Entscheidung in der Todeszone oder Lukas Wörles Gespür fürs Leben
Shownotes
Lukas Wörle hat einen Traum: Einen Achttausender ohne künstlichen Sauerstoff und ohne die Unterstützung eines Höhenträgers zu besteigen und dann vom Gipfel mit dem Gleitschirm ins Tal zu fliegen. Mit diesem Traum bricht er zum Broad Peak auf, dem Nachbarberg des berüchtigten K2. Doch kurz vor dem Gipfel, auf über 8000 Metern Höhe, stößt er auf einen verunglückten pakistanischen Höhenträger, der von seiner eigenen Expedition im Stich gelassen wurde. Ohne zu zögern, gibt Lukas sein eigenes Ziel auf und versucht, den Verunglückten zurück ins Lager zu bringen ... In dieser Folge erzählt der Tiroler Alpinist von der wohl bewegendsten Begegnung, die er in den Bergen je hatte. Er spricht über Verantwortung, Himalaya-Dias seines Vaters und die erste große Sportliebe seines Lebens: Basketball. Lukas Wörle hat definitiv etwas zu sagen. Ich freue mich, wenn du es dir anhörst.
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// Outro-Song: Dull Hues by Lull (audiio.com)
Transkript anzeigen
00:00:00: Wo ich dann vorbeigelaufen bin, konnte man dann eben seine abgefrorenen Finger sehen.
00:00:04: Weil er sich die Handschuhe ausgezogen hat und erbrochenes war ihm ins Gesicht gefroren.
00:00:09: Er hat dann solallende Laute von sich gegeben.
00:00:11: Ja da war mir eben klar der wird dann niemals selber von diesem Berg runter kommen.
00:00:17: Zwei Jahre Vorbereitung ohne den Gipfel zu erreichen saß dann so neben Zelt und dachte mir irgendwie ist das komisch.
00:00:23: Es war komplett windstill.
00:00:25: Hat dann eine halbe Stunde lang Wolken beobachtet Und habe dann entschieden, dass eben der Wetterbericht falsch sein muss und das fliegt bei uns.
00:00:34: Das war näher an meinem Limit, wie ich es jemals irgendwie für gut befinden würde.
00:00:42: Ich hab meinen Bruder genötigt mit mir zu spielen.
00:00:44: Da gab's beim Bauern, der gegenüber war... ...und er hatte eine Heuklappe!
00:00:48: Wenn man immer wer die Heuklappe trifft im Ball sozusagen, das war ein Punkt, das ist auch unser Korpersatz.
00:00:54: Wenn ich so bergsteigen würde, als ich Basketball gespielt habe, dann wäre ich heute tot.
00:01:14: Moin und herzlich willkommen bei Freiraus, dem Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer in unserem Leben.
00:01:20: Ich bin Christo, Christoph Förster und ich habe heute Lukas für dich, Lukas Wörle.
00:01:26: Lukas ist Bergsteiger, Lukasz ist Gleitschimpflieger und einer der diese beiden Aktivitäten in den höchsten entlegensten Gebirgszügen dieser Welt kombiniert.
00:01:37: Das alleine wirft schon eine Menge Fragen auf ist richtig spannend, wie ich finde.
00:01:43: Aber Lukas hat auch eine Geschichte zu erzählen die wirklich bewegend ist.
00:01:49: Eine Geschichte vom Berg, eine Geschichte aus dem Charakorum im Himalaya, der hier heute erzählen wird.
00:01:58: Lukas Werdegang ist auch nicht unbedingt gradlinig, also es gibt eine Menge zu besprechen und du kannst dich auf ne richtig schöne inspirierende Folge freuen.
00:02:09: Lukas ist in Hamburg gewesen das heißt wir haben auch direkt zusammengesessen und dieses Gespräch geführt und weil er dann schon mal da war ist er auch noch bei der NDR Talkshow vorbeigefahren und hat sich damit reingesetzt.
00:02:25: Ehrlich gesagt war es andersrum, aber ich freue mich total dass wir die Möglichkeit hatten persönlich zu sprechen.
00:02:31: Ich will hier gar nicht so viel vorwegnehmen von unserem Gespräch nur soviel Es lohnt sich wirklich da reinzuhören und auch bis zum Ende zu hören weil eine Menge Inspiration drin ist einfach eine Menge was sich runterbrechen lässt von den höchsten Gipfeln der Welt ins Hier-und Jetzt.
00:02:49: Übermorgen erscheint Lukas erstes Buch, Gratwanderung heißt das und alles was du dazu wissen musst zu diesem Buch.
00:02:56: Das packe ich dir in den Newsletter rein der diesen Podcast begleitet den du abonnieren kannst wenn du es noch nicht getan hast unter christophörster.com.
00:03:04: slash frei raus!
00:03:06: Du findest dieses Buch Grat Wanderung ich sag's nochmal so der Titel aber ab übermorgen auch in der Buchhandlung deines Vertrauens und überall wo es Bücher gibt.
00:03:17: Ich wünsch dir viel Freude jetzt mit unserem Gespräch.
00:03:19: Bevor wir da reingehen, atmen wir noch einmal ganz kurz tief durch!
00:03:44: Lukas, herzlich willkommen hier in Hamburg.
00:03:46: Vielen Dank für die Einladung.
00:03:48: Aus den Bergen in den Norden.
00:03:49: Wisst es?
00:03:50: Kennst du Hamburg, kennst du den Nordern?
00:03:52: Tatsächlich ich bin vor das ist lange her vierzehn Jahren auf Interrail das allererste Mal in Hamburg gewesen Jahre lang nicht mehr und war jetzt zuletzt beim deutschen Radiopreis dabei und bei kaum zu glauben.
00:04:06: Ich bin heute wieder da, das heißt in sehr kurzer Zeit auf den Hamburg-Wissen.
00:04:10: Das freut mich natürlich und unsere Hörerinnen auch weil sie in den Genuss kommen dass wir ein Gespräch auftechnen miteinander Und ja sprechen habe ich gerade schon gesagt bevor wir die Mikros angemacht haben Auch über deine Sicht Auf die Berge aus denen du kommst Die deine Heimat sind in denen Du lebst.
00:04:31: Da gehen wir natürlich noch ein bisschen tiefer rein das Leben, da wollen wir heute mal ein bisschen eintauchen und ich möchte mit dir gerne zu Beginn in den Himalaya gehen ins Karakorum zum Broad Peak.
00:04:48: Der Broad Peak ist ein Gipfel der so heißt weil er eine sehr breite Gipfel ist benannt sogar... Ich habe das vorhin nochmal nachgeschlagen oder inspiriert vom Breithorn in den Alpen Die Broad Peak.
00:05:04: in so einer ersten Namensgebung, als sie nur so durchnummeriert wurden war der Broad Peak der K-III weil er direkt neben dem K-II liegt.
00:05:13: Der heute noch als solcher bekannt ist aber der Broad peak nicht mehr.
00:05:18: Nicht mehr als K- III sondern als Broad Peak.
00:05:20: ein Achttausender.
00:05:22: Acht Tausend ich glaube Einen Fünfzig Meter hoch.
00:05:26: Ich möchte mit dir in eine Situation gehen.
00:05:29: da Bist du im Anstieg auf diesen Gipfel?
00:05:34: Bist noch nicht ganz auf acht tausend Meter und entdeckst was machst.
00:05:41: Eine Entdeckung, die für dich überraschend war.
00:05:44: Nimm uns doch mal mit hin!
00:05:45: Was war das für eine Situation?
00:05:47: Ich war tatsächlich sogar knapp über achttausend Metern.
00:05:50: Ehrlich?!
00:05:50: Und deswegen für mich... Warst du also
00:05:53: schon fast am Gipfel?
00:05:55: ne?
00:05:55: Wobei da muss man sagen, achttauseinundfünfzig ist der Gipfl broad zieht sich aber dann sehr, sehr weit noch.
00:06:02: Selbst wenn du auf Achttausend schon bist, da gibt es einen sehr langen Grad der kaum noch Höhenmeter macht bis du an einem Gipfel bist richtig?
00:06:11: Also ich war knapp unter dem Zentralgipfel oder ich war so auf achttausenden und zehn Metern also knapp vierzig Höhenmetern unter dem tatsächlichen Gipfel.
00:06:21: Aber schon noch ein Stück vom Südgipfl ist das der Hauptgipfeln entfernt weil eben diese Traverse auf über Achtdausend Metern wie ein anspruchsvoller Teil auf dem Broad Peak ist.
00:06:33: Für mich war das so eine Achterbahnfahrt der Gefühle, es waren alle erstes Mal auf viertausend Metern.
00:06:40: Höhenwerksteigen oder Höhe zu vertragen hat ja nichts damit zu tun, wie fit man tatsächlich ist.
00:06:45: und so war für mich an dem Tags jeder Schritt über sieben tausend Mettern eben mich neu selbst zu entdecken und dann auf achtausend Metern zu stehen, um mich fit zu fühlen, verhältnismäßig schnell unterwegs zu sein.
00:06:59: Das war ein unglaubliches oder überwältigendes Gefühl.
00:07:03: Und an dem Zeitpunkt wusste ich auch das den Gipfel zu erreichen.
00:07:07: so eine Frage der Zeit ist weil ich mich einfach noch richtig gut gefühlt habe.
00:07:11: Und ja dann kurze Zeit später da erst mal... Oder ich dachte erstmal eigentlich ne Leiche zu sehen komisch und dann aber festzustellen, es ist gar keine Leiche.
00:07:24: Sondern das ist ein Mann der lebt und große Schwierigkeiten hat ja schon
00:07:29: bewegend.".
00:07:31: Wie war das?
00:07:32: Also wo bist du auf dem Grad?
00:07:35: Wo entdeckst du diese Person auch?
00:07:37: auf dem Grat oder irgendwo abseits?
00:07:40: Was macht die Person ... liegt da bewegte ich?
00:07:44: Macht sich bemerkbar oder nicht?
00:07:46: Also viel Abseits gibt's auf dem grad sozusagen nicht weil Absatz zu sein, dann irgendwie zwangstufig abzustutzen sozusagen.
00:07:57: Hinter so einer Schneekuppe lag der Mutter-Stahhauser heißt er Mann und mit dem Rücken zu mir gewandt und hat sich erst mal eben auch nicht viel bewegt.
00:08:04: deswegen dachte ich eben erst das ist eine Leiche wo ich dann vorbeigelaufen bin und in seinen Gesicht geschaut habe und konnte man dann eben seine abgefrorenen Finger sehen weil es sich die Handschuhe ausgezogen hat und Erbrochenes war ihm ins Gesicht gefroren.
00:08:19: Er hat dann so lallende Laute von sich gegeben.
00:08:22: Und ja, da war mir eben klar, der wird niemals selber von diesem Berg runterkommen.
00:08:27: und in dem Moment war mir aber auch klar das diesen Gipfel zu erreichen für mich zweitrangig war und ich mein den Rest des Tages dann damit verbracht habe ihm diesen Berg runterzuzeilen abzuseilen durch einen Schneezuschleifen.
00:08:42: Hast du eine Ahnung was denn passiert ist?
00:08:47: Zu welcher Tour, welche Expedition der gehörte und warum er da alleine zurückgeblieben ist?
00:08:52: Also es wusste ich erst mal nicht.
00:08:53: Mein Bruder war im Basecamp.
00:08:54: Ich habe das erste was ich nach der Kontaktaufnahme gemacht habe bis dass sie ins Basecamp gefunkt hat, dass da ein heimischer Träger ist, der eben Schwierigkeiten hat und Hilfe braucht Und der Winzen so als mein Bruder beleitet alle meine Expeditionen.
00:09:07: Der konnte dann rausfinden für wen der Mutter sah eben gearbeitet hat.
00:09:11: Es war eine mexikanische Gruppe die auch zu dem Zeitpunkt gerade noch auf den Weg zum Gipfel waren Und der Motorser war stark höhenkrank.
00:09:20: Den haben sie dann zurückgelassen und liegen lassen.
00:09:23: Für mich ist noch schockierender die Nachricht, die uns erreicht hat, weil wir sie um Hilfe gebeten haben ... Sie meinten, wir sollen uns da nicht um den Motorser scheren.
00:09:35: Wir sollen ihn liegenlassen und ihn nehmen mit, wenn sie auf dem Rückweg vom Gipfel
00:09:37: sind.".
00:09:39: Ist das ein realistisches Szenario?
00:09:43: Hätte er es geschafft?
00:09:45: Ich bin mir sicher, dass der Motorsern nicht überlebt hätte.
00:09:48: Und mir stellen sich bis heute viele Fragen, die ich glaube auch nicht wirklich beantworten kann.
00:09:54: Ist das Unwissen von Menschen, die diese Situation nicht einschätzen konnten?
00:10:00: Oder ist es wirklich Kalkül oder Getrieben von dieser Gipfel-Sucht oder wie auch immer man das nennen möchte... Ich weiß es nicht!
00:10:11: Was ich weiß dass ich nie in Danke fahren habe und auch die Gipfelparte im Basecamp, drei Tage später stattgefunden hat, hat mich schon sehr geärgert.
00:10:21: Nähendank von dieser Gruppe?
00:10:23: Ja ich am Ende des Tages habe ich ihren Mitarbeiter das Leben gehört.
00:10:29: Unwissenheit ist ja... sind ja mit Sicherheit Menschen dabei in so einer Gruppe die das schon mal gemacht haben oder?
00:10:34: Ich glaube das ist eine sehr schwierige Frage oder es muss man sehr differenziert eben sehen.
00:10:41: doch viele Menschen die an diesen Bergen mittlerweile unterwegs sind keine erfahrenen Höhenbergsteiger zum Teil nur nicht mal wirklich erfahrene Alpinisten.
00:10:51: Aber selbst
00:10:51: die Expeditionsleiter dann?
00:10:53: Die Leiter kommen halt oft aus diesen Ländern und ich glaube, das muss man kulturell einfach sich anschauen dass du als weißer Tourist dort unten per se höher gestellt bist wie ein Einheimischer ohne dass man das will.
00:11:09: aber es passiert automatisch und obwohl man dann nicht die Expertise hat diese Entscheidungsgewalt dann bei den Bergtouristen
00:11:19: bleibt.
00:11:20: Und am Ende des Tages die Entscheidung, die haben wenigstens Ahnung von dem Ganzen
00:11:23: haben.".
00:11:26: Wie ist es denn eine Entscheidung zu treffen auf acht Tausend Meter Höhe?
00:11:30: Also was fließt da alles ein?
00:11:32: Kannst du da... wie klar kannst du da denken?
00:11:34: also wie abgeklärt kannst du Entscheidung treffen?
00:11:37: oder ist das nur noch so ein intuitives Ding oder auf Erfahrung basiertes Ding?
00:11:43: Wie war das für dich?
00:11:45: Dann dieser Entscheidungsprozess Dass du dem darunter hilfst, also ganz ehrlich war das so vor.
00:11:51: Ja klar mach ich weil es ist ja einiges was du dafür aufgegeben hast einmal diesen Traum vom Gipfel und es ist aber auch ein Invest den du getätigt hast ne?
00:12:00: Ich glaube so einen Permit kostet ja wahrscheinlich schon an die zehn tausend Euro oder dass du da hoch darfst.
00:12:06: Das schießt sich in dem Moment auch in den Wind.
00:12:10: sind es Gedanken die dir durch den Kopf gegangen sind um aus ein Stück weit zu verstehen wie's vielleicht anderen Menschen geht die da vorbei kommen.
00:12:16: Also ich sag Gott sei Dank, kam mir die Gedanken nie.
00:12:19: Ich wäre glaube ein bisschen selber von mir erschrocken wenn mich da Probleme heute irgendwie zu priorisieren was mehr jetzt wichtiger ist auf der Höhe oder Höhe zu verstehen weil man das nie erlebt hat.
00:12:27: es glaub schwierig.
00:12:30: am besten glaube ich beschreibt mir dass das dort alles langsamer funktioniert.
00:12:34: also man bewegt sich langsame man denkt langsam und es passiert tatsächlich mehr oder vielmehr passiert intuitiv.
00:12:43: Teil dieser Entscheidung war sicher einfach meine Intuition und vielleicht doch meinem inneren Wertesystem zu folgen.
00:12:51: Das stand für mich aus der Frage, da zum Gipfel weiterzugehen.
00:12:55: Das ist auch was, das man verstehen muss.
00:12:59: wie es ohne Sauerstoff von achttausend Metern zu sein?
00:13:01: Wie ist es für Menschen die dort oben Sauerstoffs verwenden, die sich zwar auf derselben Höhe befinden aber durch diesen Sauerstof doch ganz klar denken können
00:13:12: Du bist ohne Sauerstoff unterwegs?
00:13:14: Immer ohne Sauerstoff unterwegs.
00:13:16: Ich glaube, ich will das nicht verurteilen mit Sauerstoffs unterwegs zu sein.
00:13:20: Ich glaub es ist einfach eine andere Art sich an diesen Bergen zu bewegen und ich glaube es ist dann kein Alpinismus mehr sondern tatsächlich Tourismus und Tourismus hat seine Berechtigung und es kann auch in Zukunft gerade im Pakistan Baustand sein um diesen Einheimischen aus dieser Armut zu helfen.
00:13:39: für mich Aber nimmst du den Berg einfach das, was ihn irgendwie so schwierig macht.
00:13:44: Und ... Das ist an den Achttausenden diese dünne
00:13:46: Luft.".
00:13:48: Du hast dann dein Bruder kontaktiert?
00:13:51: Hast du schon gesagt, ne?
00:13:51: Ich hab versucht, diese Expeditionsgruppe zu ... Kontaktieren und hab aber nur die Info bekommen.
00:13:59: Ja, auf die können wir uns nicht verlassen!
00:14:02: Du hast entschieden, du bringst den runter.
00:14:06: War das klar, dass du das tun musst oder ... wäre auch nur eine Option gewesen, dass da noch Hilfe von unten kommt.
00:14:13: Wäre das zeitlich überhaupt machbar gewesen?
00:14:17: oder musste der so schnell wie möglich runter?
00:14:19: Du hast den dann runtergebracht und wir haben es gemacht!
00:14:23: Wie ging's dann weiter?
00:14:24: Also ich habe sofort begonnen natürlich immer mit der Hoffnung entweder jemanden zu treffen, der mir hilft... also aus dem Basecamp Hilfe zu bekommen ist unrealistisch.
00:14:33: Da fliegen in der Höhe eben nicht Aber eventuell eben Hilfe aus Camp Drei.
00:14:40: Das ist auf siebentausend Metern, dass da jemand entgegen kommt und hilft.
00:14:44: Und hatte das große Glück auf siebentausend achthundert Metern den Dan, den amerikanischen Kollegen zu treffen.
00:14:50: Der Medikamente dabei hat der Dexamethason was wir mit dem Motorser geben konnten.
00:14:55: Auf siebentausend eighthundert metern auch einen Pakistani zu treffen, der auf Ersatz-Sauerstoffflaschen von einer kommerziellen Expedition aufgepasst hat.
00:15:04: Nach einem großen Streit haben wir dann eine der Flaschen entwendet, die wir dem Auto sahen gegeben haben.
00:15:10: Wo sicher große Bausteine waren.
00:15:12: dass das überhaupt funktioniert hat.
00:15:13: Der
00:15:14: wollte ihn nicht rausrücken?
00:15:15: Nee!
00:15:18: Ist auch was wo man sagen würde ist sehr unglaublich.
00:15:23: es ist tatsächlich auch sein Nachbar in dem Ort wo er wohnt in Ostsatpara.
00:15:29: Es ist aber so... Kultur, das oft eine Regel ist, dass du erst bezahlt wirst wenn du deinen Job zu hundert Prozent erledigst und Sauerstoffflaschen herzugeben sozusagen.
00:15:44: Sein Job ist auf dir aufzupassen Und die Menschen dort unten sind abhängig davon im Sommer sozusagen das ganze Geld für das ganze Jahr für die ganze Familie zu verdienen und dann nicht bezahlt zu werden ist eine absolute Katastrophe und stehen da sicher unter viel extensuellen Druck.
00:16:03: Das glaube ich lässt dann auch so eine Antwort oder eine Entscheidung, wie wir da auf sieben tausend achthundert bekommen haben nochmal irgendwie anders reflektieren und anders hinterfragen.
00:16:13: Wie lange hat es gedauert bis ihr mit ihm im Camp III wahrscheinlich dann wart?
00:16:19: Oder was war der erste Zielpunkt?
00:16:22: Also für mich das schwierigste waren tatsächlich von achttausend auf siebentausend acht hundert Meter runter wo ich allein war und wo das Gelände auch am schwierigsten ist Und mit der Hilfe von deinem Zauerstoff, mit den Medikamenten und dann auch im Gelände was uns einfach zugutekam.
00:16:36: Man muss sich vorstellen auf die Sehntausendachthundert geht man von diesem Grad in so steile Schneeflangten... ...und wir konnten den Motorser dort in Fixseile einklippen und haben ihn an den Fixseilen entlang runterrutschen lassen... ...mit abnehmender Höhe gegenste Motorsäulen eben auch besser.
00:16:51: Alles das hat mit reingespielt dass wir dann insgesamt waren es irgendwas zwischen acht und neun Stunden was es gedauert hat ihnen von achttausend auf siebentausend Meter runter zu transportieren.
00:16:59: Wie hast du es vorher gemacht, bis auf die sieben acht?
00:17:02: Hattest du allein was?
00:17:04: Das war unglaublich anstrengend weil einfach sich selber zu bewegen dort oben schon muss ich vorstellen im Aufstieg macht man da irgendwie vier fünf Schritte und pausiert um Luft zu holen.
00:17:16: Und da jemandem im Schlepptaut zum haben wir haben uns da wahnsinnig langsam bewegt und dann eben Gelände angepasst habe ich geschaut wie entweder in ganz steilen Passagen hab ich ihn abgeseilt oder ... am Rucksack Henkel durch den Schnee geschliffen, war eine wahnsinnig stundenlange mühsam arbeit.
00:17:38: Haben dir da der Gedanke zwischendrin mal?
00:17:40: Ey es ist für mich ja auch saugefährlich!
00:17:45: Also das ist ja auch so ein Abwägen, was als Bergsteiger immer wieder tun muss.
00:17:52: also wie sicher ist jetzt hier dann noch für mich?
00:17:55: Das ist etwas wo Mein Bruder mir oft am Punkt gesagt hat, mich immer wieder angefunkt hat um mit mir zu reden und sich selber ein Bild zu machen wie ich auch drauf bin.
00:18:09: Hätte man mich vor dem Jahr zwanzig-dreinzwanzig gefragt hätte ich glaube ich gesagt dass man diesen eigenen Zustand im Objektiv wahrnimmt.
00:18:16: das ist schon was wo ich etwas erschrocken war.
00:18:20: auf siebentausend hundert Metern dann österreichischer Bergführer die Verantwortung für den Motorseuer nahmen Und sich da in Schnee zu setzen und diese ganze Erschöpfung, die über mich reingebrochen ist zu spüren war erschreckend.
00:18:33: Hab dann tatsächlich auch Probleme gehabt den Berg selber wiederverlassen?
00:18:38: Bist du über dich hinausgewachsen in dem Moment?
00:18:41: Es gibt ja so Momente, da kommen dann Kräfte in allem hervor von denen man gar nicht weiß, dass man die hat in solchen Ausnahmesituationen.
00:18:50: Ich denke auf jeden Fall und ich hoffe auch, dass ich nie mehr in meinem Leben so einen Erschölpfungszustand spür muss Weil ich glaube, das ist oder in... Ich bin jemand der schon probiert Bergsteigen sehr verantwortungsbewusst auch zu betreiben.
00:19:06: Also mit dem eigenen Leben Verantwortung bewusst oder verantwortunggerecht irgendwie und das war näher an meinem Leben mit wie ich das jemals irgendwie für gut befinden würde.
00:19:20: Wie ist es für ihn ausgegangen?
00:19:22: Für den Mutterser?
00:19:24: Hat er sich dann erholt?
00:19:26: Wie geht's ihm heute, hast du noch Kontakt zu dir?
00:19:28: Wir haben regelmässig Kontakt.
00:19:29: Seit Jahrzehn bis zum Jahrzehnt war ich jedes Jahr wieder in Pakistan.
00:19:34: Ich war im Jahrzehr in einem Heimathaus in Saatbara und habe dort seine Familienkennenden gebeten, was wahnsinnig schön war.
00:19:44: Und werde auch dieses Jahr wieder treffen.
00:19:47: Er hat leider sechs Finger verloren.
00:19:50: Die hat man ihm in Spanien in dem Krankenhaus abgenommen.
00:19:54: Da ist ein guter Freund Alex Chicon, ein spanischer Profi-Bergsteiger.
00:19:58: Der viel mit seinem Cousin, dem Alisad Parra beim Bergsteigen war, hat von der Geschichte gehört und eben den Motorseidern nach Spanien geholt und auch einen Crowdfunding gestartet wo dreißig tausend Euro zusammengekommen sind oder um dreißige Tausend euro die jetzt häppchenweise an ihnen ausbezahlt werden was all seinen Kindern die schulische Ausbildung bis sie achtzehn sind garantiert und ihm jetzt auch die Zeit gibt sich beruflich um zu orientieren.
00:20:23: Als Hündriger zu arbeiten steht außer Frage, weil eben da die Finger sind zählsind und sein Traum ist es in Zukunft als Guide am Gletscher Touristen diese unglaubliche Landschaft zu zeigen.
00:20:35: Und ja ich bin ganz guter Dinge dass er die Umschulung schafft und bald dort einen neuen Job und den neuen Lebens empfindet.
00:20:44: Du bist sehr auf dem Broad Peak hoch?
00:20:47: Weil du... den Wunsch, das Ziel hat ist von einem Achttausender mit dem Gleitschirm zu fliegen.
00:20:55: Jetzt würde ich gerne mal die Frage klären warum du dieses Ziel hast.
00:21:05: Dafür müssen wir glaube ich aber eine ganz große Reise machen, mal ganz zurück Auch dahin, wie du überhaupt groß geworden bist.
00:21:16: Wie du geprägt bist?
00:21:17: Wie du die Liebe zu den Bergen entdeckt hast und... ...wie du dann zu diesem Wunsch gekommen bist mit einem Gleitschirm von... ...achttausend Meter hohen Bergen zu fliegen!
00:21:27: Du kommst aus Tirol
00:21:29: richtig?!
00:21:30: Ich bin tatsächlich in München geboren, aber ganz oft umgezogen im Leben gemeinsam mit meinen Eltern.
00:21:37: und bin in Tirol aufgewachsen.
00:21:40: Wenn ich em... wenn mich folgst, was meine Heimat ist, dann ist es Tiroll.
00:21:44: Und da der Bezirk Reute, wo ich auch jetzt immer noch lebt ... Da ist mein soziales Umfeld.
00:21:49: das sind die Berge, die mich auch als Kind geprägt haben und wo ich glaube auch diese tiefe Verbindung und dieses so einen selbstverständlichen Umgang mit dem Materieberg irgendwie gelernt habe
00:22:01: Auch über deine Eltern?
00:22:02: Also waren deine Eltern bergferückt oder wie sind die da gelandet, wo sie nur eigentlich aus München kamen.
00:22:08: Na mein Dad ist aus dem Bezirk heute aus Filz ursprünglich.
00:22:11: Meine Mom ist aus Heidelberg.
00:22:13: Die haben sich in München kennengelernt.
00:22:14: deswegen war ich mein erstes Lebensjahr im München.
00:22:17: Kann mich aber an die Zeit eben gar nicht zurück erinnern und mein Dad war Bergführer.
00:22:23: War selber auf zwei Expeditionen.
00:22:26: Ich wollte in der Welt kommen, deswegen hat er die Reise in der Folge abgesagt.
00:22:34: Das ist was wo wir eben vielen in den Bergen unterwegs waren und auch aber diese Bilder dieser Dias von diesen Hohen Bergen mich als Kind schon fasziniert haben.
00:22:45: Dennoch hast du ja erstmal eine andere Sportart so richtig verfolgt oder intensiv?
00:22:50: Und zwar Basketball!
00:22:51: ... ist ja was, was nicht so auf der Hand liegt.
00:22:54: Wenn du jetzt an Tirol denkst oder es ist keine Basketball in Hochburg, da hätte ich jetzt sogar Eishockey, das wäre noch was.
00:23:01: Aber wie bist du zum Basketball gekommen?
00:23:03: Ja, das ist manchmal vielleicht ein bisschen lustig wahrscheinlich wenn wir mal erst einmal das haben, was man irgendwie nicht haben kann.
00:23:08: Das war über eine halbstündige Sendung auf DSF NBA Insight glaube ich HISTY.
00:23:14: Da war ich in der Volks-, in der Grundschule und habe das gesehen und wollte Basketball spielen.
00:23:22: Es hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und tatsächlich bis heute nicht.
00:23:24: Das ist was, wo ich immer noch schau auch Spieler, die ich später betreut habe wie sie spielen.
00:23:32: Ich glaube wenn man so tief mal dem Sport drin gesteckt ist dann lässt er das nicht mehr lose.
00:23:38: Das heißt ein Spieler spielerbetreut?
00:23:41: Und wo die heute spielen das verfolgst du nur noch.
00:23:43: Wie sah deine Basketball-Karriere aus?
00:23:45: Du hast irgendwann angefangen selber zu spielen ja offen Dorf wahrscheinlich bei euch und das hat sich dann aber so ein bisschen entwickelt.
00:23:54: Also wir hatten noch nicht mal einen Basketballkorb, ich habe dann angefangen... Ich hab meinen Bruder genötigt mit mir zu spielen.
00:23:59: da gab's beim Bauern der gegenüber war was ein großer Asphaltplatz und er hatte eine Heuklappe so auf irgendeinem zweiten Stock halt auf drei Metern oder sowas.
00:24:09: und wie man immer wäre die Heuklappe trifft wenn bald sozusagen.
00:24:13: das war ein Punkt.
00:24:13: es war unser Korpersatz und hab dann später in der Schule weitergespielt, da gab es so Neigungsgruppen.
00:24:19: Und ... sind dann irgendwann nach Landshut umgezogen im Nordosten von München.
00:24:26: Da war ich zum allerersten Mal in einem Verein.
00:24:28: Hab erst mit Jüngeren gespielt, jetzt ziemlich aufs Maul bekommen.
00:24:34: War ich sehr frustriert, muss ich wirklich sagen.
00:24:36: Das war für mich dann eine außer Frage.
00:24:39: Ich habe mir einen eigenen Korb gekauft war da jeden Tag im Training und hab danach noch daheim trainiert, immer diesen Traumbaskeball-Profi zu sein irgendwie ... im Blick.
00:24:53: Und waren aber nur ein Jahr in Landshut und sind dann zurückgekommen.
00:24:55: Da hab ich dann Sportlehrer und meine Eltern dazu überredet mit mir gemeinsam den Verein aufzumachen.
00:25:01: Das war der erste Basketballverein Reuters.
00:25:03: Gibt's denn noch?
00:25:05: Theoretisch gibt es ja noch auf dem Blattpapier.
00:25:08: Praktisch leben Feine halt von Menschen die da ... viel Zeit investieren.
00:25:14: Als ich dann später nach München zum Studiengang bin, hat mein Bruder das noch übernommen und als auch mein Bruda dann weg war ist es ganz ein bisschen oder leider tatsächlich eingeschlafen.
00:25:24: Du hast da sogar Sport studiert, ne?
00:25:26: War das wirklich Sportwissenschaften oder was?
00:25:28: Auf Lehramt oder...
00:25:28: Ich habe auf Lehramt studiert.
00:25:30: Hab damals aber schon viel an der Basketballakademie gearbeitet oder eigentlich vollzeit an der Baseballakademik gearbeitet und hab kein zweites Fach studiert.
00:25:40: ...
00:25:41: dann ins Coaching eingestiegen, als Trainer auch.
00:25:43: Also Betreuung von anderen.
00:25:45: Das
00:25:45: habe ich während dem Studium schon gemacht.
00:25:47: Ich hab da Nachwuchsbassball-Bundesliga betreut... ... Bayernliga und Regionalliga Helm.
00:25:53: Und eben viel auch mit jungen Nationalspielern zusammengearbeitet.
00:25:58: Was eine wahnsinnig spannende Zeit war!
00:26:00: War da viel in Europa unterwegs?
00:26:03: Unser Kooperationspartner war Ruter Stern Belgrad, war da viel im Belgrad auch.
00:26:07: Da glaube ich viel lernen dürfen.
00:26:10: noch so bin da, glaub ich erwachsen geworden.
00:26:14: Was hast du da gelernt was dir heute auch in den Bergen zugutekommt?
00:26:19: Ich glaube ganz viel.
00:26:22: Erst mal ganz groß zu scheitern, weil irgendwann zuerst habe ich gespielt und sicher nicht schlecht aber nie auf dem Level wie es mir gewünscht hätte.
00:26:34: Irgendwann festzustellen dass diese ganze Zeit die man irgendwas investiert hat endet und auf das man eigentlich hintrainiert.
00:26:42: Das ist schon ein sehr, sehr bitterer
00:26:44: Moment.".
00:26:45: Dann ins Coaching umzusteigen und da festzustellen dass ich das wahrscheinlich viel besser konnte wie spielen und damit mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten als wahnsinnig junger Coach sehr, Sehr viel Verantwortung zu übernehmen auch im Herrenbereich wo ich zum Teil Jünger war wie alle Spieler die ich gecoached habe es ja waren.
00:27:07: eine super coole Zeit Hat mir, glaube ich ... in Aufgaben, die ich später im Leben gehabt hat.
00:27:13: Ich hab mich total weitergebracht!
00:27:17: Du hast dann aber ja eine Krankheit bekommen, Pfeifarsches Drübenfieber?
00:27:20: War das so in dieser Zeit oder wann war das?
00:27:24: Das hatte ich zu einer Pause auch vom Sport gezwungen, weil du einfach schlapp warst.
00:27:30: Pfeiefarsches Trüben-Fieber ist ja so ne komische Krankheit.
00:27:34: Eine, die so schwer greifbar ist wie, weiß ich nicht, Long Covid... will ich jetzt gar nicht medizinisch irgendwie, da bin ich totaler Leier.
00:27:44: Aber eine die für mich zumindest so erscheint als wer sie schwer greif war.
00:27:50: was ist jetzt eigentlich das genaue Problem?
00:27:53: Wie geht es denjenigen dies haben?
00:27:55: wie hast du das empfunden?
00:27:57: Also das war tatsächlich nicht in München oder ich habe die Zelte in Münchern abgebrochen.
00:28:03: Ich bin bis heute ein sehr sehr ehrgeiziger Mensch und Eine der Dinge, die ich ... oder wenn du mich fragst was ich in München gelernt hab dann auch auf mich selbst zu schauen und aufzupassen.
00:28:17: Und mir selbst auch zuzuhören das ist etwas, was ich jahrelang ignoriert habe.
00:28:21: Da glaub' ich sehr rabiat mit mir selber umgegangen bin.
00:28:24: Und auch keine Grenzen irgendwie tolerieren wollte.
00:28:29: Auch wenn es mein ganzes Umfeld mir schon gesagt hat sozusagen dass ich weit über dem gesunden Maß unterwegs bin.
00:28:37: Ich bin zweimal in der Halle da noch umgekippt Und ich
00:28:40: habe
00:28:41: das scheinbar gebraucht, weil ich vollzeit gearbeitet war.
00:28:45: Praktisch gar nicht mehr daheim.
00:28:47: Ich hab nebenher noch studiert und es war einfach viel zuviel.
00:28:50: Ich musste zweimal umfallen, um dann festzustellen dass das ja völliger Wahnsinn ist was sich da macht.
00:28:56: Da dann entschieden Peter zurück in meine Heimat zu gehen haben einen Job übernommen in einer Bäckerei davon sechs bis zwölf vorgearbeitet und war nach zwölfen in den Bergen unterwegs den ganzen Tag.
00:29:08: Das war für mich wie eine Therapie, war mega-mega cool.
00:29:11: Aber es ist ja schon so ein Abschied von einem Traum dann auch oder?
00:29:15: Von dem Traumleben im Basketball viel unterwegs zu sein, Verantwortung zu haben.
00:29:21: Dieses Leben zu leben, von dem du jahrenstückweit dann auch geträumt hast und in einer anderen Rolle ... Ist dir das leicht gefallen, in dem Moment zu sagen okay jetzt treffe ich die Entscheidung?
00:29:30: Oder hat sich das überhaupt als so einen Abschied davon angefühlt?
00:29:33: oder nur als ich mache mal ne Pause?
00:29:37: Na eher wie eine Flucht, würde ich das beschreiben.
00:29:40: Eine Neubeginn irgendwie zu starten und es war wahnsinnig erholsam.
00:29:45: Vor allem keine Verantwortung mehr zu tragen einfach draußen unterwegs sein zu können diese Freiheit in den Bergen zu spüren.
00:29:52: Das war mega, mega schön.
00:29:53: einfach mit der Zeit erholt man sich dann natürlich auch und dann kommt die Ambition zurück.
00:30:00: Wie körperlich eingeschränkt warst du durch diese Krankheit?
00:30:03: Körperlich war ich gar nicht eingeschrankt ... mental hat mich das Werte gemacht.
00:30:08: Und die Diagnose war, aber Pfeifrisches Trüsenfieber?
00:30:11: Das kam später!
00:30:12: Da bin ich die Zugspitzwand noch geklettert, ... ... waren da dreizehn Stunden unterwegs und ... ... hab dann mich da schon schlecht gefühlt... ... und lag damit schüttelfrost im Bett.
00:30:22: Und hatte dann Pfeiefrisches Drüsen-Fieber.
00:30:24: und es war für mich zum ersten Mal,... ... dass ich eben körperlich so eingeschränkt war, dass ich nichts machen konnte.
00:30:29: Ein paar Aussteinen von oder viel Glück.
00:30:33: was sich verspür kommt bei mir auch über Bewegung.
00:30:36: Mein Bewegung einfach Spaß macht und darum zu legen, das hat mich unglaublich genervt.
00:30:41: Da saß ich dann mit einem Kollegen auf der Terrasse und es war unglaublich schönes Wetter und da hat er zu mir gesagt, er geht jetzt zum Pflegen.
00:30:48: Und dann dachte ich mir, bald ist es krass weil jetzt irgendwie klettern ist.
00:30:52: alles was ein Körper irgendwie körperlich beansprucht kann ich jetzt nicht machen.
00:30:56: Das war damals noch meine Vorstellung, das war auch nicht ganz richtig aber ich dachte mir einfach innen... ... in einem Sitz zu sitzen und durch die Luft zu segeln.
00:31:05: Kann so anstrengend
00:31:06: nicht sein!
00:31:06: Genau, das war der Grund warum ich mich dann zum Gleitschrankurs angemeldet habe.
00:31:13: Das erste Mal dann fliegen... Wie hat sich das angefühlt?
00:31:19: Aber auch wie hast du es gemacht?
00:31:21: Also bist du mit jemandem mitgeflogen oder ist ein Tann im Flug?
00:31:24: Normal leidt man sich das Zeug aus und schaut sich das mal an einer Flugschule Das taugt.
00:31:30: Wir haben aber klar, das taugten wir und ich hab mir das dann direkt
00:31:33: gekauft.".
00:31:33: Und es war wahrscheinlich ein Fehler weil dann lag das daheim... ...und ja dann ist's halt da!
00:31:41: Und dann war ich viel am Groundhandeln.
00:31:44: heisst das?
00:31:45: Das ist einfach in einem Feld wenn viel Wind ist mit dem Schirm zu spielen, da kann man ganz viel lernen.. ..und bin dann mit nem Kollegen ohne Schein noch zum Fliegen gegangen bei uns am Hausberg sozusagen rausgeflogen, hing dann da tausend Meter in der Luft.
00:32:02: Ist nicht klar war empfehle ich keinem würde ich auch nicht mehr machen ist aber gut gegangen war dann zwei drei mal schwarz fliegen bevor dann der Kurs bei dem ich ja schon angemeldet war tatsächlich stattgefunden hat und war im Zildertalen habe dann in zwei Wochen meinen Glatschemschein gemacht.
00:32:17: Wie hat sich das angefühlt da oben?
00:32:19: Also was daran hatte dich so fasziniert dass gesagt hast du das jetzt mein Ding?
00:32:26: also ich sag Das erste Mal
00:32:30: abzuheben,
00:32:31: also zu spüren wie ein Schirm einträgt ist ein unvergesslicher Moment.
00:32:37: Das ist was wo so dieses Gefühl immer wieder zum haben ist wahnsinnig schön und das ist auch etwas was ich bis heute wirklich viel mache.
00:32:45: Ich kann hinter dem Haus loslaufen und schnell auf den Berg und im Garten sozusagen wieder landen.
00:32:52: was mega mega cooles dann zusätzlich so diese Faszination wie wenigstens braucht, um aktiv fliegen zu gehen.
00:33:01: Also nicht irgendwo runter zu fallen oder zu segeln, also wie in den Fallschirmen sozusagen der halt einfach irgendwie kontrolliert nach unten bringt sondern mittlerweile gibt es ja schon mal die Wegen gerade mal ein Kilo oder sogar knapp unter einem Kilo zu unglaublich wenig Material selbst zu steuern Und am Ende des Tages schon auch beim Bergsteigen, das was einem Spaß macht, irgendwo raufzukommen.
00:33:29: Die sind runterweg irgendwie spannend zu gestalten und aus dem Runderweg noch mal einen Heiler zu machen oder sonst irgendwie so der nötige Übel ist.
00:33:37: Ja, das hast du dann angefangen zu kombinieren, dieses Auf- und Bergsteigen und dann runterfliegen?
00:33:47: Also wie kamst Du auf die Achttausende?
00:33:50: Weil du sagst bist ein ehrgeiziger Typ, wenn dann auch richtig hoch hinaus.
00:33:54: Weil ich war viele in der Alpen unterwegs eigentlich auf der Suche nach technisch schwierigen Routen und habe das dann angefangen immer mehr mit Gleitschirmen zu kombinieren weil es so viel Sinn macht, weil es einen Gleitschirm liegt praktisch nichts mehr und eröffnet tatsächlich zum Teil auch neue Möglichkeiten an einem Tag mehr zu machen, wie du zu Fuß irgendwie schaffen könntest irgendwo raufzugehen runterzufliegen nochmal irgendwo rufzugehen und wieder runter zu fliegen.
00:34:21: Und die Frage, die ich mir dargestellt habe ist ob es für mich möglich ist Bergstein in den Alpenbetreib an die höchsten Berge der Welt zu projizieren?
00:34:30: Das war so die Frage.
00:34:32: Dann im Jahr zwanzig zweiundzwanzig habe ich das sozusagen gewagt und bin zum allerersten Mal nach Pakistan gefahren.
00:34:41: Ja, bergsteigen war für mich daheim irgendwo rauf zu gehen und da zu pflegen.
00:34:45: Dementsprechend dann ... Hast du es übertragen?
00:34:48: Die Berge sind ein bisschen größer.
00:34:49: Ja, Jahr zwanzig-zwanzig war's der Plan!
00:34:51: Und das ist dann weder in dem Gipfel noch in den Flug geändert.
00:34:54: Auch da hab ich wieder viel dazulehnen dürfen und sicher viele Fehler auch gemacht, wo ich heute mit einem Lächeln vielleicht zurückblickt.
00:35:02: Ja dann zwanzigg, dreinzwanzigg habe ich mir den Traum nicht vom Gipfel erfüllt aber bin ... Das war
00:35:08: dann
00:35:09: am Broad Peak, die Geschichte
00:35:10: über die wir gesprochen haben.
00:35:11: Das waren zwanzig, dreiundzwanzig.
00:35:14: Jetzt habe ich eben gesagt ja es ist gleiche nur sind die Berge ein bisschen höher.
00:35:17: das natürlich so salopp dahin gesagt.
00:35:19: was sind die Herausforderungen mit dem Gleitschirm von einem achttausender runterfliegen gegenüber von einem viertausend?
00:35:26: Die größte Herausforderung glaube ich tatsächlich ist die mangelnde Infrastruktur weil du bei uns tolle Wetter vorhersagen hast Windstationen, überall Erfahrungswerte tatsächlich von hundert Fliegern die mittlerweile in den Alpen halt unterwegs sind und ins Karakorum zu gehen schlechte Wetterberichte zu haben gar keine Windstationen zu haben.
00:35:52: Und auch wenig Erfahrungsberichte macht das Ganze glaube ich so anspruchsvoll und bringt einen zum Teil schon wieder dahin zurück, glaube ich.
00:36:03: Wo Fliegen herkommt und das ist selber zu schauen, zu spüren, selbst einschätzen zu müssen weil du sitzt halt da und der Wetterbericht sagt man kann nicht fliegen aber irgendwie schaut es ja doch fliegbar aus und dann muss man einfach mal Wolken beobachten, spülen.
00:36:21: Gibt's Menschen die das machen?
00:36:23: Es glaub' ich was was immer mehr kommt.
00:36:26: Das gibt's noch nicht lang.
00:36:27: Es gab auch einige thermische Expeditionen.
00:36:32: Im Karakorum ist unter anderem auch der Höhen-Rekord aufgestellt worden.
00:36:37: Wo liegt er?
00:36:38: Auf fast Achttausend Fünfhundert Metern thermisch.
00:36:41: Es sind im Paarjuh gestartet, auf Viertausenden Metern und dann sechzig, siebzig Kilometer den Gletscher reingeflogen.
00:36:48: Und tatsächlich ... Der Höhenrekord war da auch am Broadpick auf Antoine Schera oder auf Achtdausend Vierhunderte und ein paar Zeitquatschen.
00:36:57: ist hochgeflogen.
00:36:59: Ist
00:37:00: thermisch hoch geflogen?
00:37:01: Ist schon mal jemand von über acht tausend Meter gestartet?
00:37:05: Auch das ja, auch im Karakorum Benjamin Vergine.
00:37:10: Ich hoffe ich spreche es richtig aus in Franzose.
00:37:12: Sampoort Pico noch K-II auch gestartet
00:37:14: Aber trotzdem nach wie vor Pionierarbeit.
00:37:19: Es sind ganz wenige und ich bin einer der allerersten die auf über sieben Tausend Metern den Gleitzschirm gestartet haben bis heute.
00:37:26: Also es war nach der Rettungsaktion, da war ich im Basecamp und eben sehr erschöpft.
00:37:31: Ich habe dann eineinhalb Wochen praktisch gar nichts gemacht.
00:37:34: Und dann hat sich noch mal ein Wetterfenster aufgetan... ...und der Dan, der ja auch seinen Gipfelversuch abgebrochen hat am fünffentzehnten Juli, der hat sich damit mit mir gemeinsam nochmal auf den Weg gemacht.
00:37:45: Er ist mit dir hochgelaufen und du hast ihn gesagt, tschüss!
00:37:47: Ich fliege runter.
00:37:47: Also
00:37:47: das ist was wir von Anfang an immer kommuniziert haben, dass mein Ziel ist runterzufliegen, damit ihm... Auch dem der einen zum Beispiel bewusst ist, dass wenn sich die Gelegenheit ergibt, dass ich das machen werde und er dann allein oben ist.
00:38:03: Und hat aber eingewilligt und wir waren dann gemeinsam auf sieben tausend, sieben hundert, um da feststellen müssen, es war einfach zu müde sind.
00:38:09: Wir sind jetzt zurück bis auf siebentausend Metern wo unser Zelt stand.
00:38:12: Das war eben genau die Situation.
00:38:14: Der Wetter bricht gesagt, das ist unfliegbar.
00:38:16: heute war da sehr frustriert, weil für mich irgendwie klar war, dass ich in dem Jahr kein Gipfel mehr erreichen werde.
00:38:22: Und für mich war es ja die zweite Expedition an, also zwei Jahre Vorbereitung ohne den Gipfels zu erreichen.
00:38:28: Saß dann so neben Zelt und dachte mir irgendwie ist das komisch!
00:38:31: Es war komplett windstill, hab dann eine halbe Stunde lang Wolken beobachtet... ...und hab dann entschieden, dass eben der Wetterbericht falsch sein muss.. ..und dass das fliegt bei uns.
00:38:40: Ich habe dann einen Startabbruch gehabt wo bei leichten Rückenwind, wo der Schirm nicht getragen hat.
00:38:49: Das ist eine Situation, wo daheim das Schirm fliegen würde in dichterer Luft und da oben eben nicht.
00:38:55: Ich habe dann noch mal ein bisschen gewartet auf so eine thermische Ablösung und bin dann in sechzehn Minuten von sieben tausend auf viertausend achthundert Meter ins Basecamp zurückgeflogen.
00:39:06: Hast du einen Ablauf für einen Entscheidungsprozess wie ihn zum Beispiel Piloten, ja Lernen in ihrer Ausbildung.
00:39:15: Mach's erst das, mach's erst dass.
00:39:17: Guck sie das und guck sie das an.
00:39:18: Dann trüsterne Entscheidung.
00:39:20: Gibt es da was oder ist auch das dann Bauchgefühl?
00:39:26: Ich hab Routinen.
00:39:27: die sind mit dem Bergsteigen beim Fliegen wichtig.
00:39:31: In der Höhe noch viel wichtiger weil das eben was ist wo man vielleicht nicht ganz so klar denkt wie daheim.
00:39:39: Und Das ist etwas wo ich die Dinge immer gleich mache sozusagen vom Wichtenschirm-Aufblick über gewisse Checkpunkte, die ich mir anschaue bevor ich tatsächlich starte.
00:39:52: Dann ist das so.
00:39:53: diese Grundsatzentscheidung ob ich glaube dass es fliegbar ist oder nicht, die treffe ich bevor ich den Schirm auspack und ich nehme aber das Recht daraus sozusagen bis zu dem Moment wo ich tatsächlich dann den letzten Schritt noch mache, da sich seinen Start auch abbrechen Wenn ich feststelle, da passt jetzt irgendwas nicht.
00:40:13: Und es muss nicht immer das Wetter sein.
00:40:15: Es kann auch eine Leine sein, die verknotet ist oder so was.
00:40:20: Ja für eben viele Punkte glaube ich... ...für sich mit ja beantworten muss bevor man tatsächlich fliegt.
00:40:30: Ich finde es ein interessanter Punkt weil das ja auch einer ist der und da kommen wir dann darauf Was können deine Erfahrungen aus den Bergen auch für das Leben der Hörerinnen und Hörern bedeuten?
00:40:45: Was können sie für dein Leben bedeuten, wenn du nicht in den Berge bist.
00:40:50: Also was lernst du da wo alles sehr reduziert ist?
00:40:54: Wo es wirklich darum geht?
00:40:55: okay wie treffe ich jetzt eine Entscheidung?
00:40:57: Ich muss jetzt eine treffen.
00:40:58: Wie mache ich das?
00:40:59: Wie treffen wir gute klare Entscheidungen?
00:41:02: Das ist ne gute Frage.
00:41:03: Und da finde ich eben Bergsteigen wahnsinnig spannend in vielen Facetten.
00:41:09: Und das startet beim Risikomanagement, es geht über Resilienz jahrelang in hohe Berge zu fahren und keine Gipfel zu erreichen was irgendwann an einem anfängt zu nagen.
00:41:22: und am Ende des Tages glaube ich... Das macht Bergsteigen auch so besonders dass gerade in hohen Bergen falsche Entscheidungen nichts sind wo halt etwas nicht funktioniert hat Sondern mal falsche Entscheidungen haben tatsächlich auch mit dem Leben bezahlt.
00:41:39: Es ist ja nicht immer so, dass du selber schuld bist.
00:41:41: Dass ein Unvermögen deinerseits bist wenn es nicht funktioniert.
00:41:46: Es gibt einfach äußere Faktoren die dann zu einer Entscheidung führen können weil das ist ja was ist, was oft passiert glaube ich.
00:41:53: Das Menschen sagen Ich hab's nicht geschafft und sich selbst zerfleischen dass sie nicht gut genug sind.
00:42:00: Natürlich ist es sinnvoll zu gucken, warum hat's nicht funktioniert?
00:42:02: Was kann ich besser
00:42:03: machen?".
00:42:03: Aber es gibt ja so ein Bereich, da hast du gar keinen Einfluss drauf oder?
00:42:09: Ja, man hat den Einfluß... Also die Entscheidung am Ende des Tages, die treffe ich immer noch selber und die Entscheidung ist immer ... Ist das möglich oder nicht?
00:42:20: Wie es ist, das Entscheidende am Ende der Tage ist der Berg Und ich darf mich halt nicht dazu verleiten lassen, Sie sagen jetzt bin ich da das vierte Jahr.
00:42:28: Das Rechtfertigt ja nicht in schlechten Bedingungen weiterzugehen.
00:42:32: Es interessiert den Berger nicht, wie oft ich da schon hingefahren bin.
00:42:35: Da gibt es dann viele Themen die man irgendwie beachten muss.
00:42:37: Das ist Wetter, das sind Lawinen und das ist Steinschlag... ...das ist die eigene Kapazität.
00:42:44: Und auch da beim Bergsteigen ja unglaublich spannend dass ich sage wenn ich... Wenn ich hundert Meter laufe, dann probiere ich halt so schnell wie's geht!
00:42:52: Und dann probier mal und dann schauen wir was irgendwie rauskommt.
00:42:55: aber wo ist dieses Limit beim Berg steigen?
00:42:58: Das absolute Limit ist ja nicht nach Hause zu kommen und das ist aber das, was ich ja nie erreichen will.
00:43:03: Und da Herausforderungen zu finden die tatsächlich echte Herausforderungen sind und die aber trotzdem immer noch genug Marge beinhalten dieses höchste Ziel und dass es nachhause zu kommen oder für mich ist es nach hause zukommen immer berücksichtigen.
00:43:20: Das ist glaube ich so die große Kunst an Berg.
00:43:22: Passt du deine Ziele an, wenn es jetzt wieder nicht funktioniert hat?
00:43:26: Nächstes Mal gehe ich da ein bisschen tiefer oder nehme eins was leichter zu erreichen ist.
00:43:32: Oder guckst du eher wie kann ich noch besser werden damit's wahrscheinlicher wird, damit ich dieses Ziel, das ich eigentlich gehabt habe, erreichend.
00:43:40: Also ich glaube gute Entscheidungen zu treffen und am Ende des Tages auch langfristig Erfolg zum Moment ganz viel damit zusammen vernünftig zu reflektieren Das mag sein Ziel zu adaptieren, dass ich sage am Ende des Tags in den Bergen stelle ich mir einfach viele Fragen.
00:44:00: Kann nicht bergsteigen wie sie einen Alpen machen die höchsten Berge der Welt projizieren?
00:44:04: Vielleicht fahre ich dahin und stell fest das geht nicht und möchte es dann hundertmal probieren wenn ich irgendwie feststelle ist das ist nicht möglich oder erst eine Erstbesteigung gemacht.
00:44:17: vielleicht ist der Berg ja nicht besteigbar für mich Da eben zu schauen, wenn jetzt was nicht funktioniert.
00:44:23: Aber auch wenn ich Erfolg hatte sozusagen zu hinterfragen warum ist es so?
00:44:28: Dann bei neuen Expeditionen oder neuen Zielen dieses Wissen mit Einfließen zu lassen das macht am Ende des Tages einen guten Bergsteiger und ich glaube tatsächlich auch einen guten Manager oder irgendwas aus.
00:44:42: weil ich glaub dieser Prozess am ende des Tages bleibt immer gleich.
00:44:46: Wenn wir noch mal zurückgehen auf dein Basketball spielen, dann festzustellen, du kommst da hin in eine Mannschaft.
00:44:53: Sie sind alle besser als ich oder habe ich eigentlich nix verloren?
00:44:57: Dann die Entscheidung zu treffen... Ich besorg mir jetzt einen eigenen Korb und ich trainiere jetzt, trainiere jetzt, traininge jetzt damit ich darauf das Level komme!
00:45:05: Oder zu sagen irgendwann also auch das ist ja dein Buch heißt so Gradwanderung.
00:45:11: Wann tue ich das?
00:45:12: Und wann sage ich dann, ey, ich glaube, ich bin vielleicht ein viel besserer Coach als ein viel besseres Spieler.
00:45:17: Ähnlich ist es ja mit den Bergen, dass was du beschrieben hast, gucke ich drauf, was kann ich tun und damit's wahrscheinlicher wird.
00:45:25: Das ist immer gut und wichtig sich zu fragen wie kann ich Fähigkeiten verbessern?
00:45:30: aber wann sage Ich okay jetzt passe ich das Ziel einfach an weil scheint für mich irgendwie nicht machbar zu sein
00:45:37: Zum Teil schwierig und manchmal auch so offensichtlich.
00:45:40: Also im Basketball war das mehr als offensichtlich, dass diesen Traum den ich hatte, dass der ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr realistisch war.
00:45:50: in den Bergen bin ich an die Grenze Gott sei Dank irgendwie noch nicht gestoßen.
00:45:55: Und trotzdem habe ich viel adaptieren müssen und hab viele Fehler gemacht gerade auch strategische Fehler in Expeditionen, die ich heute nicht mehr mache.
00:46:05: Ich habe viel von anderen lernen dürfen.
00:46:07: Das ist für mich was, auch wenn ich so zurückdenke an meine Basketball-Karriere.
00:46:13: Wenn ich bergsteigen würde wie ich Basketball gespielt habe dann wäre ich heute tot.
00:46:19: Wir haben ja im Vorgespräch, was wir geführt haben als wir nicht gegenüber saßen sondern telefoniert haben.
00:46:25: Auch darüber gesprochen dass ich es immer ganz wichtig finde um mal zu schauen Was ist denn wirklich das was auch Menschen die jetzt den Podcast hören mitnehmen können?
00:46:36: Weil die vermutlich nicht reizängen und sagen, boah, ein Gleitschirm von acht tausend Meter ist.
00:46:42: Hätte ich auch Bock?
00:46:43: Ich glaube das versuche ich mal.
00:46:45: Dem Ziel widme ich mich mal!
00:46:48: Hast du eine Botschaft für Menschen, die vermutlich nächstes Jahr im Himalaya unterwegs sind... ...die aber trotzdem Lust haben daraus zu gehen, die auch gerne an einem Berg sind,... sich nicht nur unterhalten lassen wollen Für Abenteuern, die du erlebst.
00:47:07: Sondern da gerne was mitnehmen möchten?
00:47:11: Auf Abenteuer nimmt man immer etwas mit und ich glaube Berg ist immer ein Abenteurer Und das ist ja das Schöne an der Materieberg Wo ich vielleicht das Abenteur einem Hund bergssuche für jemanden, der nie in den Bergen ist.
00:47:26: Es ist ein kleiner Berg, vielleicht genauso großes Abenteier wie für mich ein ganz großer Berg Im Rahmen seiner Möglichkeiten, sich auf das einzulassen ist was sehr bereicherndes.
00:47:39: Herausforderungen zu suchen?
00:47:41: Weil im Rahmen seiner Möglichkeit ist ja auch immer so ein Ding ... Du guckst ja auch, dass du deine Grenzen verschiebst und den Rahmen deiner Möglichkeiten ja auch dann sehr austestest.
00:47:55: Glaubst du, das ist wichtig?
00:47:57: Für mich persönlich ist es wichtig!
00:47:59: weil ich glaube, dass man in diesem Prozess sich selbst kennenlernt oder besser kennenlernte.
00:48:04: Das hilft dann tatsächlich in allen Lebenslagen.
00:48:07: Gerade der Berg ist etwas wo man auch feststellt wie viel man leisten kann was man sich gar nicht vorgestellt hat oder was man es sich nie hätte vorstellen können.
00:48:18: Trotzdem diesen Respekt vor dem Berg und vor der eigenen Leistungsfähigkeit zum Hamm.
00:48:24: Berge sind gefährlich das ist einfach so Genauso wie das mehrgefährliches und allen anderen Facetten auch.
00:48:32: Das ist vielleicht die Herausforderung und die Kunst, deswegen kann ich nur logischerweise appellieren, dass ich sage geht's raus und sucht solche Herausforderungen, lernt sich selber kennen aber eben halt immer mit dieser gewissen Demut.
00:48:49: Was ja dabei oft hilft und es ist ein Thema für das du dich einsetzt, das du lebst... Ist das man es ehrlich macht?
00:48:57: Was ich damit meine ist, macht Sinn mit der Gondel hochzufahren oder soll ich aber zu Fuß hochlaufen?
00:49:02: Weil wenn ich zu Fuß nicht hochkomme... Also zu Fuß komme ich halt nur so weit wie ich komm.
00:49:06: Wie es auch dann meinen Möglichkeiten entspricht.
00:49:09: Mit einer Gondle kann ich mich da irgendwo hochfahren lassen und bin dann in deiner Höhenlage unterwegs für die vielleicht gar nicht fit genug bin.
00:49:18: Das ist ja beim Berg Sport oft so ein Ding.
00:49:20: also wie einfach machen wir das Besteigen der Berge Und wie gefährlich wird's?
00:49:24: Dann wird es nicht viel gefährlicher, weil dann da Leute unterwegs sind die gar nicht die Fähigkeiten haben dafür.
00:49:29: Was weiß ich mal
00:49:30: hin?
00:49:31: Ich glaube am Ende des Tages muss ich mir die Frage stellen warum mache ich das und sprich nichts dagegen vielleicht den Chamonimal auf den Güdimedi raufzufahren mit der Gondel auf drei tausend achthundert Metern und sich die Inspiration zu holen was es für Berge gibt was im Bergspot möglich ist.
00:49:51: und vielleicht fasziniert mich das so, dass ich den Weg in die Berge finde oder diesen Ärger zu den Bergen finden.
00:49:59: Dass sich sagt, das möchte ich selber mal besteigen oder wirklich selbst erleben.
00:50:05: So wie ich halt diese Dias damals gesehen habe und mir dachte es ist was was ich gern haben möchte.
00:50:11: aber am Ende des Tages und da kann ich jetzt nur für mich sprechen ist es so, der Stolz den ich hab wenn ich einen Berg von unten mit meinem eigenen Know-how bis zum Gipfel besteige und wieder runter.
00:50:24: Und dann vielleicht in einem Campingstuhl sitz, um mir das Ganze anschauen ist deutlich größer wie vielleicht irgendwas zu machen wo ich die Hälfte jemand anderen eine Gondel z.B.
00:50:37: dafür arbeiten lasse und dann auf dem Gipfl oben stehe wo ich aber weiß den würde ich wahrscheinlich selber nie erreichen.
00:50:43: Das is was wo man vielleicht auch die Frage stellen kann ob's oder wo ich manchmal wünschen würde dass mal dass man das vielleicht ausblendet, dass wir bergsteigen was für mich großes Abenteuer ist irgendwie an Zahlen festzumachen.
00:50:59: Ich war am höchsten Gipfel ich war der schnellste oder ... ich weiß es nicht Das sind... Für mich persönlich sind das Berge nicht und müssen Berge auch nicht sein.
00:51:11: Und am Ende des Tages ist das glaube schon noch ein Grund warum viele Unfälle dann passieren weil ich dann eben zielen hinterherjagd die auch gar nicht von Herzen kommen.
00:51:21: Was sind Berge für dich?
00:51:25: Abenteuer.
00:51:28: Danke, Lukas!
00:51:29: Für die Inspiration.
00:51:30: Ich glaube da ist einiges an der Inspiration dabei.
00:51:32: Wünsch dir viel Erfolg natürlich und viel Freude vor allem bei dem was du vor hast.
00:51:38: jetzt dann in näherer und auch fernerer Zukunft gibt es noch mal einen Versuch mit einem Achttausender und einem Gleitschirm.
00:51:46: Ende Mai geht's wieder los.
00:51:48: Wieder ein Broad Peak?
00:51:50: Nee zwei Monate werden wir unterwegs sein im Karakor an drei verschiedenen Bergen, da alles Jason und ich.
00:51:59: Der Broad Peak ist nicht geplant aber immer noch in meinem Kopf.
00:52:04: Für mich persönlich glaube ich mit dieser Geschichte abzuschließen würde ich gerne den Broad Peak nochmal irgendwann probieren.
00:52:10: Ist aber nichts was mich jetzt stresst.
00:52:13: Hast du auch noch ein bisschen Zeit?
00:52:14: Ich bin hoffentlich noch jung genug gern!
00:52:26: Ich habe es im Intro schon gesagt das erscheint jetzt das erste Buch von Lukas.
00:52:30: Gratwanderung heißt das und das bekommst du überall, wo es Bücher gibt.
00:52:36: Ab übermorgen!
00:52:38: Ich packe dir den Link zu dem Buch aber natürlich auch nochmal in den Newsletter rein.
00:52:42: Den Newsletter der diesen Podcast begleitet, der immer wöchentlich erscheint – und zwar am Sonntag und den du abonnieren kannst unter Christopherster.com.
00:52:51: Was ich dir da auch nochmal reinpack, ist der Link zu Lukas Website.
00:52:59: Ich nenne ihn aber hier gerne auch einmal lukaswörle zusammengeschrieben.com und den Link zu seinem Instagram-Account.
00:53:09: Auch auf Instagram findest du Lukas unter seinem Namen Lukas Wörle!
00:53:14: Ich danke Dir fürs Zuhören, freue mich wenn Du nächste Woche wieder dabei bist zur neuen Folge von Freiraus und wünsch Dir bis dahin eine gute Zeit.
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