Mit Franzi und Leo zu Fuß nach Istanbul – oder: Was wir unterwegs fürs Leben lernen
Shownotes
// Franzi und Leo sind beide 27 Jahre alt, haben nach dem Studium ihre ersten Berufserfahrungen gesammelt und sind dann auf große Reise gegangen: Leo ist mit dem Rucksack von der Haustür in Köln zu Fuß los gen Istanbul, Franzi stieß in Bratislava dazu. Ich habe die Beiden diese Woche in Sri Lanka erreicht und mit ihnen über ihre Reise gesprochen. Es geht um das Wandern alleine und zu zweit, um das Zeithaben und Zuhören. Franzi und Leo erzählen aber auch, was sie geändert haben, als das Wandern auf einmal kaum noch Spaß machte, und wie es sich anfühlt, zu merken, dass du vielleicht selbst etwas damit zu tun hast, wenn da Dinge sind, die dich zu Hause schon genervt haben und es auch noch unterwegs tun. In dieser Folge hörst du von großen Träumen, kleinen Erkenntnissen, von Eisvögeln, Salamandern und einem unvergesslichen Raki-Abend.
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// Outro-Song: Dull Hues by Lull (audiio.com)
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich bin einfach immer sehr gerne gegangen und eigentlich egal, mit welchen Freunden ich unterwegs war, irgendwann wollten die Personen eigentlich nicht mehr und hatten keinen Lust mehr zu gehen.
00:00:09: Und ich hatte irgendwie immer noch Spaß, weiterzugehen.
00:00:11: Dann habe ich das halt so ein bisschen runtergebrochen auf Istanbul, weil es irgendwie für mich dann einfach greifbar war.
00:00:19: Und danach kam natürlich Inspiration, wo man dann sieht, okay, es gibt da andere Leute, die das machen, kann ich es ja auch machen.
00:00:27: Punkte, die einen gestört haben, die man manchmal vielleicht auch einfach aufs Umfeld oder auf die Situation, in der man lebt, zu kleine Wohnungen oder unzufrieden mit einem Job oder irgendwie sowas geschoben hat, dass diese Punkte dann doch immer wieder auch auftauchen, obwohl man aus diesem Umfeld dann rausgezogen war komplett.
00:00:47: Und dann merkt man so, ja, okay, das sind vielleicht Dinge, die grundlegend in mir sind.
00:00:53: Also am Ende des Tages war die Wanderung, jeder Tag war wie ein ganzes Leben.
00:01:12: Moin und herzlich willkommen bei frei raus, dem Podcast für mehr Freiheit und Abenteuer in unserem Leben.
00:01:19: Ich bin Christoph Förster und wir, meine beiden Gäste und ich, nehmen dich heute mit auf Reisen.
00:01:28: Du lernst heute Franzi und Leo kennen.
00:01:31: Ich hab die beiden auf Sri Lanka erreicht.
00:01:35: Wie sie dahin gekommen sind, das klären wir natürlich heute.
00:01:38: Ich verrate aber gern schon so viel.
00:01:40: Ein Teil des Weges sind sie zu Fuß gegangen.
00:01:44: Und zwar von der Haustür in Köln Richtung Istanbul.
00:01:49: Sie sind nicht dick.
00:01:50: ganze Zeit zusammen unterwegs gewesen, zu Fuß, sondern nur ein Teilstück, aber auch das wirst du im Detail natürlich in unserem Gespräch erfahren.
00:02:01: Die beiden sind siebenundzwanzig, haben sich eine Auszeit genommen und erzählen uns, was sie auf dieser Reise schon mitgenommen haben, an Erkenntnissen, was sie bislang schon geprägt hat, was für Momente da waren und Begegnungen, die sie in ihren Herzen tragen.
00:02:18: Wir erfahren, wie das Es ist, einfach loszulaufen von der Haustür, aber auch wie sie damit umgegangen sind, als das Gen nicht mehr so ein Spaß gemacht hat, und ihnen dämmerte, dass wenn es da Dinge gibt, die sie zu Hause nerven, die aber unterwegs nicht weggehen, obwohl das Umfeld ein ganz anderes ist, dass die möglicherweise dann doch was mit ihnen selbst zu tun haben.
00:02:41: Wir hören jetzt also gleich mal, wie die Lage aktuell ist aufs Delanke, atmen aber vorher noch einmal tief durch.
00:03:07: Hi Franzi, hi Leo.
00:03:08: Ich grüße euch.
00:03:09: Grüße nach Sri Lanka.
00:03:11: Hallo Christo.
00:03:12: Bei mir ist es zehn Uhr morgens jetzt gerade hier.
00:03:15: Wie spät ist es bei euch?
00:03:16: Das mal als erstes.
00:03:17: Wie weit sind wir auseinander?
00:03:19: Vierundhalb Stunden sind wir auseinander gerade.
00:03:24: Wie sieht es denn aus bei euch?
00:03:25: Also hier ist es ungemütlich bei uns.
00:03:27: Kalt?
00:03:28: Bei euch vermutlich nicht.
00:03:30: Nee, bei uns ist es sehr warm und es ist sehr tropisch.
00:03:35: Also wir standen heute Morgen noch mit den Füßen im Meer und hatten Korallen an den Füßen und das war ganz, ganz herrlich, ja.
00:03:43: Das
00:03:43: wäre jetzt meine Frage gewesen.
00:03:44: Wie sehen denn eure Tage gerade so aus?
00:03:46: Also was macht ihr?
00:03:47: Ist das richtig Urlaub, Urlaub?
00:03:48: Also Füße hoch, Strand oder macht ihr vor Ort irgendetwas anderes noch?
00:03:54: Also wie ist euer Alltag gerade so?
00:03:56: Ist es ein Urlaub, ist ein Reisealltag oder?
00:03:59: Arbeitet ihr noch von unterwegs?
00:04:01: Das ist eine spannende Frage.
00:04:02: Arbeiten tun wir nicht mehr.
00:04:06: Sri Lanka war so am Anfang die ersten zwei Wochen Urlaub.
00:04:09: Haben uns ein bisschen Urlaub vom Reisen genommen, ein bisschen zu erholen.
00:04:14: Und jetzt gerade geht es so ein bisschen herausfinden, wie so ein Alltag denn ausschauen kann für uns.
00:04:19: Und sind da so ein bisschen am Rum experimentieren mit verschiedenen Dingen.
00:04:24: Mal morgens surfen gehen oder laufen gehen, meditieren.
00:04:28: andere Menschen treffen, Austausch zu kommen.
00:04:30: Genau, das ist ein bisschen der Alltag gerade.
00:04:33: Also jeden Tag was Neues eigentlich.
00:04:37: Das hört sich ganz gut an.
00:04:39: Ich sage, was heißt denn?
00:04:41: Mein Urlaub vom Reisen.
00:04:43: Wie sieht Reisen aus, meinst du, oder meint ihr Reisen mit tatsächlich von einem Ort zum anderen unterwegs sein, gucken, wie funktioniert das jetzt, wie kommen wir dahin, wo übernachten wir heute.
00:04:57: Also dieses Orga vom Reisen oder was ist dann noch am Reisen dran, wo ihr sagt, brauchen wir jetzt gerade noch mal ein bisschen Urlaub von?
00:05:04: Also ein bisschen schon auch die Orga und auch mal einen Ort zu haben, an dem... man mal ruhen kann, so ein bisschen die vergangenen Monate zu reflektieren.
00:05:14: Das sind nämlich seit jetzt Anfang April unterwegs und haben jetzt mal so ein Ort gesucht, wo man mal durchatmen kann und ja mal ein bisschen reflektiert und dann aber auch dann die Zukunft schaut, was als nächstes kommt.
00:05:26: Also das so ein bisschen den Urlaub zu nutzen.
00:05:29: Und vielleicht auch sich nicht so viel Druck zu machen, weil das hatten wir jetzt in der Vergangenheit auch manchmal ein bisschen das... Man irgendwann ja schon, auch wenn man reisen ist, versucht sich ein bisschen irgendwie einen Alltag aufzubauen oder wenigstens so ein paar kleine Strukturpunkte einzubringen in den Tag.
00:05:48: Und dann war es manchmal so, dass man irgendwie dann unzufrieden war, wenn man das nicht erfüllt hat.
00:05:52: Und da haben wir jetzt gesagt, wenn wir jetzt nach Sri Lanka fahren, machen wir es auf jeden Fall die ersten zwei Wochen so, dass wir uns da mal gar keinen Druck machen und einfach mal gucken, was passiert und einfach mal... entspannen und Urlaub machen und ja, den Tag so nehmen, wie er kommt.
00:06:06: Jetzt ist eine große Reise ja immer irgendwie auch eine Möglichkeit.
00:06:11: finde ich Dinge klarer zu sehen, weil man einfach Abstand hat, so vom eigenen Leben zu Hause, von der Heimat, vom Alltag.
00:06:20: Man hat neue Eindrücke.
00:06:23: Sortieren sich auch mal Sachen, Gedanken, Erfahrungen von früher.
00:06:28: Ihr habt es gerade gesagt, die es reflektieren.
00:06:30: Gerade jetzt noch mal Stand heute.
00:06:33: Was seht ihr denn klarer als vor eurer Abreise?
00:06:39: Sich Zeit nehmen, weniger.
00:06:41: Druck und Stress machen und da so ein bisschen halt einfach rauszoomen aus diesem Alltagsstress, den man sich ja zum großen Teil selber macht und sich auch gegenseitig macht mit Freunden, Arbeitskolleginnen oder Ähnliches und sich da wie so eine Spirale manchmal rein begibt und da einfach mal so ein Stück raus treten und das Zeit anders zu betrachten.
00:07:08: Um was dann, also was ermöglicht das dann?
00:07:13: Also was ermöglicht euch das jetzt?
00:07:15: Also sprich dieses mehr Zeit haben, mehr rausnehmen.
00:07:19: Was macht ihr dann damit?
00:07:21: Was entsteht da für einen Raum und was passiert in dem Raum dann?
00:07:24: Es sind verschiedene Dinge.
00:07:27: Das eine ist natürlich auch mit anderen Menschen in Austausch zu kommen, wenn man Zeit hat und nicht ein Termin im Hinterkopf hat, wie okay, es sind zwei Stunden, muss ich dorthin.
00:07:37: Und man kann einfach so lange mit Menschen in Austausch gehen, wie es für einen passt.
00:07:43: Das ist schon nochmal das, was ich mit dem Spannissen daran finde, sich die Zeit zu nehmen.
00:07:48: Und halt auch nach hinten hin so ein bisschen offen zu sein oder flexibel planen zu können.
00:07:53: Also wir hatten das jetzt auch schon häufiger, dass wir irgendwie mit Menschen in Austausch gekommen sind und die uns noch ein anderes Land ... ans Herz gelegt haben und gesagt haben, so, da konnte ich super gut surfen, da konnte ich super gut tauchen.
00:08:07: Das war ganz, ganz toll.
00:08:08: Wäre ja vielleicht auch eine Idee für euch.
00:08:11: Und da dann einfach zu wissen, so, ja, das ist theoretisch ja sogar möglich.
00:08:16: Wir haben die Zeit so.
00:08:17: Und es ist nicht so, dass wir unser Rückflugticket in zwei Wochen wieder haben, sondern man kann, ja, flexibel umplanen und flexibel gestalten.
00:08:27: Ja.
00:08:27: Und ich glaube, ein... Punkt, der mir auch noch ganz bewusst geworden ist, so ist, dass ich mittlerweile auch weiß, dass ich das Leben, was ich vorher in Köln hatte, dass ich das so auf die Art und Weise, wie ich es vorher hatte, nicht nochmal haben möchte.
00:08:45: Sondern dass ich auf jeden Fall jetzt weiß, dass ich mir mehr Zeit nehmen möchte für Dinge, die mir am Herzen liegen und diese Zeit einfach freischaufeln möchte in meinem Alltag, weil es einfach wichtig ist.
00:08:56: Und ich glaube mittlerweile, Weil das einfach jetzt einige Monate her ist, kann man damit so einer gewissen Distanz auch drauf gucken und sieht, okay, das möchte ich verändern.
00:09:06: Das möchte ich irgendwie, wenn ich wieder einen festen Wohnsitz irgendwo habe, auf Dauer möchte ich den Alltag einfach anders gestalten, als er vorher war.
00:09:16: Was ist dir wichtig?
00:09:19: Ja, mehr Zeit für meine Hobbys, die, ich sag mal ... meiner Seele gutfuhren, also Sport machen, total, ich stricke und heke unglaublich gerne, da mehr Zeit reinzustecken und sich nicht die ganze Zeit im Hinterkopf zu denken, okay, ich sitze jetzt hier schon sechs Stunden dran, ich muss jetzt auch mal wieder an meine Pflichten in Anspruchstrichen denken und das beiseite legen, das Projekt, sondern dem einfach Raum zu geben und auch ... nicht mehr drei Verabredungen in einen Tag quetschen, sondern vielleicht zu sagen, so, hey, ich nehme Bewusstzeit, an dem Tag treffe ich mich mit einer Person, damit ich vorher nicht so im Stress bin, damit das auch mal nachwirken kann, das Treffen oder das Gespräch, und man nicht direkt dann zum nächsten Treffen huscht, sondern ja, bewusst damit Zeit umzugehen.
00:10:09: Das ist jetzt vielleicht auch ein bisschen früh noch, ihr seid ja mittendrin in dieser Reise und so was entwickelt sich ja immer dann auch erst, aber so die Frage ja, was bedeutet das denn wirklich für den Alltag und wie realistisch ist das auch?
00:10:24: So eine Erkenntnis von einer Reise, bei der ich halt viel Zeit habe, bei der ich sechs Stunden theoretisch meditieren kann am Tag, dann wieder in den Alltag zu bringen und sagen, was auch, ich hegele jetzt hier einfach sechs Stunden und Das, was da sonst an Pflichten ist, das schiebe ich jetzt einfach mal nach hinten.
00:10:42: Das gibt ja da schon manchmal dann so eine Diskrepanz.
00:10:45: Habt ihr da schon konkrete Ideen oder denkt ihr darüber nach, wie kann das denn aussehen, so ein Alltag, wenn wir wieder zurück sind?
00:10:53: Oder ist das überhaupt gerade, was ja auch völlig verständlich wäre, noch nicht Thema, sondern erst mal genießen und erleben und aufsagen und dann mal schauen, was das bedeutet, wenn wir wieder zurück sind.
00:11:07: Ich würde eher sagen, das ist nur ein Stück weit zu sehr in der Zukunft.
00:11:11: Aber das ist eher darum.
00:11:12: geht dann die Dinge, die einem dann wichtig sind.
00:11:14: Bemiss zum Beispiel Kochen.
00:11:15: Und jetzt hier habe ich die Zeit, sich denn hier und jetzt die Zeit zum Kochen zu nehmen, weil häufig ist ja dann so, man will die Sachen machen und sagt, in der Zukunft mache ich die, statt zu sehen, okay, aber gerade kann ich die ja eigentlich machen.
00:11:27: Und deswegen ist es jetzt gerade spannend, so ein bisschen, klar, man versucht sich einen Alltag aufzubauen und hat keine Zeitgrenzen, aber selbst in dem dann die Dinge zu machen, weil es dann doch immer wieder Ablenkungen gibt und man die Sachen dann nicht so stark fokussiert, wie man das dann gerne möchte.
00:11:42: Das ist ja eine tolle Möglichkeit auch, um herauszufinden, was mache ich denn gerne, wenn ich machen kann, was ich will.
00:11:49: Das ist ja eine super Chance einfach, die du sonst im Alltag Ja, so, ich will gar nicht sagen, nicht kriegst, aber manchmal nicht siehst du, nicht wahrnimmst.
00:11:59: Franzi, du hast eben gesagt so, wie das vorher war, willst du es eigentlich nicht mehr?
00:12:03: Ich würde gerne mit euch mal gucken auf den Alltag, aus dem ihr dann losgereist seid.
00:12:09: Köln haben wir schon gehört, ja.
00:12:11: Wie sah das denn aus, euer Alltag, als ihr gestartet seid?
00:12:17: Wie ihr gestartet seid?
00:12:17: Das sprechen wir gleich dann noch drüber.
00:12:20: Aber woraus seid ihr gestartet?
00:12:21: Beide Vollzeit gearbeitet und ja, ist gar nichts Spektakuläres, also...
00:12:27: Was habt ihr gemacht?
00:12:29: Was war das für eine Stelle?
00:12:30: Ich habe als Sales Manager in einem Upside-Link-Startup gearbeitet, mit einem Rucksäcke aus Ausschussware aus der Automobilindustrie gemacht.
00:12:38: Und ich habe gerade erst ein halbes Jahr vorher mein Studium beendet und habe dann in Bonn in einer NGO gearbeitet und habe Schulworkshops gegeben.
00:12:49: in Klassen um Bonn und Köln rum herum zu Themen wie Klimawandel oder Zivilcourage.
00:12:57: Genau, und habe nebenbei immer noch in der Gasthoge gearbeitet.
00:13:00: Also auch mit Pendeln und dann zwei Jobs.
00:13:03: Das war dann immer für ein halbes Jahr total in Ordnung.
00:13:06: Und das war auch immer mit dem Blick, okay, es ist auf eine begrenzte Zeit und danach kommt dann eine Zeit, wo man dann wieder mehr Zeit hat und freiraum.
00:13:15: Und genau.
00:13:16: Ich glaube, es ist auch gut, es ist früh genug im Kopf.
00:13:19: verankert zu haben, um so ein Ziel auch zu haben.
00:13:23: Genau, wir hatten beide individuell unabhängig voneinander eigentlich immer das Bedürfnis, so nach dem Bachelor nochmal reisen zu gehen.
00:13:29: Und dann ist Leo um einiges früher fertig gewesen als ich mit dem Studium und hat dann halt noch gearbeitet.
00:13:37: Und das war aber dann halt auch super, indem man sich halt ein bisschen was ansparen konnte in der Zeit.
00:13:42: Und deswegen, der Plan war eigentlich anderthalb Jahre vorher schon nicht ausgearbeitet, überhaupt nicht.
00:13:48: Aber die Idee der Grundbaustein war anderthalb Jahre vorher schon auf jeden Fall da.
00:13:53: Ist das was, was ihr vorher schon immer wieder mal erlebt hattet?
00:13:57: Reisen, draußen sein, inwiefern auch Outdoor oder nicht Outdoor?
00:14:01: Also was bedeutete Reisen dann auch bis dato für euch ist auch?
00:14:06: Auch nicht immer gleich.
00:14:08: Wir waren beide schon relativ viel Reisen in unserem Leben und hatten das, glaube ich, immer.
00:14:14: Gerade dieses Bedürfnis auch, wenn wir in einem Alltag drin waren, ist das immer mit den Wochen und Monaten, die man wieder weiter weg von einer Reise gegangen ist, ist das immer wieder stärker in einem Herangewachsen, dieses Bedürfnis nach.
00:14:29: Abenteuer und neue Menschen kennenlernen, neue Situationen irgendwie um einen Ruhm haben, den man einfach ausgesetzt ist.
00:14:37: Und wir waren jetzt beide auch zusammen recht viel wandern die letzten Jahre immer im Urlaub.
00:14:44: Skandinavien hauptsächlich.
00:14:46: Und haben das aber eigentlich auch erst so, seitdem wir irgendwie zusammen waren, so ein... als Tradition aufrechterhalten, dass wir zusammen wandern gehen.
00:14:57: Wir haben das beide noch nicht so wirklich individuell vorher gemacht, sondern waren damals noch irgendwie anders reisen.
00:15:03: Also Leo hat Work and Travel gemacht in Australien, ich in Kanada und dann hat man halt immer mal wieder kleinere Reisen gemacht und die Semesterferien halt immer genutzt, um irgendwie dann ja was anderes zu haben um einen rum.
00:15:17: Und jetzt habt ihr dann diese... Idee gehabt, auch schon länger eine Auszeit zu machen und zusammen reisen zu gehen.
00:15:24: Jetzt würde ich noch mal gerne darauf kommen, auf das Wie Reisen.
00:15:27: Also es gibt ja die Möglichkeit dann, Weltreise durchzubuchen, alles Tolle sich anzuschauen.
00:15:33: Ich habe gerade neulich wieder von jemandem gehört, die waren dann in Patagonien und haben sie noch Australien und dann haben sie eigentlich alles gesehen, was man so noch polarlichter.
00:15:43: Wie wolltet ihr an diese Reise?
00:15:46: ran gehen und wie kamen Stand dazu?
00:15:50: Nehmen wir das an dieser Stelle vorweg.
00:15:51: Leo, dass du zu Fuß erst mal alleine losgelaufen bist in Köln von der Haustür nur im Rucksack.
00:15:57: Gute Frage.
00:15:58: Also ich würde glaube ich sagen, dass die Wanderung zuerst stand und danach die Idee, das quasi noch auszuweiten und weiterzumachen.
00:16:08: Und Fortbewegung halt zu Fuß.
00:16:10: Also wie gesagt, ich bin in Köln gut wie vor der Haustür losgelaufen.
00:16:15: Und dann ging es Richtung Osten, nach Istanbul war so ein bisschen das Entz hier, was am Anfang natürlich dann vielleicht ... ... mein Name ist man Richtung.
00:16:25: Und dann eigentlich von Tag zu Tag ... ... einfach losgehen und rein starten und gar nicht so viel durchplanen.
00:16:32: Und klar, man hat sehr viele schöne Momente, aber es ging jetzt nicht um die ... ... außergewöhnlichen, wie du sagst, die Polarlicht, also was außergewöhnliches, sondern eher so ein bisschen ... ... alltägliches zu erleben.
00:16:46: als für jemand ein bisschen schwer zu beschreiben.
00:16:48: Ja, das ist ja auch das Schöne daran, dass man es erst mal nicht beschreiben muss.
00:16:52: Also ihr seid ja auch nicht so, dass ihr das jetzt groß teilt und einen riesen Instagram-Account habt oder so.
00:16:58: Das heißt, ihr müsst es auch gar nicht unbedingt aufschreiben und in Worte fassen.
00:17:03: Trotzdem wollen wir uns natürlich gerne hier nochmal ein bisschen versuchen, auch dahinter zu kommen.
00:17:10: Was das Besondere ist, an diesem einfach loslaufen von der Haustür.
00:17:15: Also erstmal, dass wir es ein bisschen aufdröseln.
00:17:18: Du bist alleine losgelaufen, Leo.
00:17:20: Franzi, hattest du keinen Bock?
00:17:22: Was war los?
00:17:25: Waren die Schuhe noch nicht da?
00:17:26: Oder warst du noch verhindert?
00:17:28: Konntest du noch nicht?
00:17:30: Nee, also das war schon von Anfang an auch so geplant.
00:17:34: Leo hatte diese Idee, diese Wanderung zu machen und das war in erster Linie erstmal so.
00:17:40: seine Idee und sein Projekt auch.
00:17:44: Und dann habe ich mich irgendwie mit der Frage auseinandergesetzt und dann gemerkt so, okay, ich glaube für mich persönlich sind, also falls er mich überhaupt dabei haben wollte, aber sind sechs Monate auf jeden Fall zu lang.
00:17:58: war für mich überhaupt nicht vorstellbar.
00:18:00: Also sechs Monate, das ist ein halbes Jahr, das Klang für mich immer so puh.
00:18:04: Und dann haben wir irgendwie beide sehr schnell gemerkt, dass wir es einfach auch schön finden, wenn die Hälfte davon Leo das alleine macht und ich auch nochmal für mich alleine reisen gehe und jeder nochmal so ein bisschen seine eigenen individuellen Erfahrungen sammelt, weil das ja einfach nochmal total was anderes ist.
00:18:24: Es ist ein Riesenunterschied, ob man ... Problemchen, die dann auf einen zukommen, zu zweit meistert oder ob man einfach alleine ist in dem Moment und alleine mit seinen Gedanken niemanden hat, mit dem man die teilen kann auch in dem Moment.
00:18:38: Und das war uns beiden irgendwie wichtig.
00:18:40: und dann haben wir schnell gemerkt, so ja, es ist eigentlich eine super Idee, dass man das einfach splittet und Hälfte, Hälfte macht so und Leo erstmal drei Monate alleine wandert.
00:18:51: Und wir dann gucken, wo ich dazustoße.
00:18:53: Das war auch von Anfang an gar nicht so in Stein gemeißelt.
00:18:56: Wir haben irgendwann mal gesagt, Buddha passt so, es ist ja ungefähr die Hälfte.
00:19:01: Und dann haben wir einfach immer geguckt, so wie es vom Timing her passt.
00:19:06: Genau, dann ist es irgendwann Bratislaber geworden.
00:19:09: Und dann sind wir ab Bratislaber dann zusammen gelaufen, genau.
00:19:12: Und ich war in der Zwischenzeit noch eine Freundin besuchen.
00:19:15: in El Salvador und in Guatemala und in Kolumbien und noch mal ein bisschen Zeit zu Hause in Hamburg in der Heimat verbracht mit Freunden und Familie.
00:19:24: Genau, ja.
00:19:26: Leo, bevor du erzählst, wie es alleine war, sag noch mal, warum war das so?
00:19:32: dein Wunsch, dein Traum, diese Wanderung zu machen, halbes Jahr zu Fuß unterwegs zu sein?
00:19:37: Als erste Mal in Indien war, habe ich mich einfach mal gefragt, wie es wäre, zu Fuß quasi von Deutschland nach Indien zu gehen.
00:19:44: Hast du Inspiration gehabt in irgendeiner Form?
00:19:47: Also gab es da Menschen, wo du gesagt hast, oh, die haben vielleicht was Ähnliches gemacht, das fand ich interessant, den bin ich vielleicht gefolgt, ein Buch, was du gelesen hast, ein Film, was du gesehen hast, oder kam das so ganz aus da im Inneren?
00:19:59: Zu dem Zeitpunkt noch nicht.
00:20:01: Ich bin einfach immer sehr gerne gegangen und eigentlich egal mit welchen Freunden ich unterwegs war, irgendwann wollten die Personen eigentlich nicht mehr und hatten keinen Lust mehr zu gehen.
00:20:10: Und ich hatte irgendwie immer noch Spaß, weiterzugehen.
00:20:13: Dann habe ich das halt so ein bisschen runtergebrochen auf Istanbul, weil es irgendwie für mich dann einfach greifbar war.
00:20:21: Und danach kam natürlich Inspiration, primär wirklich aus den Staaten des Leuten PCT oder ähnliche Trails laufen, wo man dann sieht, okay, es gibt da andere Leute, die das machen, kann ich es ja auch machen.
00:20:32: Also eher eine Ermutigung dann noch mal.
00:20:34: Also eine Idee, das könnte ganz cool sein.
00:20:37: Und dann die Bestätigung, ah, es geht ja auch, weil andere haben auch schon mal ähnliche Sachen gemacht.
00:20:43: Auf jeden Fall, auf jeden Fall.
00:20:45: Ich bin ein bisschen mehr damit beschäftigt und das tut mir dann auch gut getan, weil dann wurde es noch mal ein bisschen greifbar und kam dann raus.
00:20:50: Weil sonst bleibt so was ja oft dann vielleicht einfach nur ein Gedanke.
00:20:54: Und das finde ich, oder hab ich nicht zu schade gefunden, wenn es mir ein Gedanke geblieben wäre.
00:20:58: Und wollte es dann einfach mal ausprobieren und gucken, wie es ist.
00:21:01: Und dich hat die Herausforderung auch so ein bisschen gereizt, ne?
00:21:04: Ja, die Herausforderung war auch... war da, hat Spaß gemacht.
00:21:08: Aber jedem, dem ich es erzählt habe, gesagt, ja, wenn nicht irgendjemand, du bist der, der das macht, also war es auch perfekt.
00:21:17: Warum?
00:21:18: Warum glaubst du, haben die Leute gesagt, vielleicht kannst du es gar nicht beantworten, vielleicht kann Franzi es besser beantworten, dass wenn es jemand macht, dass du es bist?
00:21:27: Ich glaube, weil Leo schon auch im ganzen Freundeskreis und auch in der Familie schon auch so ein Status hat, dass der total offen für Ungewöhnliches ist, so.
00:21:40: Und Lust auf Abenteuer hat und auch sich selbst so aus der Komfortzone zu bringen und eigentlich immer jemand, ist der, der sich selbst irgendwie ein bisschen testen möchte, auf die Probe stellen möchte und immer auf der Suche nach irgendwie so ein bisschen mehr.
00:21:56: Und sich selbst auch irgendwie herauszufordern, halt auf eine Art und Weise zu gucken, was macht das mit, was macht sowas mit mir persönlich, in die Tiefe rein, so.
00:22:07: Wie war das dann, allein loszulaufen, Leo?
00:22:10: Was hat's mit dir gemacht?
00:22:11: Manchmal ist es ja auch so, du hast dann, du läufst euphorisch los.
00:22:16: Und kriegst dann irgendwann selber so ein bisschen Schiss vor der eigenen Courage und denke, was habe ich mir hier eigentlich vorgenommen?
00:22:24: Wie hat sich das angefühlt?
00:22:25: War das gerade so die erste Zeit?
00:22:28: War das getragen von der Euphorie oder setzte da dann irgendwann eine Ernüchterung auch ein?
00:22:34: Also was sehr schön war ist, ich habe einen Anwandern gemacht.
00:22:38: Ich weiß nicht, ob es das Wort gibt.
00:22:39: Ich habe es mal so genannt und habe dann quasi zu dem Start ... Freunden, Freunde eingeladen, da sind wir, glaube ich, mit.
00:22:46: Dreizig Personen in Köln losgelaufen und dann immer mal wieder sind ein paar dann abgesprungen, die ersten dann schon irgendwie noch in Köln, aber auch eine gute Handvoll bis nach Bonn mitgelaufen.
00:22:58: Und das war halt ein ganz schöner Start, weil mir das sehr viel auch gegeben hat, sehr viel Freude auch in den Austausch mit den anderen zu kommen, aber auch diese strahlenden Gesichtern von meinen Freunden zu sehen, wie toll die das finden.
00:23:13: Und dann ist Franz den zweiten Tag auch noch mal mitgelaufen.
00:23:18: Und danach war ich alleine unterwegs.
00:23:21: Ich hab gar nicht so viel darüber nachgedacht, aber dann die erste Nacht, ich hab vorher noch nie draußen alleine irgendwie gezelt, über Nacht, oder sonst was.
00:23:30: Und hab dann gesagt, okay, jetzt ist die Situation, jetzt leg ich mich halt in die Schutzhütte.
00:23:35: Und dann schau ich mal, wie es ist.
00:23:37: Ich hab morgen wieder wach geworden, war natürlich alles super.
00:23:40: Und ist nix passiert.
00:23:43: Im zweiten Morgen wurde ich schon mit Frühstück überrascht, dass eine Person vorbeigekommen ist.
00:23:48: Die war eine Stunde vorher schon mal mit ihrem Hund da und kam danach mit ihrem Auto den Fenster runtergemacht und hat mir geschmierte Brote und einen Kaffee gegeben, weil die mich irgendwie da gesehen hat.
00:23:58: Und das hat mich schon dann auch sehr beflügelt.
00:24:01: Und ich bin dann am Anfang den Rheinsteig lang gelaufen.
00:24:04: Also ich hatte den Rhein eigentlich immer zu meiner rechten Seite und ich komme aus Köln.
00:24:08: Also lange, ich habe im Rhein war was wie Heimat so ein Stück weit.
00:24:12: Und soweit ich dann vom Rhein abgebogen bin, habe ich gemerkt, okay, jetzt ist so ein bisschen auch... Und jetzt beginnt das Abenteuer.
00:24:18: Es ist ein anderes Umfeld.
00:24:19: Ich habe keine Vertraute.
00:24:23: Ich habe nix Vertrautes mehr neben mir.
00:24:26: Und deswegen war es, glaube ich, auch so spannend, dann vor der Haustür zu starten, weil man von Tag zu Tag merkt, es sind noch sehr viele bekannte Sachen, aber es kommen dann auch die Unbekannten.
00:24:35: Dann hat es, glaube ich, so eine Woche zwei gedauert, bis es dann ist, okay, jetzt ist man alleine.
00:24:42: Was mache ich jetzt damit auch?
00:24:44: Bist du diese Anfangseuforie verschwindet und das Wetter hat auch ganz gut gepasst.
00:24:48: Die ersten eineinhalb Wochen hatte ich eigentlich für Anfang April perfektes Wetter.
00:24:51: Zwanzig Grad und Sonnenschein.
00:24:53: Und dann kam der Regen auch dazu.
00:24:56: Ja, das ist spannend.
00:24:57: Man kommt natürlich nochmal eine andere Tiefe mit sich selber, weil man sich fragt, warum machst du das denn jetzt?
00:25:03: Hast du eine Antwort darauf gefunden?
00:25:05: Ja, das Leben zu erfahren.
00:25:06: Also am Ende des Tages war die Wanderung, jeder Tag war wie ein ganzes Leben.
00:25:12: so ein bisschen für mich.
00:25:13: Und ich habe mich halt lebendiger gefühlt, mehr Freude, aber auch mehr Trauer gespürt.
00:25:18: Es war so eine sehr intensive Reise und das hat dann halt Spaß gemacht, sich selber zu erfahren.
00:25:24: Du hast gesagt, die erste Nacht oder die zweite Nacht in einer Schutzhütte verbracht.
00:25:29: Du hast dann aber ein Zelt dabei gehabt, oder?
00:25:32: Und hast hauptsächlich gezeltet?
00:25:34: Oder wie hast du es gemacht?
00:25:35: Ich hatte ein Zelt dabei.
00:25:38: In Deutschland ist es ja so ein bisschen graus, so sage ich mal.
00:25:42: Da habe ich dann immer einen Schutzhütten übernachtet, also da habe ich mir dann eigentlich meine Isomate und einen Schlafsack auf den Boden gelegt und habe dann da genächtigt.
00:25:51: Und sonst unterwegs, es gibt ja auch eine App One Night Tent heißt die, da kann man Privatpersonen fragen, ob man bei denen im Garten zelten darf.
00:25:58: Das habe ich einige Male gemacht oder auch Leute gefragt, ob ich bei denen im Garten zelten darf.
00:26:05: Das war so eine Mischung.
00:26:06: Daraus.
00:26:07: Irgendwann kam man um zehn Campingplätze.
00:26:11: Dazu, als ihr alleine war im Süden.
00:26:12: Aber das war davor prima das Zelt.
00:26:15: Wie war die Erfahrung vor allen Dingen so in Deutschland?
00:26:19: Also die Resonanz, das Feedback von den Menschen, mit denen du dann auch gesprochen hast, gab es da irgendwie mal Ärger, Unverständnis, Unmut auch?
00:26:28: Was ja
00:26:29: viele Menschen so vermuten, wenn man in Deutschland unterwegs ist, das ist alles schwierig und dann gibt es so viele Regeln.
00:26:36: Meine Erfahrung ist meist, die Menschen sind total offen, interessiert und hilfsbereit.
00:26:42: Wie war deine Erfahrung?
00:26:44: Genau das Gleiche.
00:26:44: Die Leute waren sehr offen und hilfsbereit.
00:26:48: Ich wurde einmal nur ein bisschen dumm angemacht und wurde jetzt gefragt, ob ich jetzt dauerkämpire.
00:26:54: Aber dann habe ich ihm auch danach kurz gesagt, dass ich mich so ein Stück weit angegriffen gefühlt habe von ihm und dann sind wir in einen ganz schönen Austausch gekommen und sind danach zwei Stunden zusammengewandert.
00:27:04: Also da hab ich mir gemerkt, wenn man miteinander redet, dann funktioniert es.
00:27:09: Er wollte halt Vögel an der Schutzhütte fotografieren, wo ich geschlafen habe.
00:27:13: Man muss halt wissen, was auch so der Hintergrund ist von den Leuten.
00:27:16: Und ich glaub, wenn man da miteinander redet, klappt das ganz gut.
00:27:20: Und sonst auch die Leute, die ich gefragt habe, ob ich bei den Zelten darf.
00:27:25: Bis auf einmal war durchweg positiv.
00:27:27: Das erste Mal wurde ich tatsächlich eingeladen von einer Person.
00:27:30: Irgendwann zählt aufschlagen und er saß da mit zwei weiteren Freunden.
00:27:34: war, wenn du willst.
00:27:35: Kannst du auch mit zu mir nach Hause kommen, kriegst du noch was zum Abendessen, du hast ein Bett, du kannst Duschen geben.
00:27:41: Und ja, so hat es dann angefangen, dass ich mich dann selber auch geöffnet habe zu Fragen auch so ein Stück weit.
00:27:49: Franzi, wie hast du das wahrgenommen in der ersten Zeit, als Leo alleine los ist?
00:27:54: Ihr wart ja mit Sicherheit auch in Kontakt.
00:27:56: Wie hat sich das für dich angefühlt?
00:27:57: Hast du für einen Eindruck gehabt, wie er da unterwegs ist und wie es ihm da geht?
00:28:03: Sehr beflügelt auf jeden Fall.
00:28:05: Also jedes Mal, wenn wir irgendwie telefoniert oder geschrieben haben, habe ich gemerkt, dass es ihm total gut tut und dass es auf jeden Fall die erste Zeit durchaus... positiv war und auch mit wenigen Herausforderungen irgendwie.
00:28:23: Und wenn es dann mal kleine Herausforderungen gab, dann musste ich oft irgendwie so ein bisschen in mich reinschmunzeln, weil das dann so Sachen waren, die irgendwie von dem Leben, was ich in der Zeit geführt habe, so komplett weit entfernt waren.
00:28:36: Aber natürlich total normal, wenn man dann auf dem Trail ist gerade und irgendwie sich Sorgen macht, ob man Genug Antibrom dabei hat oder weiß ich nicht, ob man genug Wasser findet in den nächsten anderthalb Kilometern oder so.
00:28:51: Und wenn es dann mal kleine Herausforderungen gab, dann hat es ihm auf jeden Fall auch immer gut getan, da einmal dann drüber zu sprechen und vielleicht dann auch ein bisschen Feedback zu bekommen.
00:29:00: Und dann war das Problem wieder vom Tisch.
00:29:03: Aber ich habe mich immer total gefreut, wenn ich irgendwelche Bilder von Tieren bekommen habe, was er alles so entdeckt hat an dem Tag oder wem er begegnet ist.
00:29:12: und da so eine Begeisterung führt zu spüren.
00:29:14: Also ich glaube, diese generelle Begeisterung für Natur und Tiere, die teilen wir einfach.
00:29:19: Und deswegen fand ich es schön, dass er das dann mit mir geteilt hat.
00:29:21: Und das habe ich dann auch so mitgefühlt in dem Moment.
00:29:24: Das war total schön.
00:29:26: Was waren so die Highlights aus der Zeit?
00:29:28: Tierbegegnungen, Fotos, die du bekommen hast?
00:29:30: Es gab eine ganz besonders flauschige kleine Babycoum, die er fotografiert hat, die ganz, ganz süß war.
00:29:38: Und da habe ich mich total über das Bild gefreut.
00:29:42: und immer mal wieder dann auch, dass er seinen Zelt direkt neben der Schafshärde aufgeschlagen hat, irgendwie, das fand ich total toll.
00:29:50: Ja, und manchmal auch einfach ein Selfie von einem grinsenen Leo, der irgendwie morgens wach geworden ist und es hat geregnet, aber er hat trotzdem seine Freude gehabt beim Wandern.
00:30:00: Ich
00:30:01: habe einen einen Tag extrem viel Feuer Salamander gesehen, das war irgendwie auch ... ganz schön, also so kleine Tiere.
00:30:07: Weil es ist dann viel mehr auch für mich so die alltäglichen Dinge, die die Highlights sind, wie zum Beispiel im April dieses Konzert am Morgen, was die Vögel dann hergeben, bin ich eigentlich jeden Morgen mit dem Strahlen wach geworden.
00:30:20: Und dann in den Dingen, die diese Schönheit zu sehen, die man halt selbstverständlich vielleicht ansehen könnte.
00:30:28: Irgendwann hast du ja dann den nächsten Schritt gemacht, weg von der Heimat und aus dem gewohnten Bereich und hast dann ja auch Deutschland verlassen.
00:30:37: In so ein bisschen als grobe Orientierung habe ich den Nord Sea Trail genommen.
00:30:42: Da geht der einmal von Norden bis Süden durch Deutschland durch.
00:30:44: Da haben wir mal zwei Schlenker gespart und bin dann durch den Pfälzer Wald gelaufen quasi nach dem Reihensteig.
00:30:54: dann Richtung Schwarzwald, dann den Westweg dort gemacht und hab dann vom Feldberg Schlenker Richtung Bodensee genommen und bin dann auf dem Maximiliansweg quasi umgestiegen und der geht durch Allgäu durch Bayern und er hat mal so ein bisschen auch an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich hin und her.
00:31:18: und dann bin ich umgestiegen aus Fahrrad tatsächlich und dann quasi durch Österreich durchzufahren.
00:31:28: Wie kam das?
00:31:28: Warum dann das Rad, um noch mal schneller voranzukommen, um noch mal anders unterwegs zu sein, was anderes auszuprobieren?
00:31:35: Ich habe ganz verschiedene Aspekte mit reingespielt.
00:31:38: Eine Seite so ein bisschen ab dem Bodensee wurde es touristischer.
00:31:43: Dadurch waren die Wege so ein bisschen voller.
00:31:45: Es waren eigentlich mehr Leute unterwegs, aber mir ist es schwieriger gefallen, mit den Leuten vor Ort in Austausch zu kommen.
00:31:54: Und es hat, ich glaube, fast in zwei Wochen bis auf zwei, drei Tage einen jeden Tag durchgehend geregnet.
00:32:01: Und dann hätte ich nochmal durch die Alpen durchgemusst und nächste Woche sah auch nicht gut aus.
00:32:07: Und das war dann auch der erste Moment, wo ich mich, glaube ich, ein bisschen einsam auch gefühlt habe, als diese ganzen Momente zusammen kamen.
00:32:17: Und irgendwie ist dann über eine Woche, anderthalb Wochen die Idee gereift.
00:32:21: Weil Zelten in der Region dann auch so ein bisschen schwieriger war.
00:32:24: Die Nächte wurden, die Tage wurden immer länger.
00:32:28: Das heißt, selbst um zehn Uhr war es noch draußen hell.
00:32:30: Und es war schwieriger, dann passende Zeltplätze zu finden, dass mich das alles so ein bisschen gestresst hat.
00:32:37: Und dann hatte ich halt das Glück, dass ein guter Freund in Rosenheim lange gewohnt hat und der jetzt noch ein altes, kleines Fahrrad für mich über, was ich haben durfte.
00:32:47: Und damit bin ich dann von Rosenheim nach Wien gefahren.
00:32:49: Fünfhundert, sechshundert Kilometer.
00:32:53: Mit dem Rucksack auf dem Rücken dann oder wie hast du es gemacht?
00:32:55: Genau, mit dem Rucksack auf dem Rücken und den Knien eigentlich über dem Lenker.
00:33:02: Es war ja ein landeres Experiment, aber das hat mir auch wieder gezeigt, man braucht jetzt gar nicht so ein hochmodernes, teures Fahrrad.
00:33:11: So was tut es halt auch.
00:33:13: Ich hab mir noch so eine Fahrrad-Shorts geholt, die so ein bisschen am Hintern gepolstert ist, aber er hat auch eher so See nie was gebracht.
00:33:20: Ich hab mir noch irgendwie Unterlagen darunter gelegt, weil der Sattel auch nicht hoch genug war und hab mir da ein bisschen was zusammen gebastelt.
00:33:28: Aber ich hab auch lange mit der Entscheidung dann gehadert, aus dem Fahren zu steigen, weil es jetzt zeitweise auch wie so ein Versagen angefühlt hat, dann quasi nicht zu wandern, weil ich mir das ja eigentlich vorgenommen hatte.
00:33:42: Und da habe ich schon noch sehr lange dran knabbert, da umzusteilt oder sich umgestiegen bin.
00:33:49: Aber im Nachhinein, ich habe so tolle Menschen wieder kennengelernt, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war.
00:33:54: Das war dann doch die richtige Entscheidung.
00:33:56: Und das Fahrrad dann verschenkt in Wien und wieder zu Fuß weiter?
00:34:01: Oder wie hast du das gemacht?
00:34:02: Ich habe dann über Couch-Surfing jemanden kennengelernt in Wien, wo ich schlafen konnte.
00:34:05: Und an die Person habe ich das Fahrrad auch verschenkt.
00:34:09: Und sie hat es dann aber mit der Bahn zurück nach Deutschland gebracht, weil sie es jetzt irgendwie in München benutzt.
00:34:14: Also da habe ich schon auch geguckt, dass es irgendwie wieder jemand seine Freude mit hat, weil hat man ja auch gute Dienste erwiesen.
00:34:22: Dann wäre es zu schade, damit nichts zu machen, aber in irgendwem war schon klar, dass ich es verschenke.
00:34:27: Und dann ging es ab Wien zu Fuß weiter
00:34:30: wieder.
00:34:31: Herr Franzi, und dann bist du schon bald, hast du gesagt, Bratislava ist gar nicht so weit entfernt von Wien, da zugestoßen und ihr wart zu zweit.
00:34:39: Also wir mussten natürlich dann ein bisschen langsamer erstmal anfangen beziehungsweise für Leo weitermachen, weil ich natürlich ein ganz anderes Level hatte von der Fitness als Leo.
00:34:51: Und ich auch erst ein paar Monate vorher eine Planterfaszite hatte im Fuß, also eine Entzündung.
00:34:57: Und deswegen haben wir gesagt, komm, dann machen wir lieber jetzt am Anfang erst mal ein bisschen langsamer, weil falls das wieder aufleuchten sollte, dann wäre die Wanderung für mich eigentlich passé gewesen.
00:35:08: Genau, das hat aber eigentlich total gut funktioniert, finde ich, das dann langsam immer so zu steigern von den Kilometern.
00:35:15: Ich meine, es war zum Glück ja auch nicht das erste Mal, dass wir gemeinsam wandern waren und auch nicht im Zelt geschlafen haben.
00:35:21: Deswegen waren so ein paar Abläufe irgendwie auch relativ klar.
00:35:26: Aber dann gab es natürlich auch Dinge, wo Leo dann gesagt hat, so, das habe ich jetzt so und so gemacht in der Vergangenheit und damit bin ich eigentlich ganz gut gefahren.
00:35:34: Und das war dann natürlich auch total schön und hilfreich, dass das schon ausgetestet wurde vorher.
00:35:41: Ja.
00:35:41: Aber da habe ich mich versucht, das so ein bisschen vorher schon drauf vorzubereiten, weil ich nicht wollte, dass wir da reingehen und ich dann bestimme, was wir machen.
00:35:49: Es ist ja dann nicht mehr meine Reise, sondern es ist unsere gemeinsame Reise.
00:35:53: Und da ist, glaube ich, wichtig, dass beide Stimmen gehört werden und man da einen gemeinsamen Weg findet.
00:36:01: Ich will gar nicht so sehr jetzt auf Zahlen gehen.
00:36:03: Das machen wir oft genug, auf Zahlen zu gucken.
00:36:06: Aber dass man eine Vorstellung hat von einer Größenordnung.
00:36:09: Was bist du vorher so ein Kilometer pro Tag gelaufen und wie viel seid ihr dann anfangs gemeinsam gegangen?
00:36:16: Alleine bin ich so irgendwas über dreißig oder so gelaufen und zu zweit haben wir dann angefangen.
00:36:25: Zwischen
00:36:25: zweiundzwanzig und dann manchmal fünfundzwanzig oder so.
00:36:28: Manchmal dann auch einen Tag einfach nur zwanzig.
00:36:30: Das hat so ein bisschen variiert.
00:36:33: Jetzt da zu der Zeit gab es ja auch noch keine Höhenmeter.
00:36:36: Da war ja alles komplett flach.
00:36:40: Inwiefern hat sich das denn verändert?
00:36:42: Leo?
00:36:42: du hast jetzt diese Erfahrung gehabt alleine unterwegs zu sein.
00:36:46: wie gehst du auf andere Menschen zu?
00:36:48: wie gehen andere Menschen auf dich zu?
00:36:51: wie ist die Reaktion wenn du fragst zum Beispiel nach Übernachtungsmöglichkeiten oder nach irgendeiner anderen Unterstützung?
00:36:58: inwiefern hat sich diese Dynamik verändert?
00:37:01: dann zu zweit?
00:37:03: man ist ja vielleicht auch ein bisschen.
00:37:06: weniger nach außen orientiert, wenn man zu zweit unterwegs ist, weil man sicher hat, also da ist eine andere Person als Bezugspunkt.
00:37:16: Hast du dann einen Unterschied gespürt?
00:37:18: Und inwiefern war auch ein Unterschied zu spüren, jetzt eben nach außen, also wie andere Menschen vielleicht auf euch zugehen, euch wahrnehmen?
00:37:26: Also im Anfang war das sehr schwer zu beantworten, da ich das natürlich auch in einem anderen Land fang.
00:37:31: Ich mein, vorher Deutschland, Österreich.
00:37:34: in Ungarn und in der Slowakei, wo wir dann durch sind, war das schon noch mal einfach von der Mentalität von den Menschen so ein Stück weit anders.
00:37:44: Weil da haben wir auch viel drüber gesprochen, hing das vielleicht damit, dass wir zusammen unterwegs waren oder war es auch das Umfeld, was einfach so ein Stück weit anders war und wir mussten uns erst mal allen groove.
00:37:54: Und dadurch war es am Anfang schon noch mal, ja, so weniger Begegnungen mit anderen Menschen tatsächlich.
00:38:01: Ja.
00:38:03: Ja, ist interessant, lässt sich vielleicht auch gar nicht so abschließend beantworten, woran das nun liegt, aber ich glaube schon, dass wenn natürlich Menschen dazu zweit unterwegs sind, dass da vielleicht auch von außen gar nicht so jetzt die Notwendigkeit gesehen oder kommen, dann fragen wir mal, ob es alles gut ist oder wie es denn geht oder ob die was brauchen, weil die haben ja sich, also das ist jetzt nur so eine steile These.
00:38:23: Inwiefern das dann so ist, ist natürlich schwer zu beurteilen ab der Totalrechte, gerade auch mit der Mentalität.
00:38:30: Ihr werdet aber dennoch natürlich auch Begegnungen gehabt haben dann auf dem Weg und Menschen getroffen haben, Erlebnisse kreiert haben vielleicht oder irgendwo reingesteubert sein, das ist auch immer interessant.
00:38:44: Welche sind euch da aus dieser gemeinsamen Zeit beim Wandern besonders im Gedächtnis Franzi?
00:38:52: Welche dir?
00:38:53: Also eine Situation fällt mir direkt ein.
00:38:58: Dazu muss man auch noch mal sagen, also was wir gerade besprochen haben, das hat sich dann zum Beispiel auch total geändert in Bulgarien und auch in der Türkei.
00:39:07: Also da sind wir auch natürlich total aufgefallen, wenn wir durch ein Dorf gelaufen sind.
00:39:13: So zwei Menschen mit ihren Wanderstöcken und ihrem großen Rucksack auf dem Rücken, das hat einfach Aufmerksamkeit auf sich gezogen und da wurden wir dann einfach auch oft direkt angesprochen.
00:39:23: auf der lokalen Sprache auch.
00:39:25: Und ja, da war ein ganz anderer Umgang damit, finde ich.
00:39:30: Und die Situation, die mir ganz stark in Erinnerung geblieben ist, war in Bulgarien, in den Bergen.
00:39:37: Da gab es eine Phase, da haben wir hauptsächlich versucht, in Schutzhütten oder in Wanderhütten zu schlafen, weil das ein starkes Bernggebiet war.
00:39:48: Und das einfach ein bisschen entspannter dann war.
00:39:51: Klar, man kann auch in einem Berngerbiet zählten, aber wir hatten dann irgendwie nicht so Lust, jede Nacht unseren Vorrat weit wegzuhängen.
00:39:58: Und so haben das auch manchmal gemacht.
00:39:59: Aber da haben wir in Unterkünften geschlafen oder in dem Zaun auf jeden Fall von der Unterkunft.
00:40:05: Und da sind wir den ganzen Tag schon gewandert und sind recht spät, auch abends dann
00:40:10: oben
00:40:11: in so einem kleinen ... Man kann es eigentlich gar nicht Dorf nennen, es waren vielleicht ... fünf Häuser sind wir oben angekommen und die Hütte hatte zu.
00:40:19: Es wäre zu weit gewesen, um ins nächste Dorf zu laufen, weil es dann auch dunkel geworden wäre und wir haben ein bisschen weiter weg, dann Hürden gesehen und uns blieb nichts anderes übrig, als dann den Hürden anzusprechen.
00:40:35: Erst mal mit Google Übersetzer irgendwie, weil er nur Spulgarisch sprach und habe ihn dann gefragt so, hey, Also die Hütte hat zu, wir haben eigentlich damit geplant dazu, übernachten, gibt es irgendwie eine andere Möglichkeit zu schlafen.
00:40:48: Und er hat sofort ohne zu zögern gesagt, ich kann euch beherbergen.
00:40:52: Und da waren wir erst mal total baff.
00:40:55: Und dann hat man sich irgendwie mit Händen und Füßen dann versucht zu verständigen.
00:40:59: Und er hat uns dann mit sich gewunken und dann sind wir in seine Hütte gegangen.
00:41:03: Und dann hat er uns sofort Bettzeug gegeben und Decken und alles.
00:41:09: Und dann sind wir nebenan in so eine kleine Hütte, die er extra aufgeschlossen hat, wo so zwei kleine Betten und ein Ofen in der Mitte war.
00:41:17: Und dann haben wir unsere Sachen abgelegt und er dann noch Feuerholz für uns gehackt.
00:41:21: Und dann meinte er, ja, zettelt euch mal ein bisschen, kommt mal ein bisschen an, stellt eure Sachen ab.
00:41:27: Und dann kommt ihr danach zu mir und wir trinken Raki zusammen.
00:41:32: Und dann haben wir das gemacht und sind dann zu ihm gegangen.
00:41:35: und dann hat er uns sofort auch schon kommentarlosen Drettchen mit einem Messer vor die Nase gelegt und Tomaten und wir haben dann gemerkt, okay, wir machen jetzt Abendessen zusammen.
00:41:45: Und dann haben wir zusammen Salat geschnibbelt und hatten wirklich einen herrlichen Abend, haben drei Stunden oder vier Stunden damit dem zusammengesessen, haben super viel gelacht.
00:41:55: Sein selbst gebrannten Raki getrunken, getanzt und uns irgendwie verständigen können.
00:42:01: Und ich glaube, das ist auch so eine, also das ist so die Haupterinnerung oder auch was Lehrreiches, was ich mitnehme von dieser Wanderung, dass man sich immer irgendwie verständigen kann, wenn man möchte.
00:42:12: So, wir hatten so einen tollen Abend und die Sprache war überhaupt keine Barriere mehr irgendwann.
00:42:17: Es war gar kein Problem.
00:42:20: Der hat vielleicht auch ein bisschen was damit zu tun, wobei wir irgendwann gar nicht mehr konnten und er uns immer weiter nachgeschenkt hat.
00:42:28: Ja, genau.
00:42:30: Das war auf jeden Fall eine total schöne Erinnerung.
00:42:32: Dann wollten wir am nächsten Morgen oder beziehungsweise er hat uns an Abend sogar noch mit Stirnlampe in die Hütte gebracht, weil er meinte, ja, wir müssen jetzt ein bisschen gucken mit den Bären auch und so.
00:42:43: Die kommen dann immer gerne mal da irgendwie hin, weil er halt auch Kühe hatte und so.
00:42:48: Ja, und dann hat er uns das Feuerchen noch angemacht in der Hütte und am nächsten Morgen hat es dann in Strömen geschüttet und gewittert.
00:42:55: und dann meinte er auch, ihr könnt gerne noch hier bleiben, solange das Gewitter nicht vorbei ist und dann einfach danach loslaufen.
00:43:02: und ja, das war eine total schöne Erfahrung.
00:43:05: Nächste These, vielleicht gibt es, oder mit Sicherheit gibt es auch Begegnungen, die dann wieder als Paar vielleicht auch leichter und anders sind oder die du vielleicht gar nicht so hättest, wenn du jetzt alleine unterwegs wärst, als Mann oder als Frau ist.
00:43:23: Vielleicht spricht eine bügarische Frau jetzt einen einsam wanderten Mann weniger gern an als dann ein Paar oder beherbergt ihn oder eben sie andersrum.
00:43:37: Also da gibt es Sicherheit auch dann wieder viele verschiedene Aspekte und Dinge, die sind dann wieder auch werden einfacher vielleicht sogar als Paar.
00:43:45: I don't know.
00:43:45: Also die Thesen heben sich vielleicht dann auf gegenseitig, die beiden.
00:43:51: Leo, was hast du im Gedächtnis vor allem, wenn du an diese gemeinsame Zeit dann von Bratislava nach Istanbul denkst?
00:44:01: Diese gemeinsamen Wente, die man dann halt teilt, morgens zusammen an der Donau zu sitzen, gemeinsam Eisvögel zu beobachten und versuchende andere Personen zu sagen, hast du den grad gesehen?
00:44:12: Ja, so schnell ist ja manchmal relativ schwer.
00:44:15: Und also wirklich das alltägliche gemeinsam zu erleben und das daran halt die Freude.
00:44:20: zu haben.
00:44:22: Inwiefern hattet ihr einen Zeitpunkt, der euch so vielleicht auch ein bisschen Druck gemacht hat?
00:44:31: Oder inwiefern konntet ihr einfach auch dann entspannt loslaufen, egal wie weit wir jetzt heute kommen in den Tag hinein.
00:44:39: Also gab es eine Deadline, zu der ihr in Istanbul sein musstet?
00:44:44: Keine Fixe.
00:44:45: Wir hatten so ein bisschen, dass wir vor dem Winter durch die Berge in Bulgarien wollten, dass wir quasi keinen Schnee dort haben.
00:44:56: Am Anfang habe ich mir selber noch den Druck gemacht von okay, bis dann und dann muss ich da sein, so und so viel Kilometer muss ich laufen, aber davon habe ich mich relativ schnell dann auch verabschiedet, weil der Fokus dann anders geworden ist und dann hatten wir eigentlich gar keine fixe Deadline.
00:45:12: Nee, wir haben dann relativ am Ende, also ich glaube ein Monat im Voraus.
00:45:18: haben wir dann Freunden Bescheid gesagt, die uns gerne besuchen kommen wollten in Istanbul und die mussten dann natürlich irgendwie ihre Flüge buchen und so.
00:45:25: und das heißt also ich glaube vier Wochen oder drei Wochen im Voraus war klar, okay, zu dem und dem Datum müssten wir spätestens da sein, aber da haben wir uns auf jeden Fall ein bisschen Puffereingeplant.
00:45:38: Ihr hätt die besondere Situation, dass dann in Istanbul die Reise nicht geendet hat.
00:45:44: Auf gewisser Art und Weise schon, also diese Wanderung war zu Ende, aber das ist ja oft so.
00:45:48: Du kommst dann an dein Ziel und weißt eigentlich die Tage vorher nicht so richtig, ob du dich jetzt freuen sollst oder eben nicht, ob du traurig sein sollst, weil es vorbei ist.
00:45:59: Für euch ging es ja aber nicht wieder zurück, sondern ihr seid ja dann noch weiter, insofern vermute ich mal, das ist dann gar nicht so sehr, die es auch schade jetzt, jetzt ist es durch war, sondern dass da dann irgendwas war, auf das ihr euch schon wieder gefreut habt, auf so ein nächstes oder wie habt ihr das wahrgenommen, gerade zu die letzten Tage und Wochen?
00:46:21: Für mich war es schon schwer, das dann so zu sehen, dass dann vorbei ist.
00:46:26: Er hat schon auch gebraucht, an sich auf das Neue wieder einzulassen und sich darauf auch zu freuen.
00:46:33: Weil ich glaube halt beim Wandern, man ist ja sehr in dem Moment oder auch in den Tag und denkt gar nicht so sehr an morgen und auf einmal geht es mehr um morgen als um heute.
00:46:45: Vielleicht ein Stück weit, wenn man sich auf so ein neues Kapitel dann vorbereitet.
00:46:48: Und das war auch dann starke Veränderung.
00:46:52: Ja, und dann auch in so einer Riesenstadt wie Istanbul anzukommen, das war auch erstmal eine absolute Reizüberflutung nach dieser Natur, die man vorher um sich rum hatte.
00:47:04: Also da sind wir abends auch essen gegangen an dem ersten Abend oder wollten essen gehen und dann saßen wir in einem Restaurant und Leo war, also wir beide aber Leo besonders war so überfordert mit den ganzen Geräuschen, diesem Riesenangebot auf dieser Speisekarte und dann haben wir ohne bestellen, so zu bestellen, haben wir dann gesagt so wir müssen jetzt nach Hause, wir kaufen uns jetzt irgendwie einfach mannt hier im Supermarkt und machen das jetzt in unserer Küche zu Hause im Airbnb, dann wo wir unsere Ruhe haben und nicht so vielen Reizen ausgesetzt sind.
00:47:34: Ich meine, wir sind die ganze Wanderung durch, sind wir durch Städte gelaufen, auch durch Hauptstädte, aber Istanbul war einfach dann ein bisschen wie so ein Schlag ins Gesicht.
00:47:44: Genau, dann ging es nach Indien tatsächlich, also noch mal ein bisschen lauter als Istanbul.
00:47:53: Und da sind wir dann ... Ende Oktober quasi, nach Indien geflogen und waren jetzt vorstellanker zwei Monate in Südindien unterwegs, aber das haben wir dann noch eher so ein bisschen langsamer angegangen und waren da jetzt nicht mehr zu Fuß unterwegs, sondern dann mit Zügen und Bussen vor Ort.
00:48:20: Wenn wir Davon ausgehen das ja alles, was wir erleben uns in irgendeiner Form prägt und so Teil von uns wird, Teil unserer Persönlichkeit.
00:48:31: Das passiert ja oft auf einer unbewussten Ebene.
00:48:34: Das ist dann schwer, das zu formulieren, weil wir es ja gar nicht gedanklich greifen können.
00:48:39: Manchmal sind es aber schon so ein paar Dinge klar.
00:48:42: oder wir merken so, ja stimmt das.
00:48:44: Ich glaube, das nehmen wir mit.
00:48:47: So, das ist jetzt ein Teil von uns.
00:48:50: Natürlich ist das im Ganzen auch so eine Erfahrung, aber gibt es da noch mal Dinge, wo ihr sagt, ja, stimmt, das nehme ich ganz besonders mit.
00:48:59: Das ist eine Erfahrung, die mich wirklich sehr geprägt hat und die auch nicht so einfach wieder jetzt in ein paar Wochen verschwindet.
00:49:06: Bei mir waren es wirklich die Begegnungen mit den Menschen vor Ort.
00:49:11: Und ich wieder nach auch gedacht habe, dass eigentlich jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen.
00:49:16: dass jeden Menschen eigentlich zuhören soll.
00:49:19: Also ich bin eh schon, ich höre sehr gerne zu und das habe ich dann oft gemerkt, dass viele Leute manchmal einfach eine Person fehlt, die ihnen zuhört, weil jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen.
00:49:28: Jeder Mensch hat Ängste und Träume und manchmal braucht man nun kleine Inspiration oder so einen kleinen Ansturz.
00:49:36: Wenn man durch ein Dorf läuft, begegnet hat Leuten nicht wahrscheinlich sonst niemals in meinem Leben begegnend wird, aber ... ist so fruchtbar danach voneinander auch weggegangen und hat sich gegenseitig sehr viel gegeben.
00:49:49: Ich habe zum Beispiel auch bei den Leuten, bei denen ich gezeltet habe, eine Postkarte geschickt aus Istanbul.
00:49:55: Und das Feedback war ich dann bekommen, war auch sehr schön, dass sie das auch inspiriert hat, weil ich am Anfang natürlich vielleicht erstmal denke, jetzt schlafe ich da, dann kriege ich noch was zu essen, eine heiße Dusche und benutze ja eigentlich nur deren Ressourcen.
00:50:10: Ich nehme nur, aber dann auch zu sehen, dass eigentlich in dem Moment beide was gegeben haben.
00:50:17: Und natürlich kann ich so Handvoll Begegnungen rauspicken, aber muss ich gar nicht zwingend, weil eigentlich jede Begegnung für sich gesprochen hat.
00:50:27: Was ist es bei dir, Franzi?
00:50:28: Ich glaube, bei mir ist es ganz doll, noch mal so ins Vertrauen zu gehen und im Vertrauen dann auch zu bleiben und zu wissen, selbst wenn wir gerade in einer Situation sind, die meiner Meinung nach gerade aussichtslos aussieht und ich nicht weiß, ob es jetzt besser ist, vor oder zurück zu gehen, nicht zu verzweifeln in dem Moment, sondern lösungsorientiert zu sein, weil es genau in dem Moment halt auch einfach drauf ankommt.
00:50:57: und einen kühlen Kopf zu bewahren und einfach im Vertrauen zu sein, es wird sich eine Lösung finden und wir werden irgendwo am Ende des Tages wieder gemütlich im Zelt liegen, so, ja, da nochmal so in diesem Urvertrauen zu sein und zu wissen,
00:51:15: es
00:51:15: wird sich alles... So geben irgendwie.
00:51:18: Ja, das würde ich glaube ich total daraus mitnehmen und möchte ich auch mehr in mein Leben wieder so integrieren.
00:51:26: Und das hat mir die Wanderung einfach in diversen Situationen irgendwie immer wieder gezeigt.
00:51:32: Ja.
00:51:33: Das ist ja total schön.
00:51:35: finde ich, als Erkenntnis das mitzunehmen, weil das eben ja Dinge sind, die unsere Haltung beschreiben und natürlich auch in einem anderen Umfeld vielleicht manchmal nicht so einfach, vielleicht muss man sich immer wieder daran erinnern auch, aber dann umzusetzen sind.
00:51:55: Unabhängig davon jetzt auch, ob wir Du hast eingangs gesagt, Franzi, auch mal sechs Stunden stricken dich.
00:52:02: Das nehme ich jetzt so ein bisschen als plattes Bild.
00:52:04: Sich Zeit zu nehmen, dann für solche Dinge, das ist ja im Alltag manchmal schwer, aber so eine Haltung zu bewahren.
00:52:10: Ich glaube, das ist ja unabhängig davon.
00:52:13: Und so eine Haltung ist ja auch etwas, was sich manifestiert.
00:52:16: Unabhängig davon, wo wir sind.
00:52:18: Wie wir sind, das sind wir ja immer, egal wo.
00:52:20: Das finde ich schön zu hören, dass da was ist.
00:52:25: was dann bleibt und was Teil von einem ist.
00:52:29: Wenn man eben den Mut hat, rauszugehen und sich auch uns ungewisse ins Abenteuer zu stürzen.
00:52:37: Und auch das muss ja nicht am Ende der Welt, das ist natürlich immer auch so mein Thema, aber am Ende der Welt passieren dieses Rucksack auf und loslaufen von der Haustür aus und egal wie weit jetzt, aber allein das zu tun und ins... Vertrauen zu gehen darauf, dass das schon alles gut wird, dass die Lösung irgendwie gemeistert werden, sich vielleicht selbst eben auch viel dazu beitragen kann.
00:53:02: Und wenn es nur Vertrauen ist, dass sich Dinge lösen und auch in Begegnung zu gehen, in Kontakt zu gehen mit Menschen, um da auch nicht nur was zu nehmen, so wie du es gesagt hast, Leo, sondern auch ja was zu geben.
00:53:16: Und wenn es nur die eigene Zeit ist, das zuhören, die Aufmerksamkeit.
00:53:20: Das ist ja fantastisch, wenn wir das können.
00:53:25: Und das können wir eben auch, wenn wir gar nicht so weit weggehen.
00:53:28: Würde ich jetzt wieder als nächste These noch mal reinschmeißen.
00:53:33: Aber hast du das Gefühl, dass ihr die durchaus auch unterschreiben würdet?
00:53:36: Ja, auf jeden Fall.
00:53:38: Und was uns beiden auch nochmal sehr bewusst geworden ist, dass die Wanderung oder auch die... Die Reise jetzt so an sich ist ein bisschen wie, als ob es einem so ein Spiegel vorgehalten wird auch.
00:53:50: Und Dinge, die man irgendwie in seinem Alltag vielleicht erlebt hat oder ja erlebt hat jeden Tag oder Punkte, die einen gestört haben, die man manchmal vielleicht auch einfach aufs Umfeld oder auf die Situation, in der man lebt, irgendwie zu kleine Wohnungen oder unzufrieden mit einem Job oder irgendwie sowas geschoben hat.
00:54:11: Dass diese Punkte dann doch... immer wieder auch auftauchen, obwohl man aus diesem Umfeld dann rausgezogen war komplett.
00:54:19: Und dann wird man doch immer wieder darauf aufgestubst und dann merkt man so, ja, okay, das sind vielleicht Dinge, die grundlegend in mir sind, die ich irgendwie ändern möchte oder nicht mag oder an denen ich arbeiten möchte oder irgendwie sowas.
00:54:32: Das war auch nochmal eine total wichtige Erkenntnis, dass oft so Strukturen, die man auf sein Umfeld geschoben hat, dann doch... irgendwie auch vorhanden sind, wenn man in der Natur war oder auf der Wanderung.
00:54:45: Also, These kann ich auf jeden Fall unterstreichen.
00:54:47: Man muss jetzt nicht bis nach Istanbul wandern.
00:54:50: Man muss einfach nur anfangen, wie beim Wandern halt Schritt für Schritt und zu gucken, was trau ich mir zu und dann damit halt starten.
00:54:59: Ja, aber dafür braucht es dann eben manchmal auch so eine Idee oder ich sag mal eine Vision, zu sagen, pass auf, wir laufen jetzt nach Istanbul.
00:55:07: um sich selbst so ein bisschen auch in den Hintern zu drehen und sagen, pass auf, jetzt mal raus hier aus dem Komfortbereich, jetzt lass uns mal gucken, wo so die, wo die Knackpunkte sind, was uns wirklich wichtig ist, wo wir vielleicht dann auch genau wie es bei euch jetzt ist, eben Dinge erkennen und uns Dinge klar werden am Ende von so einer Wanderung, von so einem Abenteuer, von so einer Reise, die einem sonst vielleicht in normalen Umfeld nicht so klar geworden wären, aber was ja ganz wertvoll ist, um das dann wieder zu nehmen und wieder zu integrieren und dann so auf einer, gefühlt ja auf einer nächsten Stufe, im nächsten Level angekommen zu sein, was nicht heißt, dass man jetzt somit nicht erleuchtet ist oder so, aber das man einfach wächst auch persönlich.
00:55:51: Und das wichtigste Spaß haben dabei.
00:55:53: Also, wenn mir das keinen Spaß macht, dann ist es, glaube ich, auch sehr schwer und dann darf man dann nicht so krampfer dran gehen.
00:56:00: Vielleicht ist es nicht das Wandern, sondern vielleicht das Fahrradfahren oder ist ja eigentlich sowas von egal, was es für ein Abenteuer ist.
00:56:06: Aber es muss halt Spaß machen, weil das ist der Motivator am Ende, weil wenn mir Wandern im Sonnenschein, in Bergen keinen Spaß macht, dann macht mir auch keinen Spaß, wenn ich drei Tage durch den Regen laufe.
00:56:17: Du hast natürlich immer, egal was du da machst, auch Tage dabei, wo es mal dann unbequem wird.
00:56:23: Und ich glaube, die sind immer Teil auch von einem Abenteuer, weil sonst ist es kein Abenteuer, sonst ist es so ein Sonntagsspaziergang bei schönem Wetter.
00:56:31: Aber das ist ja letztlich, weil wir keine Kalendersprüche raushauen, aber wie das Leben, wo es dann auch mal schwierig wird und wo solche Tage auch dabei sind.
00:56:40: Aber wo du immer weißt, ey, es scheint dann auch wieder die Sonne.
00:56:44: Ich muss aber auch nicht, und dann gebe ich dir vollkommen recht, jetzt auf Krampf etwas durchziehen, was mir einfach de facto keine Spaß macht.
00:56:55: Auch wenn diese zwei, drei Regentage mal vorbei sind, wo ich dauerhaft merke, so, ey, das ist einfach nicht meins.
00:57:00: Dann finde ich es sehr erfrischend zu sagen, pass auf, ich steig jetzt einfach mal aufs Rad.
00:57:04: eine Zeit lang, auch wenn das vielleicht nicht das perfekte Rat ist, aber dann fahre ich jetzt mit dem Rat einfach mal drauf los.
00:57:11: Ich finde gerade dieses Gefühl... Also drauf los, jetzt Zeit zu haben, ohne konkret Wissen zu müssen.
00:57:17: Ich muss übermorgen das und das abgerissen haben an Strecke.
00:57:21: Also dieses Gefühl des Aufbruchs in einem kleinen oder auch großes Abenteuer, das mag ich immer ganz besonders.
00:57:27: Wenn es so offen vor allem liegt und du eigentlich gar nicht genau weißt, hey, wie ein Begegnis du, was passiert, wo pensst du heute Nacht?
00:57:36: Und das ist so dieses Freiheitsgefühl, das, was ich einfach super finde.
00:57:41: eben auch und deswegen komme ich jetzt wegen des Fahrrads fahren es noch mal drauf.
00:57:44: Ist ja völlig egal, ob du jetzt perfekt ausgerüstet bist.
00:57:47: Du guckst einfach mal wie weit du kommst und wenn du jetzt damit nicht klarkommst, dann keine Ahnung, passt du es noch mal an, besorgst dir noch mal was und nimmst doch, lässt das Fahrrad wieder stehen, gehst zu Fuß weiter.
00:57:56: Also sich diese Freiheit auch nicht zu nehmen, indem man sowas komplett durchplant und dann auch so völlig mit Scheuklappen durchzieht.
00:58:06: Das gibt es ja auch viel.
00:58:07: Ich finde, dass einfach dann das Schöne auch da drin liegt, so auf seine innere Stimme einfach zu hören und zu merken, hey, das fühlt sich gerade nicht richtig an.
00:58:17: Das fühlt sich gerade nicht anders, ob es mir Freude bereitet und warum sich selbst dann zwingen, in einer Situation zu bleiben, die einem keine Erfüllung gibt in dem Moment.
00:58:30: dann liegt es ja an uns oder ist ja sogar unsere Verantwortung, dann in dem Moment das zu wandeln und zu ändern.
00:58:36: Und da, finde ich, ist es viel rimmer, in dem Moment dann zu sagen, nein, ich bleib jetzt trotzdem in dieser Situation.
00:58:43: Auch wenn ich merke, es geht mir nicht gut damit.
00:58:45: Ich rede jetzt nicht von, ich fühle mich jetzt gerade mal nicht wohl oder gerade nicht gut mal einen Tag.
00:58:50: Das gibt es ja immer mal.
00:58:51: Sondern wenn man wirklich tief innen drin merkt, so, hey, hier muss was verändert werden, so.
00:58:56: Und dann ... sich das einzugestehen und es nicht als Scheitern zu nehmen oder so, sondern einfach zu sagen, so, hey, ich höre auf meine innere Stimme und auf mich selbst und ja, ich bin die einzige Person, die es gerade ändern kann und warum dann nicht machen.
00:59:15: Ihr müsst damit zufrieden sein und das darf man ja auch nicht vergessen, man macht das für sich.
00:59:18: Und nicht um zu sagen, ich bin jetzt zu Fuß nach Istanbul gelaufen, sondern für das, was die Reise mit einem macht, das wird ja auch Mittel zum Zweck irgendwann vielleicht.
00:59:28: Das wünsche ich euch auf jeden Fall, dass ihr weiter jetzt tolle Momente sammelt, tolle Begegnungen habt oder wertvolle Momente und Begegnungen ist, die nicht so toll sind, euch auch in irgendeiner Form weiterbringen.
00:59:42: Und ja, danke euch.
00:59:43: Ich glaube, da ist ganz viel.
00:59:44: Dabei auch jetzt nicht an einer fertigen Lösung.
00:59:47: Ich glaube, den Anspruch habt ihr selbst nicht und den müssen wir auch nicht haben, dass da Bahnbrechen das jetzt ist, was sich Menschen genau so nehmen können und das dann nachmachen und dann sind sie glücklich.
00:59:59: Es sind, glaube ich, viel Inspiration, viel Impulse, viele Gedanken jetzt heute dabei gewesen und dafür danke ich euch.
01:00:07: mögen.
01:00:08: Die Hörerinnen und Hörer damit jetzt tun und lassen, was sie wollen mit diesen Impulsen.
01:00:14: Vielen Dank für das schöne Gespräch.
01:00:15: Danke für die Einladung.
01:00:21: Vielen Dank auch dir fürs zuhören.
01:00:23: Wie immer an dieser Stelle, der Hinweis auf den Newsletter der den Freiraus-Podcast begleitet, den ich immer am Sonntag verschicke und den du abonnieren kannst unter Christopherster.com.
01:00:37: wenn du es noch nicht getan haben solltest.
01:00:39: Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder rein hörst, gibt es natürlich eine neue Folge immer am Dienstag und bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit.
01:01:10: Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich.
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