: Dann stellte sich raus ... Das wusste ich auch gar nicht, dass da Taxis morgens bestellt werden müssen.
00:17:29: Also das ist jetzt nicht so in Berlin-Zentrum, dass man jederzeit ein Taxi ordern kann.
00:17:36: Und dann haben wir irgendwie mit mehreren Gästen überlegt, wie kommen wir zurück?
00:17:40: Wir hätten die andere Alternative gewesen, fünfzehn Kilometer weiterzuwandern.
00:17:44: Darauf hatten wir wirklich keine Lust, weil dann im Tag schon vierundzwanzig Kilometer gelaufen sind und es hat uns dann gereicht.
00:17:50: Und dann hat sich netterweise der Besitzer von dem Café angeboten.
00:17:54: Der meinte danach ich mache eh bald Feierabend und ich fahre euch.
00:17:57: Dann hat er uns gebracht und da waren wir echt super dankbar.
00:18:01: Es war so ein bisschen das wilde, weite Brandenburg.
00:18:04: Wir hatten wirklich ein bisschen Sorge, da zu stranden und waren total froh wieder in Berliner S-Bahn, Sessel zu sinken und zurückzukommen.
00:18:13: Geschichten, die am sonst hängen bleiben von irgendwelchen Backpacking-Reisen irgendwo in den Anden.
00:18:22: In einem Dorf wo du dann gestrandet bist oder fest hingst und es dann doch irgendwie noch eine Lösung gab.
00:18:29: Und selbst so was ist dann im Brandenburg zu erleben wenn man sich drauf einlässt.
00:18:35: Vor allen Dingen auch das finde ich schön dann in Kontakt kommt mit den Menschen und gemeinsam versucht Lösungen zu finden.
00:18:42: Das ist ja auch etwas was mit Sicherheit immer wieder passiert ist.
00:18:46: Du wirst ja vermutlich nicht, also mit Scheuklappen und Musik im Ohr und bloß nicht rechts oder links gucken, da langgestiefelt sondern...
00:18:56: Ja richtig!
00:18:56: Hoffe ich zumindest für dich dass du in einem anderen Kontakt hattest.
00:19:01: Richtig, ich hatte natürlich in Begegnung auch sehr interessante Begegenungen.
00:19:04: Aber ich hab so ein bisschen ... Ich bin den Weg mittlerweile.
00:19:08: Also es ist wirklich zu meiner Freizeitbeschäftigung geworden schon dreimal gelaufen und ich habe richtig gesehen wie sich das verändert hat.
00:19:15: Also am Anfang standen eben logistische Fragen oder vielleicht auch, dass gemeinsam zu zweit wandern im Vordergrund und als ich das zweite Mal rum bin habe ich wirklich gesehen es sich so meinen Blick weitet.
00:19:28: also ich hab vielmehr nach links und rechts geguckt und vielleicht ist auch kein Wunder, dass ich besonders dann Leute getroffen habe mir mehr Zeit genommen habe, stehen zu bleiben und wirklich dann auch die Geschichten zu hören.
00:19:40: oder manche Sachen haben sich eben auch zufällig ergeben.
00:19:44: Es gibt natürlich überall total interessante Leute.
00:19:48: an Brandenburg muss man dazu sagen ist das Besondere dass es da sehr wenig los ist.
00:19:53: also das ist eigentlich das was man wenn man aus der Stadt kommt so genießt.
00:19:56: und ja da gibt es ziemlich viel Vorbehalte von den Berliner gegenüber den Brandenburgern und von dem Brandenburgen in die andere Richtung.
00:20:04: Es ist irgendwie so von außen drauf betrachtet, würde ich sagen.
00:20:06: Also wenn man dann da ist und mit den Menschen spricht ... es gibt überall so wahnsinnig Interessante und tolle Menschen Und auch Menschen die ihr eigenes Leben in die Hand nehmen und sich engagieren So Herzensprojekte umsetzen wie zum Beispiel was ich eben erzählt habe der Marco also von dem Café Seine Frau hat eben dieses Café über Fast zwanzig Jahre lang haben die gemeinsam das Haus renoviert, das war eh mal ein Postamt gewesen.
00:20:36: Und dann zu DDR-Zeiten einen Konsum und haben das relativ runtergekommen, verrammelt gefunden und haben da eben einen wunderschönen Ort daraus geschaffen.
00:20:45: Andere Begegnungen waren zum Beispiel das Zufälle... den Weg runtergegangen und haben gedacht, was liegt denn da?
00:20:55: Es war so ein relativ grader Weg.
00:20:56: Man konnte schon sehr weit gucken.
00:20:58: Wir haben gesehen, irgendwas Buntes ist rechts am Wegesrand.
00:21:02: Ich hätte sofort Sorgen, dass da etwas passiert sein könnte.
00:21:05: Als wir näher kamen, sahen wir eine junge blonde Frau am Wegensrand.
00:21:11: Dann kamen wir nähr und dann merken wir ... Der geht's gut, also die hat dann die Augen aufgemacht.
00:21:17: Das ist die Anne und die Anne war unterwegs, sie hat ein paar Tage sich frei genommen um Pilgern zu gehen.
00:21:24: Und das hatte die Tage vorher wahnsinnig viel geregnet und an dem Tag schien endlich die Sonne!
00:21:29: Die hatte sich einfach an diesem Schnur-Gradenweg rechts ins Moos gelegt und hat sich da irgendwie die Sonnen ins Gesicht scheinen lassen.
00:21:39: Wir hatten natürlich erst mal Angst und dachten, da ist was passiert.
00:21:42: Und sie wiederum war ganz entspannt bei sich und hat den Moment genossen.
00:21:50: Dann sind wir auch länger ins Gespräch gekommen, sind heute noch in Kontakt.
00:21:54: Weil sie erzählt hat, warum sie diesen Pilgerweg gegangen ist, dass sie so ein bisschen auf der Suche war nach einer inneren Eigenkehr.
00:22:02: Das ist zum Beispiel eine Begegnung wie wir hatten.
00:22:06: Ein Pilgerweg, der diesen Weg kreuzt?
00:22:08: Was ist das für ein Weg?
00:22:10: Ja genau.
00:22:10: Es gibt ja mehrere Jakobswege, die auch durch Brandenburg führen und dass es einfach ein kleines Stück der Paralleläuft.
00:22:17: Das ist der Via Imperi.
00:22:20: Der läuft von Berlin nach Stettin und auf diesem Weg quasi unterwegs und wir haben uns genau da getroffen, wo diese beiden Wege parallel laufen.
00:22:29: Der Sechsundsechzigsee-Wanderweg ist gut vierhundert Kilometer.
00:22:34: Also, ich hab gemessen, vierhundertfünfzig bin ich immer gelaufen.
00:22:37: Genau er wird mit Vierhundert angegeben aber er ist ein bisschen weiter.
00:22:41: So wie es vielleicht auch dann ein paar mehr sehen sind, aber so um und bei... Und ist aufgeteilt.
00:22:47: du hast ja schon gesagt das ist besondere daran in so Tagesetappen die eben auch von Berlin aus alle Stern für mich erreichbar sind wo man auch dann vom Endpunkt wieder gut weg kommt.
00:22:58: Wie viele, das könnte ich jetzt rechnen.
00:23:01: Nicht unbedingt, da kommt ein bisschen drauf an wie lange so eine Tages-Etappe ist.
00:23:05: Wie viele Tages-Etappen sind es dann bei ... Vierhundert?
00:23:09: Vierundfünfzig
00:23:09: Kilometer?
00:23:10: Ja also der Weg ist unterteilt in siebzehn Etappen.
00:23:13: Ich habe immer eine von diesen Etappem noch mal unterteilt weil die wahnsinnig lang war und am Ende nur einen einzigen Bus den man erreichen musste.
00:23:20: Das war dann immer so ein bisschen knifflig.
00:23:23: Der wurde aber vor kurzem Vor einem halben Jahr noch mal neu unterteilt in mittlerweile zwanzig Abschnitte.
00:23:31: Also die haben ein bisschen versucht, die längeren Etappen zu unterteilen.
00:23:37: im Durchschnitt sind die meisten Etappens, sag ich mal ungefähr achtundzwanzig Kilometer.
00:23:40: es gibt welche die sind so dreißig manchen ein bisschen kürzer.
00:23:45: Das Konzept, dass die Veränderungen, die sie jetzt gemacht haben, das ist noch nicht ganz zu Ende gedacht.
00:23:49: Weil die langen Etappen immer noch im Süden sehr lange geblieben sind.
00:23:53: Es gibt schon auch die Möglichkeit diese Etappe zu unterteilen.
00:23:57: Also dann muss man ein bisschen mit dem Nahverkehr puzzeln, dass man dann entsprechend die Busse erwischt und am Wochenende fahren die natürlich wie öfters aufm Land seltener als jetzt in Berlin oder unter der Woche.
00:24:09: Ja genau also es gibt diese siebzehn Etappens Die sehen, weil du das jetzt schon zweimal geschreitest.
00:24:14: Also es sind offizielle Sechsensechzehn und das ist auch tatsächlich ein reiner Marketing-Titel der damals gewählt wurde, weil er schön klingt.
00:24:22: Es sind weit mehr als doppelt so viel, ungefähr ich würde sagen, hundertfünfzig.
00:24:26: Und dann ist auch ein bisschen die Frage was zählt man noch mit dazu?
00:24:29: Also das sind die Seen ... Vielleicht nicht so entscheidend damit.
00:24:34: Ja genau, es ist aber die Besonderheit von Brandenburg.
00:24:38: Das ist ja sogar das sehnreichste Bundeslernland, das wir haben und dass es so diese vielen Sehen gibt... also ich komme ursprünglich aus dem Rheinland da gibts mal einen Baggersee.
00:24:51: diese Unterschiedlichkeit ansehen, ist schon unglaublich besonders an Wandenburg.
00:24:56: Also es ist mir auch bei den Wanderungen dann einfach nochmal deutlich geworden – auch die Vielseitigkeit der Natur!
00:25:06: Es ist sehr wunderbar.
00:25:07: wenn du einmal rumläust, dann siehst du wirklich ganz verschiedene Gebiete.
00:25:14: Am Anfang läufst du durch Buchenwälder, es gibt aber diese typischen Kiefern mit sandigen Wegen.
00:25:22: Du läufest an Seenketten entlang und dann kommt auch mal ein Abschnitt wo so ruhige Flusslandschaft sind als zum Beispiel in die Spree der Begegnisse also eine natürliche Version der Spree.
00:25:33: Dann gibt es Seen, die entstanden sind weil Kalk abgebaut wurde aus Kalk-Tagebau.
00:25:40: Es gibt Seen die aus dem Gipsbau entstanden.
00:25:43: Es gibt sehr viele kleine Fließe oder auch teilweise morige, sumpfige Gebiete.
00:25:52: Und es gibt natürlich die Havel, die dann wiederum eher in so einem Betonkanal praktisch langgeleitet wird ... Also der Havelkanal hab ich lange geredet aber ich bin wirklich total begeistert von dieser Unterschiedlichkeit, Manchmal noch pro Etappe ändert.
00:26:11: Das ist echt eine Vielseitigkeit ...
00:26:13: Obwohl das Höhenprofil ja jetzt nicht so wahnsinnig ist, dadurch dass viel Wasser ist wird sich das wahrscheinlich alles auf einem Level bewegen und trotzdem dann so eine Unterschiedlichkeit.
00:26:24: Ja genau!
00:26:25: Aber es ist ne leise Natur also Atem beraubend, sondern es ist eher so eine Natur, wo man durchatmen kann.
00:26:34: Wo man dann einfach ein bisschen genauer hinguckt und merkt, welche Schönheit da drin steckt.
00:26:39: Höhenmeter haben wir ... Auf dem Weg, hundertundfünfzig Meter ist der höchste Berg.
00:26:45: Das ist schon mal höher als die Höchstenberg-Hamburgs?
00:26:48: Ja!
00:26:48: Wie hoch ist der?
00:26:49: Ich glaube, einhundertsechzehn Meter haben wir für den Hasselbrack.
00:26:55: An diesem Weg liegen ihre Auna Berge.
00:26:57: also es sind nicht die Höchenberge in Brandburg.
00:27:00: Die sind zweihundert Höhenmeter hoch aber eben an dem Weg Und ansonsten gibt es Aussichtstürme.
00:27:08: Die hab ich dann auch immer gerne angesteuert, weil's natürlich wunderbar ist, wenn man Hof zu klettern und mal ein bisschen ...
00:27:14: Weit
00:27:15: gucken zu können?
00:27:15: Und diese Seenlandschaft von oben zu sehen!
00:27:18: Welcher ist dein Lieblingssee?
00:27:22: Der bei mir relativ in der Nähe ist der Liebnetzsee.
00:27:25: Der is im Norden von Berlin.
00:27:28: Und auch ein See, der aus der von der Eiszeit übrig geblieben ist.
00:27:31: Ein eiszeitlicher See, das ist ganz klar sehr kalt und wunderschön.
00:27:37: Also leuchtet fast so bisschen türkis im Sommer natürlich auch entsprechend gut besucht.
00:27:43: aber es gibt immer wieder Momente wo man auch Ruhe findet und das wirklich immer noch.
00:27:47: mein Liebdingssee
00:27:48: springst du dann schon mal ins Wasser bietet sich ja an auf so einer Wanderung.
00:27:55: Ich bin ganz viel im Herbst und Winter am Anfang gelaufen, fand das auch toll um mehr Tageslicht abzubekommen.
00:28:02: Dann natürlich auch im Sommer.
00:28:05: ich habe ein paar Badestops gemacht aber weniger als man so meinen könnte weil es wenn man dann die Oder wie auch immer, welche Länge man gerade hat schaffen möchte.
00:28:15: Dann ist so ein ganz ausgedehntes Baden dann nicht zeitlich, es ist eine tolle Möglichkeit und das ist die Besonderheit des Weges aber es ist ebenso schön daran vorbeizulaufen um aufs Wasser zu gucken.
00:28:31: Ich habe mal gelesen dass ja vom Wohlfühleffekt also von positiven Effekten der Natur wie wir alle wissen, der Wald einen sehr großen Effekt auf uns hat.
00:28:44: Aber besonders das Wasser wird immer mehr von der Wissenschaft ins Auge fass, dass es Wasser ein besonderes Wohltüten-Effekt auf unseren Körper und Geist hat.
00:28:54: Das fand ich ganz interessant!
00:28:55: Und das Menschen die am Meer leben zum Beispiel sogar länger leben und man versucht auch Wasser immer mehr in den Städtebau zu integrieren weil das etwas ist... Ganz genau wissen sie noch nicht Woran stickt, aber man kann natürlich vermuten.
00:29:10: Es liegt an der Farbe blau oder einfach ... Der weite Blick die Ruhe das ist dass wir
00:29:16: meist kommen ja ganz viele Sachen zusammen, die wir dann versuchen so wissenschaftlich auseinander zu dröseln.
00:29:21: Aber das eine bedingt es andere.
00:29:23: Aber nicht umsonst heißt es wahrscheinlich gibt ja diese Blue Zones auch, die irgendwann mal herausgefunden wurden wissenschaftliche.
00:29:31: wo leben die Menschen eigentlich am längsten?
00:29:34: und es sind auch Ich glaube, alles.
00:29:37: Regionen am Meer.
00:29:40: Klar!
00:29:41: Wasser macht ganz viel mit uns und ist sehr total spannend inwiefern sich die Natur dann auch auswirkt auf unser Wohlbefinden.
00:29:48: Und das ist auch was, was du erfahren hast, dass du dich wohler gefühlt hast?
00:29:55: Also was mit deinem Stresses der auch runtergegangen durch diese Wanderung?
00:29:59: Ja definitiv also ich bin gar nicht so gut darin Pausen zu machen, so ganz grundsätzlich.
00:30:07: Umso schöner, dass ich das Wandern für mich entdeckt habe und ich merke, dass die Natur ja mich erdet.
00:30:14: also wenn ich in der Natur bin werde ich ruhig.
00:30:17: Ich bin viel mehr im hier-und jetzt.
00:30:20: Ich komme bei mir selber sozusagen an.
00:30:23: Ich verbinde mich mit mir selber Und ich bin auf einmal klarer.
00:30:29: Wie lange hält es denn an?
00:30:32: So nach einem Tag, wann dann zurückkommst.
00:30:34: Ist ja sofort in die Haustür wieder rein, Schalter umgelegt und wieder im Stress?
00:30:38: Oder hält das ein wenig
00:30:40: vor?
00:30:41: Ja, das wirkt natürlich mit in den Alltag rein.
00:30:44: Also am Anfang bin ich ja vor dem Alltag geflüchtet ... Ich bin nicht gefluchtet, aber es war ein Weg von.
00:30:52: Und irgendwann habe ich gemerkt, dass war so'n Hinzu zur Natur zu diesen ... auch zu Brandenburg und so dem, was ich da erlebe.
00:31:01: Ja das alles, was es mit mir macht, die Natur und die Erlebnisse, das wirkt definitiv auch in den Alltag.
00:31:08: also Ich bin insgesamt jetzt auch bei mir selber ein bisschen mehr angekommen dadurch dass sich das so regelmäßig... Ich habe im Prinzip mit Wandern etwas gefunden, was mir unglaublich viel Freude macht was total wertvoll ist.
00:31:25: Es lohnt sich für jeden darüber nachzudenken, was macht einem Freude?
00:31:29: Was gibt einem praktisch Energie?
00:31:31: Was sind so die Energiequellen?
00:31:33: Weil dann kann man in stressigen Zeiten darauf zurückgreifen und weiß ganz genau, das ist meine Energiequelle.
00:31:40: Und ich muss sagen, Wandern is'n meine Energiequelle weil es Bewegung iß aber auch Natur... Ich bin unglaublich naturverbunden!
00:31:52: auf dem Land aufgewachsen im Westerwald in der Nähe von Koblenz.
00:31:56: Aber auch meine Freundin, also meine Freundschaften.
00:32:00: das ist auch etwas was eine Kraftfälle für mich ist und wiederum auch Zeit alleine zu verbringen Das ist auch super wertvoll für mich.
00:32:10: Was ja aber am Anfang als du aufgebrochen bist dieses Projekt sozusagen anzugehen Da hast du ja gesagt, du wolltest ganz gerne immer jemanden dabei haben und ein Stück Sicherheit dir damit auch schaffen.
00:32:25: Und gar nicht unbedingt alleine los!
00:32:28: Hat sich das geändert?
00:32:30: Ja also... Es waren zwar meine Freundinnen und die Gespräche, weshalb ich ... die dann alle überredet hab mitzukommen.
00:32:38: Aber wahrscheinlich war es unterschwellig auch, dass ich nicht so gerne alleine laufen wollte.
00:32:42: Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, dass sich da allein durch Brandbock irgendwo durch die Wälder laufe.
00:32:47: Das kam mir gar nicht in den Sinn.
00:32:50: Und ... Ja, das wird natürlich öfters mal diskutiert.
00:32:54: Auch bei der Anne, die ich eben erzählt hab von der Pilgerin war ja alleine unterwegs.
00:32:59: und es war auch die erste Frage, die sie gefragt hat, hast du denn keine Angst, alleine unterwegs zu sein?
00:33:04: Und die war ganz unbeschwert und hat auch gesagt ne, habe ich nicht werde ich öfter gefragt und ich glaube nicht dass sich jetzt so eine... starke Angst hatte, aber einfach so ein gewisses Unwohlsein.
00:33:17: Und mittlerweile, vielleicht weil ich's jetzt so gut kenne, weil ich mir der Sache so sicher bin ... ist das verschwunden und ich hab gar nicht so hart dran gearbeitet.
00:33:30: Jetzt muss ich mich mal alleine trauen!
00:33:33: Sondern es ist automatisch gekommen.
00:33:35: Ich geh mittlerweile auch sehr gerne alleine.
00:33:39: Wanderung.
00:33:39: Ich bin jetzt vor kurzem in Italien gewesen, eine Woche an der Amalfik-Küste wandern und da bin ich ganz bewusst auch alleine aufgebrochen weil ich dann mich mehr mit mir verbinden kann und in meiner Energie bleibe und meiner Stimmung und einfach so ein bisschen mehr... bei mir ankommen kann.
00:33:59: Interessant, dass sich das über die Zeit verändert hat ohne dass ich da als Thema draus gemacht habe so ein großes.
00:34:05: Total!
00:34:06: Auch interessant ist offenbar dann Prägungen da sind, die ich vielleicht auch als Mann nur so bedingt nachvollziehen kann, dass immer Sachen gesagt werden schon als kleines Mädchen vermutlich und sie sich verfestigen unbewusst.
00:34:23: Man weiß gar nicht warum wir jetzt nicht alleine los?
00:34:26: Ja, das stimmt.
00:34:28: Vielleicht laufen wir auch alle so ein bisschen weg vor der Einsamkeit.
00:34:32: Wahrscheinlich nicht.
00:34:33: Weil wir ja sehr viel um uns herum haben an Trubel und dass dann auch gewöhnt sind ... schnell mal so digital dann uns ablenken, also dieses wirklich allein sein mit sich und jetzt nicht ein Podcast ins Ohr stecken oder so.
00:34:51: Da müssen wir uns teilweise, finde ich wieder ein bisschen daran erinnern.
00:34:54: Also ich meine, ich will gar nicht so moralisch denken, sondern ich musste mich daran erinnern hier genau.
00:35:00: Und das ist ... dass ich das als Frau habe ich natürlich dieses Sicherheitsthema nochmal extra.
00:35:05: Beides ist es.
00:35:08: Ich will da gar nicht... jetzt künstlich da so Unterschiede aufmachen.
00:35:13: Ich glaube, es gibt sie einfach und ich finde es immer total spannend auch zu erfahren wie's dann ist wenn man vielleicht ein bisschen anders geprägt ist unbewusst weil ich das ja gar nicht so nachvollziehen kann was bei mir vielleicht dann unterschied ist.
00:35:29: Es sind Grenzen die einem so ein bisschen gesetzt werden oder vielleicht eingeredet werden oder die man selber befolgt.
00:35:37: Das kann ich jetzt nur von mir selber sagen.
00:35:39: Und ich hab das Gefühl, seit ich gar kein Problem oder kein Thema damit habe, dass meine Welt einfach größer geworden ist.
00:35:48: Diese Mauer hab ich nicht mehr in meinem Leben.
00:35:50: Ich muss nicht darüber nachdenken, ob jemand mit mir wandern geht, sondern wenn jemand mit kommt, freu ich mich, weil ich eine schöne Zeit mit dieser Person verbringe.
00:35:59: Aber es ist so ne eine Grenze weniger geworden.
00:36:04: Ja, wie mit der Höhe.
00:36:05: Um das zu ergänzen ist das gleiche Thema in Brandenburg.
00:36:08: Braucht man keine Höhenangst zu haben?
00:36:10: Aber auch da hatte ich immer so ein bisschen Respekt.
00:36:13: und gerade war ich eben in Italien unterwegs und da ging es ziemlich tief runter.
00:36:17: Und dann dachte ich mir auch so ja ... Es macht jetzt gar keinen Sinn, dass sich da weiter drüber nachdenken, weil ich muss diesen Weg jetzt weitergehen!
00:36:25: Und dann mal tief einatmen und dann geht's auch.
00:36:28: Das kann ich auch sagen für mich selbst nicht, das ist auch keine Grenze.
00:36:32: Es sind manchmal die selbstgemachten Grenzen, die einen dann so klein halten in seiner Welt.
00:36:38: Und bin ich immer total happy, wenn ich mich da mal selber pushe und darüber hinauskomme.
00:36:45: Ist es für dich immer gesetzt, dass du abends wieder nach Hause fährst?
00:36:48: Wenn du dem Sechsensechzig-Sehnenwanderweg gehst?
00:36:51: oder hast du auch schon mal gestanden gesagt ... Jetzt will ich eigentlich gerne, aber das will ich gar nicht nach Hause!
00:36:56: Also gedacht habe ich's schon ganz oft.
00:36:58: Ich hab tatsächlich nur einmal da übernachtet Das ist ganz bewusst.
00:37:02: Es war schön in so einem Baumzelt, das wurde am Rand von einem Campingplatz angeboten und da konnte ich bei dem See blicken.
00:37:11: Das war toll der Sonnenuntergang, den man mitbekommt und morgens der Sonneaufgang.
00:37:17: Und ja, das war dann aber eine ganz bewusste Entscheidung und ursprünglich waren es immer die Tagestouren.
00:37:24: Es ist auch verführerisch zu denken ... wäre doch toll, wenn jetzt jeder Tag so aussehen würde.
00:37:29: Wäre doch toll ,wenn ich noch eine längere größere Tour machen
00:37:32: würde.".
00:37:33: Das ist vermutlich dann gar nicht angebracht sondern es geht ja darum dass du eben das hast schon gesagt deine Alltag veränderst, dass du es in den Alltag einbauen kannst.
00:37:44: Und das ist natürlich sehr viel einfacher möglich, um zu sagen ich gehe nur einen Tag und bin abends wieder zu Hause.
00:37:49: Ich muss mir keine großen Gedanken machen darüber wo komme ich unterwiesen am nächsten Morgen was muss ich ja noch wieder mehr mitnehmen usw.
00:37:56: Es ist ja ganz einfacher Zugang.
00:37:58: Das finde ich so schön an dieser Idee und deiner Geschichte Deine Geschichte mit dem sixen sechzig sehen Wanderweg Du hast es eben gesagt Du auch im Alltag dich, dich verändert hast und da auch anders unterwegs bist.
00:38:14: Auch das finde ich einen interessanten Aspekt.
00:38:17: nicht nur zu sagen pass auf Ich lade das ist etwas was wir oft sagen ich lad mein Akku auf.
00:38:23: Und jetzt Menschen die jetzt nicht immer mal wieder eine Tageswanderung machen Die versuchen dass dann im großen Sommerurlaub zu machen und dann ist der Akku aber relativ schnell wieder leer und Dann läuft man sehr lange auf sehr niedrigen Energielevel durch den Alltag.
00:38:38: Und mit so Tageswanderung kriegt man es dann hin, den Akku öfter aufzuladen immer wieder.
00:38:45: Aber das ist eben nicht nur ein ... Ich geh raus, lade einen Akku auf und hoffe, dass es jetzt reicht bis zur nächsten Woche.
00:38:50: Dann lade ich ihn wieder auf.
00:38:52: Sondern dass wirklich auch was passiert mit einem selbst.
00:38:56: Dass die Haltung sich verändert.
00:38:58: Immer wenn die Haltungen sich verändern, die sicher auch zeigt in anderen Situationen und im Alltag.
00:39:07: Richtig ja!
00:39:08: Also ... durch diese kleine Idee hab ich gemerkt, dass mein Leben so mehr an die selber in die Hand nehm.
00:39:16: Ich bin mehr zur Gestalterin meines eigenen Lebens wieder geworden.
00:39:21: Das gelingt mir nicht immer natürlich!
00:39:23: Ich bin auch ein Job und hab zwei Kinder, praktisch mit äußeren Anforderungen und von den inneren Ansprüchen.
00:39:33: Die habe ich auch.
00:39:34: Aber es ist tatsächlich dieses Gefühl, Man überlegt sich eine Idee, ich hab sie geplant und dann auf einmal umgesetzt und mit Leben gefüllt.
00:39:46: Das macht was ... Da hat etwas mit mir gemacht.
00:39:50: Also ein Gefühl von ... Ja, eine Selbstwirksamkeit also wirklich vom Gestalterin des eigenen Lebens weil das gut funktioniert hat weiß ich jetzt.
00:40:01: Ich muss drauf achten, was brauche ich eigentlich?
00:40:03: Und dann überlege ich mir, was könnte mehr da ... dafür eine gute Idee in den Sinn kommen.
00:40:09: Und das ist dieses selbstbestimmte Selbstwirksamkeit, was es angestoßen hat oder verändert
00:40:16: hat.".
00:40:18: Du hast ja auch deine beruflichen Leidenschaften mit auf den Weg genommen.
00:40:23: Du hast gesagt du bist Grafikerin, Grafikdesignerin, Fotografierst aber auch gerne ... Das hast du da getan?
00:40:30: Richtig, richtig.
00:40:32: Also ich hab im Studium tatsächlich auch schon sehr viel fotografiert und habe das auch wieder so ein bisschen ... also nicht vergessen aber nach hinten geschoben und wieder für mich entdeckt.
00:40:41: Dieses Fotografieren ist dann noch mal eine besondere Verbindung zur Natur.
00:40:46: Die Schönheit der Natur, man guckt da ja nochmal genauer hin wenn man fotografiert.
00:40:52: Das hab ich entdeckt.
00:40:53: Ich hab aufgrund meiner Begeisterung einen Buch daraus gemacht.
00:40:58: nicht meine Geschichte erzählt, sondern von diesem Weg um anderen Leuten von diesen Weg zu erzählen.
00:41:03: Weil ich finde das der ein bisschen Unbekanntes und auch unterschätzt meines Erachtens.
00:41:07: Und dann hab' ich auch geschrieben... Das ist jetzt wirklich nicht das was ich als meine Kernkompetenz eingeschätzt hätte aber es hat mir total viel Spaß gemacht zu schreiben!
00:41:21: Es hat mich total viel Spass gemacht Leute zu Interviewen.
00:41:25: Also die Leute, denen ich begegnet bin ... Die hab ich dann wieder getroffen und sie gefragt, ob sie nicht Lust hätten, dass ich mal mit ihnen ein Interview machen könnte.
00:41:35: Zum Beispiel hab ich den Herr Dannfeldt getroffen.
00:41:38: Und er ist ein ehrenamtlicher Mitarbeiter am Grenzturm in Hennigstorf an der Mauer stand.
00:41:46: Seine Geschichte war, dass sein Vater Förster war.
00:41:49: Die Försterei war direkt hinter der Mahr.
00:41:53: Er hat also im Sperrgebiet rund um die Mauer gelebt und seine Kindheit verbracht.
00:42:00: Und er hat dann aus diesen Erlebnissen erzählt, weiß alles genau wie die Mau verlaufen ist.
00:42:08: Hat auch diese Geschichte mitbekommen, wie sie immer weiter befestigt wurde so dass irgendwann eine Flucht unmöglich wurde.
00:42:16: Und der musste zur Schule immer durch ... an Grenzposten vorbei, hat aber auch gesagt ja es war für ihn normal.
00:42:24: Es war seine Kindheit und das ist nicht jetzt nur schlecht gewesen.
00:42:30: Das war ein geschützter Raum in dem er aufgewachsen ist.
00:42:34: Er hatte einen sehr differenzierten Blick darauf und der ist dann nachher später zum Rettungsdienst gekommen und es hat Krankenwagen gefahren auch Fluchtsituationen mitbekommen.
00:42:47: Das war noch zur DDR-Zeit, da wurde er mal gerufen als ein Autofahrer beim Fluchtversuch in Stolpe gegen einen Betonpfeiler gefahren ist und er es dann als Rettungsdienst gerufen worden hat ... Der Mann hat sogar überlebt, hat den damals eben erste Hilfe geleistet und ins nächste Krankenhaus gebracht und wurde dann verpflichtet nicht darüber zu sprechen über diesen Vorfall.
00:43:13: Genau also er hat ein ziemlich Differenziertes Bild zu dieser Zeit und auch zu seiner eigenen persönlichen Geschichte, das finde ich total großartig da hinzugehen.
00:43:25: Er hat ein kleines Museum mit Ausstellungspräparaten gibt es da und er hat dann als Zeitzeug viel zu erzählen.
00:43:32: Es gibt andere Leute die auch von der Geschichte da erzählen.
00:43:36: Dafür musst du aber wahrscheinlich gar nicht unbedingt jetzt als Journalistin oder als Buchautoren da auflaufen und sagen ich schreibe hier im Bury möchte mal was wissen, sondern kannst theoretisch also jeder kann den ansprechen weil das finde ich an dieser.
00:43:52: An dieser Idee auch schön zusammen.
00:43:54: pass auf.
00:43:55: Unabhängig davon, ob da jetzt ein Buch nur an du hast einen guten Verlag gefunden für dein Buch ist ein ganz tolles buch geworden sieht super aus.
00:44:02: ich finde es immer toll wenn Bücher schön sind und das ist dieses Buch.
00:44:07: aber selbst wenn das noch nicht klar ist wenn dass noch nicht alles eingetütet ist mit so einer journalistischen Haltung durch die Gegend zu gehen und zu sagen Ich würde gerne hier was wissen.
00:44:18: also mit einer Neugierde.
00:44:20: Ich glaube, das macht auch noch mal einen Unterschied.
00:44:23: Man muss dann nochmal anders unterwegs und man stellt vielleicht ja nochmal mehr Menschen Fragen oder spricht überhaupt noch einmal mehr Menschen an und guckt genau hin?
00:44:30: Also ich bin einfach tiefer in die Gespräche eingestiegen.
00:44:36: Ich weiß gar nicht ob ich das nur wegen des Buchs gemacht habe oder auch schon vorher als ich dann schon mindestens zum zweiten Mal eben rumgewandert bin.
00:44:45: mich interessiert das tatsächlich.
00:44:47: Also jemand, der sich in seiner erst jetzt Rentner engagiert, ehrenamtlich engagiert und genauso gibt es auch andere Leute.
00:44:57: ich habe eine Frau getroffen die sich für einen Umweltschutz einsetzt.
00:45:01: also in Brandenburg gibt's ja wie gesagt sehr viele Sehne.
00:45:05: aber Brandenburger ist gleichzeitig auch das niederschlagsärmste Bundesland und hat ein enormes Wasserproblem.
00:45:11: vermutet man gar nicht so auf den ersten Blick.
00:45:14: Der Weg führt an dem Straußsee vorbei und das ist einer von mehreren Seen entlang der Strecke oder auch in Brandenburg, die tatsächlich an Wasser verlieren.
00:45:25: Und das erheblich!
00:45:27: Also der hat in den letzten neun Jahren anderthalb Meter an Höhe verloren ist ein riesengroßer See.
00:45:38: Da stehen so richtig die Stege in der Luft.
00:45:40: und da habe ich eine Frau getroffen, die engagiert sich in einer Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straußsees Und mit ihr hab' ich mich länger unterhalten und sie hat dann von ihrer Arbeit erzählt, sich dafür einzusetzen, hat so schön gesagt dass Sie möchte sich für etwas erhalten solange es noch da ist und sagt auch ja einen Einmensch kann so viel bewegen und so viel erreichen, viel mehr als man selber glaubt.
00:46:09: Das waren ihre Worte und das fand ich total schön und die setzt sich wirklich sehr unermüdlich ein.
00:46:14: auch in diversen politischen Gremien muss man da arbeiten um eben Fokus und Aufmerksamkeit für dieses Problem zu generieren und auch dass sich etwas... verändert, oder dass man einfach eine konstruktive Lösung für das Problem findet?
00:46:30: Auf mehreren Ebenen doch auch eine hervorragende Bildungsmaßnahme so was zu machen und ein Projekt anzugehen.
00:46:38: Weil man einfach viel schlauer wird.
00:46:40: Man lernt etwas über Stressabbau, über Selbstwirksamkeit und überhaupt Selbstmanagement
00:46:46: usw.,
00:46:47: ist auch großartig und es kostet nichts.
00:46:49: Du kannst es von deiner Haustür starten haben.
00:46:55: Sondern du kannst alle zwei Wochen mal einen Tag gehen und hast das dann, wenn ich es jetzt richtig gerechnet habe, in einem Jahr bist du aber gut rum.
00:47:04: einmal rund um Berlin in dem Fall.
00:47:07: In deinem Fall.
00:47:08: Nun wohnen ja viele auch nicht in Berlin.
00:47:10: also vielleicht ist es für einige sogar ein Anlass zu sagen pass auf fahr mal nach Berlin und mach's vielleicht doch dann an einem Stück oder so.
00:47:18: Und lauf da rundherum, auch das geht natürlich.
00:47:20: aber vor der eigenen Haustür zu gucken, rund um die eigene Stadt, auch wenn es da vielleicht keinen schon markierten Weg gibt.
00:47:30: Mal zuschauen kann ich vielleicht wie... Da haben wir den Bogen zum Einstieg dieses Gesprächs wieder Manfred Reschke damals für denen sie ja diesen Weg noch nicht gab Und gucken, kann ich vielleicht einen mir suchen einen Weg oder irgendeine Möglichkeit finden.
00:47:48: Da ... Vielleicht und das ist ja dann der Vorteil von so einem Projekt, vom etwas größeren, dass in etwas Größeres einbetten, ne?
00:47:54: Dass sich nicht nur einmal diesen Impuls habt es zu machen sondern dass das was ist, was sich dauerhaft etabliert.
00:48:01: Eigentlich
00:48:02: sagt man ja Wannen ist was Absichtsloses.
00:48:04: aber ich hab schon gemerkt dadurch, dass es ein Fernwanderweg war und ich wusste, da wo ich jetzt Ende werde ich das nächste Mal wieder starten, hat es eine Zugkraft entwickelt.
00:48:15: Und das hat mich auch einfach inspiriert weiterzumachen so ganz automatisch und dafür war dieser Weg gut.
00:48:25: aber natürlich muss nicht der vorgefertigte Weg sein man kann doch einfach drauf loslaufen.
00:48:34: Es erstaunlich wie einfaches ist.
00:48:36: Also wir machen das manche Sachen so unglaublich kompliziert, dass es wirklich ganz schnell in diesem Fall von diesem Weg im Bezug auf Berlin ganz schnell zu erreichen.
00:48:46: Man braucht praktisch nichts außer ein paar Schuhe.
00:48:49: Man muss sich Zeit nehmen.
00:48:51: ja im Prinzip ist es das.
00:48:54: Ich selber musste mir auch erstmal erlauben eine Pause zu machen und Zeit zu nehmen, um mir diese Entdeckung und diese Natur auch zu gönnen.
00:49:06: Auf welchem Weg auch immer!
00:49:09: Aber das ist das weshalb ich auch das Buch unbedingt machen wollte.
00:49:13: Ich wollte den Leuten zeigen es ist super einfach.
00:49:16: Ich habe da die wichtigsten Informationen gebündelt damit man im Prinzip auch noch nicht mal anfangen muss großartig zu recherchieren Und hab ihnen so wie ich das bei meinen Freundin gemacht hat praktisch die Navigationen und Guidance abgenommen Genau, morgens los und abends zurück.
00:49:30: Und danach fühlt es sich großartig.
00:49:33: Läufst du den jetzt mehrfach durch?
00:49:36: Oder was ist so dein ... Ja, du hast gesagt, das war schon ganz hilfreich, dass da immer noch was offen ist oder du wieder los musst.
00:49:46: Wie ist das jetzt, wo du ihn dann schon dreimal gelaufen bist?
00:49:50: Das frag ich mich auch so ein bisschen.
00:49:52: Also, ich bin in ... Ich bin ihn dann zum Dritt mal tatsächlich wegen des Buches noch einmal gelaufen, um nochmal schönere Fotos zu machen oder nochmal ein bisschen was zu überprüfen, links und rechts zu gucken.
00:50:05: Um Pause zu machen ist es natürlich auch jetzt gut egal wie oft ich gelaufen bin.
00:50:10: aber er hat mich auch ein bisschen dazu gebracht dass sich auch andere Wege laufe.
00:50:14: z.B.
00:50:14: bin ich den E-neuen an der Ostsee entlang gewandert.
00:50:18: in der Etappe da waren's eher so die die verlängerten Wochenenden so zwei, drei Tage am Stück.
00:50:25: Das Projekt hat mich auch auf viele andere Ideen gebracht und es gibt diesen Weg.
00:50:30: Es gibt natürlich auch andere Wege in Brandenburg.
00:50:33: Ich hab mich da jetzt sehr drauf fokussiert.
00:50:35: Ich weiß ehrlicherweise nicht wie oft ich den noch laufe.
00:50:37: Ich habe einen Wanderer getroffen.
00:50:40: Man trifft nicht so oft Personen da auf dem Weg außer vielleicht mal ... in den Hotspots, wo sich sehr viele Ausflügler sammeln.
00:50:50: Und der ist schon sechsmal den Weg gegangen als ich ihn damals getroffen hab und dann habe ich mich gleich mit ihm verabredet weil damals habe ich das Buch gestartet und mittlerweile ist er schon zum achten Mal den Weg gelaufen.
00:51:03: Ich kann's verstehen!
00:51:05: Ja wie du gesagt hast es sind immer neue Nuancen, neue Blickwinke ... Du bist ja auch selbst immer eine andere?
00:51:14: Weil du wieder neue Erfahrungen hast, weil du wieder gewachsen bist.
00:51:17: Weil du vielleicht neue Themen hast die du bewegst und auf einmal erlebst du dann auch den gleichen Weg.
00:51:24: oft ist das ja auch ganz schön sogar den immergleichen Weg zu haben.
00:51:30: also Pilger laufen ja auf Pilger wegen teilweise auch mehrfach immer wieder den gleichen weg in bestimmten Rhythmen, weil Du eben das so ein bisschen abgleichtern auch hast.
00:51:41: was fällt mir denn jetzt auf?
00:51:43: Oder wie geht's mir denn heute auf dieser Etappe?
00:51:46: Wie ging es mir letztes Mal.
00:51:48: Ja, die Jahreszeiten wechseln.
00:51:51: Das Wetter ist ein anderes vielleicht auch die Begleitung.
00:51:55: oder alleine und beim bisschen näherem Hinschauen habe ich tatsächlich selbst beim dritten mal noch ganz interessante Sachen links und rechts entdeckt.
00:52:06: Brandenburg ist ja voller Geschichte.
00:52:10: Vor Kurzem habe ich da so einen riesigen Lost Place gesehen.
00:52:14: Da haben wir vorsichtig reingeguckt, das ist eigentlich ein Gelände wo man nicht rein sollte.
00:52:21: Es ist tatsächlich auch sehr interessant weil es gibt sehr viel von den ehemaligen Kaserne waren die Sorghärts stationiert Und es gibt auch ganz viele so Truppenübungsplätze.
00:52:36: In Brandenburg gibt's noch viel zu entdecken, das was ich anfangs in Berlin ... Was man in Berlin für ein Gefühl hatte, dass aus der DDR die noch übrig geblieben ist.
00:52:46: Das findet man im Brandenbrock noch so ein bisschen als Unperfekte Leerstände, Freiraum, Raum für neue Gestaltung.
00:52:57: Es entsteht auch immer wieder Neues und neue Projekte links und rechts.
00:53:01: Manche, die ich beim ersten Mal gesehen habe war nach drei Jahren nicht mehr da.
00:53:06: Andere sind dazugekommen.
00:53:08: Es ist ein bisschen wie das Leben.
00:53:13: Auf jeden Fall!
00:53:14: Die Welt hat sich dann... ein Stück weiter gedreht, bis du das nächste Mal den WG ist und dann wirst du wieder neue Eindrücke haben.
00:53:22: Stichwort neuer Raum!
00:53:23: Du hast mir eben bevor wir die Mikrofone angeschaltet haben erzählt, dass du selbst auch neuen Raum suchst.
00:53:30: Das können wir doch einfach hier mal in den Äther schicken.
00:53:34: Wo haste eine neue Wohnung?
00:53:35: In
00:53:35: Berlin?
00:53:35: Ja richtig, sehr nett dass du das ansprichst.
00:53:39: Was soll es denn sein?
00:53:41: Also ich suche gerne im Norden von Berlin bevorzugt Panko oder umliegende Stadtteile in einer Dreizimmerwohnung.
00:53:49: Oder etwas für drei Personen, groß genug für mich und meine beiden Kinder.
00:53:54: Und da bin ich jetzt tatsächlich auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
00:53:57: Also falls jemand was kennt, der hier gerade zuhört, würde ich mich natürlich freuen über ein Tipp.
00:54:03: Ja wer weiß?
00:54:03: Wir haben ja schon Aufrufepartner-Suchen gehabt.
00:54:08: Vielleicht würdest du noch jemand grüßen alles möglich.
00:54:11: Deine Oma... Nein, aber wer weiß.
00:54:13: Hast du vorkommen recht?
00:54:14: Vielleicht ist da jemand der oder die was hat und dann würde ich mich freuen wenn ihr da zusammen kommt.
00:54:21: Ich leite auf jeden Fall alle Anfragen weiter.
00:54:24: auch neulich hatten wir hier jemanden ein paar Die sind mit dem van unterwegs durch europa Und er Unterrichtet unter anderem macht so nachhilfe weil er ist Lehrer eigentlich und macht von unterwegs Nachhilfe dann digital damit sie sich ein bisschen was für die reise kasse verdienen.
00:54:45: Und da hat mir auch jemand geschrieben hat gesagt mensch ich fand den so sympathisch.
00:54:49: kannst du mal einen kontakt machen, weil ich such jemanden der mein sonn nachhilfen gibt würde ihn gerne beauftragen also.
00:54:59: Und Wohnungsideen bitte zu mir.
00:55:02: Ich leite sie dann an dich weiter.
00:55:03: Vielen Dank!
00:55:04: Ganz, ganz herzlichen Dank, dass du da was für einen Einblick gegeben hast in den Sechsensechzig-Sehnenwander Wege aber auch diese Idee einfach mal von der Haustür zu starten und das in so kleinen Etappen zu tun und dadurch mehr zu verändern als vielleicht vorher gedacht hast.
00:55:24: Richtig!
00:55:24: Ganz herzliche Dank!
00:55:25: Ich danke dir für die Einladung!
00:55:27: Danke Christo!
00:55:33: So, wenn du eine Wohnung hast für Daniela dann schreib mir gerne.
00:55:36: Du kannst ihr aber auch direkt schreiben und zwar über eine kleine Website die sie eingerichtet hat wo du Informationen zu ihrem Buch von See zu See findest.
00:55:47: diese Website erreichst du
00:55:50: wenn
00:55:50: du bialg Bialg mit K geschrieben, bialg.com in deinen Browser eingibst.
00:55:57: dann landest du da und dann kannst Du Daniela auch einen Nachricht schreiben.
00:56:01: aber wie gesagt ich leite alles auch gerne weiter.
00:56:05: Ich packe in den Newsletter wie versprochen Den Link zu dem Buch rein von Daniela.
00:56:12: ich packe auch diese Website nochmal rein In der Newsletter Und
00:56:16: wie immer
00:56:17: findest Du in dem Newsletter auch diese Woche natürlich noch einiges mehr An Inspiration.
00:56:23: der Newsletter erscheint immer am Sonntag.
00:56:25: Wenn du diese Folge erst später hörst, dann kannst du diesen Newsletter natürlich trotzdem abonnieren.
00:56:30: unter christophörster.com-freiraus ist das möglich und mit dem ersten Newsletter den du bekommst findest du unten ein Link zum Newsletterarchiv und da kannst du die entsprechenden Infos raus suchen.
00:56:44: zu dieser Folge sollte sie schon etwas länger zurückliegen.
00:56:49: Ich danke dir ganz herzlich fürs zuhören.
00:56:52: Ich hoffe, du hast ein bisschen was mitnehmen können aus diesem Gespräch.
00:56:57: Wenn ich den See sehe brauche ich kein mehr mehr.
00:56:59: Das soll das Schlusswort für heute sein!
00:57:01: Ich freue mich wenn du nächsten Dienstag wieder rein hörst zur neuen Folge von frei raus und wünsch dir bis dahin eine gute Zeit.
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