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Wem gehört deine Aufmerksamkeit und was hat der Wald damit zu tun? Plus: Reise-Trends

Shownotes

// Wenn du dich müde fühlst, gestresst bist oder dein Energielevel einfach etwas höher sein könnte, dann liegt das möglicherweise an der Aufmerksamkeitsagressivität deiner Umgebung. Was das ist, das klären wir in dieser Folge. Wir klären auch, warum und wie die Natur uns helfen kann, unser natürliches Aufmerksamkeitslevel wieder herzustellen, sprich uns hellwach machen kann. Aufmerksamkeit ist nicht gleich Aufmerksamkeit und auch nicht gleich Achtsamkeit, sanfte Faszination entspannt und Panorama-Bewusstsein fühlt sich schon fast wie Erleuchtung an. Keine Sorge: Was jetzt noch kryptisch klingt, wird ganz schnell klar. Es gibt brandneue Reise-Trends mit erstaunlichen Wendungen und ein wenig Aufruhr um die Bundeswehr ...

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// Outro-Song: Dull Hues by Lull (audiio.com)

Transkript anzeigen

00:00:00: Einer der verantwortlichen dieser Studie sagt, die Essenz des Reisens verändert sich.

00:00:05: Auf der Suche nach dem tieferen Sinn und echter Verbundenheit lassen sich Menschen zunehmend von Emotionen bleiben.

00:00:12: Manchmal heilt die Natur weil sie nichts ohne uns will und manchmal weil sie alles von uns abverlandt.

00:00:21: Achtsamkeit üben wir!

00:00:23: Aber diese unwillkürliche Aufmerksamkeit, diese Soft-Fascination, die passiert uns... Und zwar plant die Bundeswehr, ein sogenanntes Karrierecamp auf dem Brocken.

00:00:39: Dass das nun auf den Brocken stattfindet und dass da auch über Naturschutzgebieten und im Nationalpark unter anderem tiefe Flügel geplant sind von Düsen, Jets

00:00:51: usw.,

00:00:53: Das sorgt für einen Unmut bei vielen Menschen, denen die Natur vor Ort am Herzen liegt.

00:01:15: Ja moin und herzlich willkommen bei Freiraus, dem Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer in unserem Leben.

00:01:22: Ich bin Christoph Förster und eins habe ich jetzt schon geschafft nämlich deine Aufmerksamkeit bekommen darüber.

00:01:29: Ich freue mich dafür, bedanke ich mich und genau um das Thema geht es in der heutigen Folge aber auch.

00:01:37: Was zieht unsere Aufmerksamkeit?

00:01:39: Wo hören wir hin?

00:01:40: Wo gucken wir

00:01:41: hin?!

00:01:41: Warum tun wir das?

00:01:42: Was für verschiedene Arten von Aufmerksamkeit gibt es?

00:01:46: Was ist Aufmerksamkeitsaggressivität?

00:01:51: Warum sind einige Umgebung, Aufmerksamkeits aggressiv?

00:01:56: Und welche sind es nicht?

00:01:58: Spoiler die Natur der Waldweite Landschaften.

00:02:03: Die erfordern zwar auch unsere Aufmerksamkeit auf verschiedene Arten und Weisen.

00:02:11: anders und das wirkt auf uns auch wieder anders.

00:02:15: Wir gucken da heute mal drauf aus einer wissenschaftlichen Perspektive, ich habe natürlich für immer auch eigene Gedanken dazu und es gibt auch wie immer so ein paar Ideen in der heutigen Folge was das für dich bedeuten kann wie du diese Erkenntnisse um die es auch geht in der heutigen Folge nutzen kannst für dich um nochmal bewusst daraus zu sein um Momente zu kreieren in der Natur, die besonders wertvoll sind.

00:02:45: Insofern drehen wir das was wir hier vor zwei Ausgaben gehört haben von Rob und Tim Die Reisen anbieten vor allem in Schottland nochmal etwas weiter gucken noch mal ein bisschen tiefer Um besser zu verstehen wie die Natur auf uns wirkt Und wie wir auch rauskommen aus diesem Optimierungswahnsinn aus einer Situation, in der wir uns oft müde fühlen.

00:03:11: Wo wir aber ganz oft auch nicht so richtig wissen wie wir aus diesen Mustern ausbrechen.

00:03:17: und dafür gibt es einfach heute auch nochmal ein paar Impulse.

00:03:21: Wie gesagt wissenschaftlich basiert kein rein spirituelles Geschwurbel sondern wirklich handfeste Informationen und Erfahrung.

00:03:32: Letzte Woche hatte ich Dominik hier zu Gast, Minentaucher bei der Bundeswehr.

00:03:35: Wir haben über die Ausbildung zum Minentauch gesprochen und über vieles mehr.

00:03:41: Stichwort Bundeswehr.

00:03:42: da ist mir die letzten Tage jetzt ein Thema über den Weg gelaufen von dem ich schon gehört hatte dass es jetzt aber nochmal explizit aufgepoppt ist weil es viele Diskussionen darum gibt.

00:03:54: Und zwar plant die Bundeswehr ein sogenanntes Karrierecamp auf dem Brocken im Harz.

00:04:02: Ein Karrierekamp, da geht es im Prinzip darum, die Bundeswehre vorzustellen und als Arbeitgeber zu präsentieren – den Menschen, die daran interessiert sind möglicherweise bei der Bundeswehr anzuheuern!

00:04:16: Dass das nun auf dem Brocken stattfindet und dass da auch über Naturschutzgebieten und dem Nationalpark unter anderem tiefe Flügel geplant sind von Düsen, Jets usw.

00:04:30: Das sorgt für einigen Unmut bei vielen Menschen den die Natur vor Ort am Herzen liegt.

00:04:37: Es gibt wohl einige andere Ausweichmöglichkeiten, sprich Gelände wo das auch stattfinden könnte aber die Bundeswehr hält daran fest dass wirklich oben auf dem Brocken stattfinden zu lassen.

00:04:50: Wahrscheinlich auch so ein Anführungszeichen Leuchtturmprojekt.

00:04:55: Das Bild passt jetzt nicht so ganz in die Leuchttürme, stehen ja eher an der Küste.

00:05:00: Aber du weißt was ich meine?

00:05:01: Es gibt natürlich auch Menschen, die sagen das doch jetzt nicht zu dramatisch lasst es doch da oben stattfinden!

00:05:09: Ich will hier an dieser Stelle gar nicht meine Meinung dazu äußern denn darum geht's hier gar nicht.

00:05:15: aber ich möchte darauf hinweisen dass es die Möglichkeit gibt eine Petition zu unterschreiben gegen dieses geplante Karrierecamp der Bundeswehr auf dem Brocken.

00:05:28: Diese Petition findest du, wenn Du suchst im Internet nach Bundeswehr Camp Brocken und dazu vielleicht noch Petitionen dann wirst Du da fündig!

00:05:38: Ich werde diese Petition aber natürlich auch nochmal verlinken in dem Newsletter der diesen Podcast begleitet den Du abonnieren kannst wenn Du es so nicht getan hast unter christoförster.com frei raus.

00:05:50: Wollte ich kurz loswerden, weil wir gerade in der vergangenen Woche das Thema Bundeswehr hatten?

00:05:56: Dann habe ich heute von einer Studie gelesen die mich nochmal an die Vorletzte Folge, die ich schon angesprochen habe erinnert hat.

00:06:03: Nämlich Divus um die besonderen Momente in der Natur und die besondere Momente auf Reisen geht!

00:06:09: Die Episode mit Robb und Tim.

00:06:12: Diese Studie hat mich dann zu dem Gedanken geführt, der als Titel über dieser Folge steht.

00:06:18: Ich will dir diesen Zusammenhang gleich gerne erläutern.

00:06:21: Wir starten damit gleich in den Hauptteil dieser Folge.

00:06:24: Atmen aber vorher noch einmal kurz durch.

00:06:48: Wie im Intro erwähnt, habe ich heute von einer Studie gelesen, die der französische Hotelkonzern Accord durchgeführt hat.

00:06:56: Diese Studie heißt Experiential Travel Trends-Karriere.

00:07:02: Also ein Bericht eine Befragung zu den Trends was Erfahrungen und Reisen betrifft in dem vor uns liegenden Jahr.

00:07:12: Viertausendfünfhundert ungefähr Reisende wurden befragt aus insgesamt neuen Ländern unter anderem auch aus Deutschland und zusammengefasst lässt sich sagen, dass dabei vor allem eine wachsende Sehnsucht nach Freiheit, Authentizität und emotionaler Intensität im Fokus stehen.

00:07:31: Das fand ich ganz interessant weil das genau die Dinge sind über die wir hier im Podcast seit an Beginn ja sprech.

00:07:38: Einer der verantwortlichen dieser Studie sagt, die Essenz des Reisens verändert sich.

00:07:43: Auf der Suche nach dem tieferen Sinn und echter Verkundenheit lassen sich Menschen zunehmend von Emotionen leiden.

00:07:49: Die Zukunft des Reises liegt nicht darin was man sieht sondern wie tief man fühlt Und Reisen bedeutet auch mehr als ein Ortswechsel.

00:07:59: Sondern wurden da acht Trends raus kristallisiert und formuliert die teilweise auch deutlich machen, dass es eben nicht nur um tiefe intensive Naturerfahrung geht sondern auch um andere Reize.

00:08:13: Naja ist ja auch eine Studie eines großen Hotelkonzerns klar das ist da jetzt nicht nur, um's Zelten irgendwo in der Wildnis geht.

00:08:22: Der erste Trend sind alle englischsprachig formuliert ist die Endorphin Economy.

00:08:29: Da geht es viel um Live-Erlebnisse, Konzerte, irgendwelche Veranstaltungen, Sportveranstaltung und so weiter.

00:08:37: Also besondere Momente in dieser Hinsicht, dass man irgendwo auf einer Veranstaltung... was erlebte.

00:08:44: Zweite, das sind sogenannte Hyper Playgrounds.

00:08:47: da geht es um immersive Erlebniswelten also ja auch Hotels die dann besondere Erlebniswelten aufgrund ihrer Ausstattung ihres In-Designs schaffen.

00:08:58: Es geht aber auch um Escape Rooms und so weiter.

00:09:01: Dritter Trend Portable Lifestyles Das heißt Lifestyle To Go dass du den Lifestyle den Du zu Hause hast im Prinzip mit nimmst auf Reisen.

00:09:13: Der vierte Trend ist sie überschrieben mit Social Wellness, da geht es darum dass persönliche Begegnungen und Verbindungen wichtiger werden für die Menschen auch vor Ort, wenn sie reisen.

00:09:27: Trend Nummer fünf heißt hier Memory Lanes die Sehnsucht nach nostalgisch weil sich Menschen eine Zeit zurückwünschen in der alles echter und weniger digital schien.

00:09:41: das ist auch interessant.

00:09:43: also statt flüchtiger Erlebnisse wünschen Sie sich mehr greifbare erlebnisse geschichtsträchtige Orte eine authentische Atmosphäre und eben nicht ständig dieses in einer anderen digitalen Welt sein.

00:09:58: Der nächste Trend wird bezeichnet mit Earth sinking, also ein Synchronisieren mit der Erde, mit der Natur, mit dem Rhythmus, mit einer Seesonalität, also knüpft im Prinzip an den davor genannten Trend Beinhaltet auch Naturphänomene wie den Sternenhimmel, die Nordlichter, Meteor Schauer und so weiter.

00:10:23: Siebter Trend Unfiltered Journeys.

00:10:26: Authentizität schlägt Inszenierung, inwiefern das dann wirklich immer so schon wiederzufinden ist unter anderem auf Social Media Accounts, dass einmal dahingestellt aber offenbar wünschen die Menschen sich das.

00:10:40: Dass weniger Show dabei ist sondern mehr echtes.

00:10:43: und der achte Trend heißt dann hier Points-Mexing, da geht es um Punkte sammeln, Kunden treue Programme und so weiter.

00:10:53: Und wie dieses Zugehörigkeitsgefühl zu eben unter anderem Hotelketten sich entwickelt und verstärken kann.

00:11:00: Aber den Punkt, den lassen wir jetzt da mal so ein bisschen raus.

00:11:04: insgesamt aber sehr interessant wie ich finde und ich bin gespannt wie sich solche Erkenntnisse dann in der Tourismusbranche auch widerspiegeln.

00:11:13: das ist für mich jetzt nicht das allerwichtigste aber ich find schon interessant wie sich so Bedürfnisse und Sehnsüchte auch entwickeln warum sie sich so entwickeln offenbar immer mehr spüren, dass uns was fehlt und auch wie wir immer mehr ahnen wo und wie wir das finden können.

00:11:35: In den allermeisten Fällen ist es aber tatsächlich nur eine Ahnung und wir wissen nicht so recht wie wir da anstellen sollen.

00:11:43: und dann hat es am ende doch wieder auswügse die zum Gegenteil führen, dass wir da in eine Richtung gehen von der wir uns was versprechen.

00:11:53: Aber falsch in Anführungszeichen herangehen gibt ja kein richtig oder falsch aber zumindest nicht zielführend vorangehen, was eben das betrifft, was wir eigentlich erreichen wollen nämlich... runter kommen, dass wir aus diesem Optimierungsdenken rauskommen.

00:12:11: Dass wir unser Stresssystem wieder ein bisschen runter regulieren und das wir näher an uns selbst heranrücken.

00:12:18: Das wir das Gefühl haben wirklich da was echtes zu erleben Und mit der heutigen Folge werde ich mal versuchen, so einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass wir das vielleicht klarer sehen.

00:12:31: Dass wir eine bessere Vorstellung davon bekommen wie wir das angehen können damit es tatsächlich funktioniert.

00:12:38: Das wir uns oft unausgeglichen fühlen gestresst müde!

00:12:41: Das liegt oft nicht unbedingt daran dass wir tatsächlich müde sind weil wir zu wenig geschlafen haben.

00:12:48: auch das kommt natürlich vor sondern dass unsere Aufmerksamkeit total überlastet ist.

00:12:55: Dass da viel zu viele Dinge sind, die nach unserer Aufmerksamkeit schreien und wir diesen Reizen unweigerlich nachgehen weil dir auch oft so konstruiert sind dass wir ihn nachgehen das ist ja das perfide.

00:13:10: daran Kennen wir alle.

00:13:11: Wir tun gerade irgendwas, versuchen uns vielleicht sogar zu konzentrieren auf etwas und dann kommt ständig irgendein anderer Reiz rein.

00:13:20: Vielleicht hörst du diese Podcast-Folge jetzt gerade während du im Bett legst und vielleicht kurz vor ihm einschlafen bist?

00:13:27: Und da ist tatsächlich nichts anderes was dich ablenkt!

00:13:31: Vielleicht hörst du diese Podcastfolge aber auch auf dem Weg zur Arbeit.

00:13:36: Sitz vielleicht gerade in der U-Bahn, wo dich Reklame anspringt?

00:13:41: Vielleicht noch jemand durch die U-bahn läuft, der auch deine Aufmerksamkeit möchte aus welchen Gründen auch immer?

00:13:47: Vielleicht sitzt du im Auto und fährst in regelmäßigen Abständen oder auch unregelmäßige Abstände an irgendwelchen Schildern vorbei.

00:13:54: Vielleicht kommt auch gerade irgendein Informationssignal aus deinem Auto.

00:13:59: Vielleicht sitzt Du am Rechner oder hast das Smartphone in der Tasche, dass gerade brummt oder klingelt wo die nächste Information reinkommt und der oder die nächste vielleicht auch nur irgendeine App um deine Aufmerksamkeit bult.

00:14:12: Im Prinzip lässt sich das beschreiben, als eine Aufmerksamkeitsaggressivität.

00:14:18: Eine Umgebung in der ständig jemand versucht deine Aufmerksamkeit zu bekommen mit hellen Farben, mit Bewegungen und Kontrasten, mit Benachrichtigungen, die reinplotten... Das heißt unsere Umgebungen, ein Großteil unserer Umgebungs-, in der wir uns tagtäglich bewegen ist darauf ausgelegt dass sie unsere Aufmerksamkeit extrahiert, also aus uns rausholt sozusagen und für sich Bad Sport.

00:14:50: Diese Art der Aufmerksamkeit ist eine gerichtete Aufmerksamkeit Und das zieht Energie aus unserem System raus.

00:14:59: Also rein physiologisch, weil diese Art der Aufmerksamkeit Ressourcen benötigt zum Beispiel Glucose und die ist endlich, die es irgendwann erschöpft.

00:15:09: also diese Aufmerksamkeit ist Gerichtete Die ermüdet irgendwann.

00:15:14: Das reduziert auch mit der Zeit unsere Impulskontrolle.

00:15:18: Wir werden reizbarer wir werden Entscheidungsschwächer unsere Aufmerksamkeit auf Dinge richten, weil wir halt nur eine begrenzte Aufmerksamkeitskapazität haben.

00:15:33: Und dann müssen wir ständig entscheiden ja was vergessen wir jetzt wieder?

00:15:37: Was lassen wir links liegen?

00:15:39: wo geht unser Fokus unserer Aufmerksamkeit hin?

00:15:42: und da sind wir dann voll drin in diesem Wettbewerb um Aufmerksomkeit.

00:15:46: Ich bin mir ziemlich sicher dass die meisten von uns das total unterschreiben würden und sagen würden Ja kenne ich Verstehe ich, klingt total plausibel und logisch für mich.

00:15:57: Aber wie komme ich denn da raus?

00:15:59: Also was kann ich dann machen?

00:16:01: Weil das ist ja nun mal meine Umgebung!

00:16:04: Mir wird von überall immer ständig entgegengeschrien und um meine Aufmerksamkeit gebohlt.

00:16:10: Und da sind wir bei der Natur.

00:16:13: Ich will jetzt hier gar nicht platt sagen, in der Natur ist das alles anders als das alles viel besser und die ist die Lösung weil es für dich wahrscheinlich auch nicht die ganz große neue Erkenntnis wäre.

00:16:26: ich will aber mal darauf gucken warum die Natur für uns eine große Hilfe sein kann und zwar weil sie unsere Aufmerksamkeit anders organisiert.

00:16:33: um das zu verstehen schauen wir uns einmal ein kognitives Modell an von Kaplan und Kaplan, von Rachel und Steven Kaplan aus den neunzehntachtiger Jahrhahn ungefähr.

00:16:47: Wir können aber weitere hundert Jahre zurückgehen um mal auf die Ursprünge dieses Modells zu gucken.

00:16:53: Es kam ein Wissenschaftler William James.

00:16:55: der hat schon achtzehnhundertundneinzig unterschieden zwischen Freiwilliger und unwillkürlicher Aufmerksamkeit.

00:17:02: Voluntary attention, das ist die freiwillige Aufmerksamkeit und die involuntary Attention also die unwillköliche Aufmerksomkeit.

00:17:11: Rachel und Steven Kaplan haben das denn aufgegriffen und ungefähr hundert Jahre später die sogenannte Aufmerksamkeits-Wiederherstellungstheorie entwickelt Die Attention Restoration Theory ART, oder ART.

00:17:28: Wir können einfach sagen die Aufmerksamkeit wie der Herstellungstheorie was ein kryptisches, abgefahrenes Wort ist.

00:17:36: Aber das erklärt es eigentlich ganz gut!

00:17:39: Ich würde es trotzdem noch mal in anderen Worten tun beziehungsweise erläutern wie sie auf diese Theorie gekommen sind und was der Ursprung ist.

00:17:48: Wie gesagt, es gab historisch da schonmal jemanden der sich damit beschäftigt hat aber die beiden Rachel und Stephen Kaplan waren Umweltpsychologen an der University of Michigan.

00:18:02: oder so aus der Romantik, sondern aus der kognitiven Psychologie.

00:18:06: Und was sie rausfinden wollten war wie Menschenreize aus der Umgebung verarbeiten.

00:18:13: Das heißt die Natur war nicht ihr Ausgangspunkt, sondern am Ende das Ergebnis ihrer Forschung.

00:18:21: Die haben halt gemerkt dass Menschen besonders nach Natur aufenthalten Erholt, warn oder beschrieben haben, dass sie sich besonders erholt fühlen.

00:18:30: Gleichzeitig haben Sie festgestellt das die gerichtete Aufmerksamkeit, die ich eingangs beschrieben habe, dass die messbar ermüdet.

00:18:39: Jetzt haben sie diese beiden Linien zusammengebracht und sich gefragt was denn an Naturaufenthalten anders ist bzw wie die Aufmerksamkeit da eine andere ist wenn sie nicht gerichtet ist, weil diese gerichtete Aufmerksamkeit ihm ermüdet hat aber die Naturaufenthalte nicht ermüdet haben.

00:18:58: Ihre Erklärung war und das ist denn der Kern dieser Aufmerksamkeits- wiederherstellungstheorie dass wir in der Natur auf eine andere Art und Weise aufmerksam sind Und zwar haben Sie das beschrieben mit dem Begriff Soft Fascination also sanfte Faszination oder mühelose Aufmerksamkeit.

00:19:19: Also eine Aufmerksamkeit, die nicht aktiv von uns irgendwo hin gerichtet wird und auch keine, die uns anschweilt.

00:19:28: Die buhlt um uns!

00:19:31: sondern eine, die einfach passiert und die dann wirkt wie so ein kognitiver Neustart.

00:19:37: Das heißt sie setzt dann unsere Aufmerksamkeit wieder zurück also stellt die natürliche Art und Weise der Aufmerksamkeit wieder her.

00:19:47: deshalb den Name dieser Theorie.

00:19:49: jetzt gibt es auch kritische Stimmen zu dieser Theorie weil sie wie so viele Untersuchungen und Studien Das Problem hat, dass sich nie so ganz isoliert herausfinden lässt was jetzt genau dafür gesorgt hat das die Menschen sich nach Natur aufenthalten erholt gefühlt haben.

00:20:10: Es gibt auch eine sogenannte Stress-Regulation Theorie Die die physiologischen Auswirkungen der Natur auf unseren Organismus auf unser System beschreibt.

00:20:22: Und diese beiden zum Beispiel, die lassen sich ja nicht so richtig voneinander trennen.

00:20:27: Also was hat jetzt zu einer besseren Erholung geführt?

00:20:30: Brauchen wir möglicherweise auch gar nicht unbedingt aber zum Verstehen ist es schon manchmal hilfreich.

00:20:36: und diese Aufmerksamkeit sowie der Herstellungstheorie also dieses kognitive Modell ist bis heute eine der stabilsten Theorien in der Umweltpsychologie.

00:20:47: da ist irgendwas dran Damit ihr das wirklich noch mal vorstellen kannst, diese Soft-Fascination.

00:20:54: Das heißt die ungerichtete, die mühelose Aufmerksamkeit, die beschreibt im Prinzip des Phänomenes wenn du da irgendwo gehst in der Natur oder da sitzt und gar nicht bewusst auf irgendetwas acht ist.

00:21:11: Dir nicht sagst jetzt gucke ich mir mal genau an, jetzt versuche ich mal zu verstehen wie jetzt da die Blätter vom Baum fallen oder warum die Vögel von A nach B fliegen.

00:21:24: das sind alles so Übungen und die wir manchmal hören die dann helfen sollen.

00:21:30: die achtsamkeit zur schulen.

00:21:31: auf den begriff achtsammkeit komme ich gleich auch nochmal und die ich durchaus hier im Podcast auch schon mal geteilt habe.

00:21:38: Und das heißt auch nicht, dass das alles hinfällig ist und dass du das nicht tun solltest.

00:21:43: aber was das bedeutet ist, dass gerade dieses Nichtstun auch ein wichtiger Teil sein kann und vermutlich sein sollte in unserem Aufmerksamkeitsmix weil der uns wirklich runter bringt dieses nur da sein und dann mal gucken.

00:22:08: wo unsere Aufmerksamkeit hingelenkt wird, denn in irgendeiner Form werden wir immer wenn wir jetzt nicht in nativen Meditationen versunken sind unseren Fokus dann drauf richten.

00:22:20: Aber eben nicht aktiv von uns aus sondern wir lassen uns mal treiben gedanklich kognitiv da draußen und es ist auch etwas anderes als Wenn wir jetzt in unserer aufmerksamkeits aggressiven Umgebung sind wo da ständig jemand schreit und sagt, hier, hier.

00:22:40: Hier hör mal hin, hier guck mal hin!

00:22:43: Die Natur, die schreitet ja nicht.

00:22:44: Die bietet uns ganz sanft Dinge an, die wir uns nichts verkaufen Und das ist auch nicht so wichtig wohin dann unsere Aufmerksamkeit wandert.

00:22:54: Jetzt es natürlich so dass es auch Naturerfragungen gibt und ich halte sie auch für sehr wertvoll volle gerichtete Aufmerksamkeit erfordern, weil Bewegungen zum Beispiel komplex sind.

00:23:09: Wenn wir an Stray-Running denken irgendwo ein Berg runter wo wir genau unseren Fokus drauf haben müssen, wo treten wir hin?

00:23:16: Das Gleiche wenn wir mit Mountainbike irgendwo runter bretern oder mit Ski irgendwo runter bereitern in Wildwasserfluss entlang fahren eine Wand hoch klettern Da müssen wir voll bei dem sein, was wir da tun mit einer gerichteten Aufmerksamkeit, weil es sonst nicht funktioniert.

00:23:35: Und das ist deshalb wertvoll, weil wir da überhaupt nicht ins Grübeln kommen können!

00:23:40: Weil wir da im Hier und Jetzt sein müssen – mit allen Sinn, mit allem, was Wir haben.

00:23:46: Und auch wenn unsere Aufmerksamkeit bei solchen Erfahrungen sehr gerichtet ist, empfinden wir sie trotzdem als klient als befreiend und nicht als ermüdend.

00:23:59: Ist das ein Widerspruch zu diesem Phänomen der unwillkürlichen Aufmerksamkeit oder der Soft-Fascination?

00:24:07: Ich wage überhaupt nein, weil ja nicht jede Naturerfahrung gleich ist!

00:24:13: Manchmal heilt die Natur, weil sie nichts von uns will und manchmal, weil Sie alles von uns abverlandt.

00:24:19: In beiden Fällen ist sie aber nicht vergleichbar mit dieser gerichteten Aufmerksamkeit, die wir in unserer Alltagsumgebung in der Regel erfahr.

00:24:28: Denn auch die gerichtete Aufmerksamkeit bei so Herausforderungen in der Natur ist ja eine, die sich natürlich ergibt keine, die da von außen draufgesetzt wird und nach uns ruft.

00:24:44: Sondern eine, die das was wir uns davor genommen haben zu tun einfach Nachsicht sieht.

00:24:48: In dem Zusammenhang ist auch noch mal interessant auf die Achtsamkeit zu gucken.

00:24:53: Wir können jetzt ja denken Achtsammkeit, dass es auch so ne unwillkürliche Aufmerksamkeit Das is aber nicht der Fall Im Gegenteil Die achtsamkeit ist auch Eine willkürlicher eine gerichtete Aufmerksamkeit.

00:25:09: Mit allen Sinnen, aber eine wo wir sagen, ne pass auf!

00:25:12: Wir achten jetzt mal auf unsere Atmung.

00:25:16: Wir fokussieren uns mal ganz bewusst da drauf.

00:25:18: Wir achte jetzt ganz bewusst auf XY in der Natur.

00:25:23: Das heißt sie ist auch eine Form gerichteter Aufmerksamkeit allerdings eine mit sehr entspannter Haltung.

00:25:32: Achtsamkeit üben wir Aber diese unwillkürliche Aufmerksamkeit, die Soft-Fascination.

00:25:40: Die passiert uns!

00:25:43: Da sind wir selber nicht aktiv.

00:25:45: Ich habe beim letzten Buch am besten draußen versucht zu beschreiben wie sich das angefühlt hat auf meiner Reise mit dem Stand Up Paddle Board durch Deutschland von der Zugspitze vom Gipfel der ZugSpitze bis zum nördlichsten Punkt Deutschlands nach Sylt wo ich zwei Monate unterwegs war und nur draußen war nur draußen übernachtet habe in meiner Hängematte, wie sich meine Aufmerksamkeit, mein Bewusstsein, meine Präsenz, meine Wachheit verändert hat.

00:26:18: Und bei dem Versuch da dahinter zu kommen und das zu beschreiben bin ich gestoßen auf die sogenannte Panoramabewustheit.

00:26:27: Das ist etwas was so ein Tibetischer Gelerter oder mehrere Tibetische Gelerte beschrieben haben.

00:26:35: Sukyal Rinpoche ist da der bekannteste Name.

00:26:38: und diese Panorama, Bewusstheit oder Open Awareness wie es im Englischsprachigen genannt wird die beschreibt eben so eine total weite Aufmerksamkeit.

00:26:51: deswegen Panorama, weil du das Gefühl hast dass du irgendwie alles mitkriegst auch wenn dein Fokus nicht auf irgendetwas bestimmten bist aber dass du so total klar und wach bist.

00:27:03: Das kam dem Gefühl was ich hatte da draußen und was sich immer wieder habe sehr nahe Und interessanterweise ist das wieder total nah dran an dieser Soft-Fascination, dieser unwirklichen Aufmerksamkeit aus der Aufmerksamkeitswiederherstellungstheorie.

00:27:21: Diese Theorie beschreibt eben auf einer kognitiven Ebene wie wir eine Ermüdung unseres Systems begegnen können und dieses Panoramabewusstsein ist mehr so ne Beschreibung eines ja fast Erkenntniszustandes.

00:27:39: Im Prinzip geht es dabei um das Gleiche.

00:27:41: Es ist nur wieder eine Frage aus welcher Richtung blickt man drauf, aus einer wissenschaftlichen und aus einer spirituellen?

00:27:48: Wo ziehen wir da genau die Grenze zwischen Definitionen und Begrifflichkeiten?

00:27:52: Ich kann nur wirklich Auserfahrung sagen dass sich dieser Zustand total gut anfühlt.

00:28:00: Ich kann das total unterschreiben, dass Aufenthalte in der Natur auf verschiedene Arten und Weisen dazu führen, dass ich wacher bin.

00:28:10: Dass ich klarer bin!

00:28:12: Und wenn ich dann mit diesem Zustand zurück komme... Eine alltäglichere Umgebung, dann sind da natürlich wieder andere Reize und dann hat das natürlich auch wieder Einfluss auf meine Aufmerksamkeit.

00:28:26: Ich glaube, da können wir gar nicht viel dagegen tun wenn wir diesen Reizen ausgesetzt sind.

00:28:31: was wir aber tun können dafür sorgen dass wir nicht so sehr diesen Reizen ausgesetzt sind.

00:28:39: Das heißt, dass wir immer wieder Räume schaffen in denen diese gerichtete von außen ausgelöste Aufmerksamkeit nicht vorherrschend ist sondern in der die unwillkürliche möglich ist.

00:28:52: das kann Natur sein das kann aber auch ein anderer möglichst analoger Raum sein.

00:28:57: es kann auch helfen mal zu beobachten was unsere Aufmerksamkeit aggressiv beansprucht um das besser zu verstehen und dann nicht nur zeitfrei zu schaufeln für Erholung, sondern in dieser Zeit auch ganz bewusst bestimmte Formen der Aufmerksamkeit eliminieren.

00:29:20: Und andere ermöglichen vor allem eben diese sanfte unwillkürliche Aufmerksamkeit weil wir die oft am meisten verlernt haben.

00:29:31: Das bedeutet nicht fokussieren Nicht optimieren, nur Sein gucken hören wahrnehmen aber ganz bewusst nicht gerichtet.

00:29:41: Und um jetzt nochmal den Bogen zu spannen, zu dem was sich offenbar viele Menschen im Reisen wünschen bzw.

00:29:49: da vermissen und zudem was Rob und Tim beschrieben haben wie sie an das Thema Reisen rangehen nämlich nicht nach Highlights jagen sondern ganz bewusst Zeit in der Natur zu haben.

00:30:05: Wer hat die Natur wirken zu lassen?

00:30:07: Genau das sind solche Räume, in denen eine unwillkürliche, eine sanfte Aufmerksamkeit Platz hat und in der dann das passieren kann.

00:30:19: Und da sind wir bei der Studie, die ich eingangs zitiert habe ehrlich anführt was sich authentisch anfühlt, was uns näher an uns selbst bringt und eben nicht die Highlights, die wieder unsere gerichtete Aufmerksamkeit erfordern.

00:30:32: Insofern ist das eine Wanderung auf einem sehr schmalen Grad wenn die Tourismusbranche versucht genau solche Erlebnisse zu ermöglichen weil sie es natürlich gewohnt ist und zum größten Teil darauf basiert dass sie um unsere Aufmerksamkeit buhlt.

00:30:51: Wir sollen das erkaufen und wenn die Rede ist von immersiven Erlebnisräumen, Escape Rooms und Live-Konzerten und Formel I's Grand Prix als große Erlebnisse, als große emotionale Erfahrungen im Rahmen von Reisen dann ist die Frage wie tief diese Erlebnisse wirklich sein können?

00:31:09: Aber das eine schließt es andere ja auch nicht aus.

00:31:11: ich glaube nur, dass es wichtig ist immer mal auf dem Dauerfeuer der Reize rauszukommen.

00:31:17: Das ist mein Wort zum Dienstag, ich freue mich sehr dass du zugehört hast.

00:31:21: Ich freue mich auch wenn du dich meldest.

00:31:25: falls du eine eigene Erfahrung, eigene Gedanken hast zu diesem Thema vielleicht auch noch Ideenimpulse hast die anderen weiterhelfen können dann nehme ich dir hier zu gegebener Zeit nochmal auf und teile oder pack den in den Newsletter rein der wie ich eingangs schon gesagt habe zu abonnieren ist.

00:31:43: solltest du es noch nicht getan haben unter christofheuster.com slash frei raus.

00:31:47: immer sonntags bekommst du dann eine mail mit weiterführenden infos und links zu den themen aus dem podcast und darüber hinaus.

00:31:55: nächsten dienstag kommt ne neue podcast folge.

00:31:57: bis dahin wünsche ich dir gute zeit.

00:32:53: sometimes it'll get real blue work with me and we can make it through.

00:33:00: you can lean on me cause I'm here for you.

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